77) Handy-Tausch

Es gibt da so zwei Angelegenheiten, die ich äußerst gern auf die lange Bank schiebe. Der Besuch beim >Zahnarzt und einen Handy-Tausch. Müsste ich zwischen beiden wählen, würde ich sogar den Zahnarztbesuch bevorzugen. Und das will was schon was heißen.

Ein neues Telefon musste her. Denn der Ersatz-Akku machte schon wieder schlapp und mein Gerät steht auf der Liste der demnächst aussterbenden Betriebssysteme des weltweit größten Apfel-Produzenten.

Dann lieber jetzt agieren, statt später unter Druck reagieren. Tolle Weisheit. Aber allein die Gerätewahl war schon mal eine Herausforderung. Denn wenn ich schon keine Klinkenstecker-Buchse mehr für Kopfhörer kriege, dann hätte ich wenigstens gern noch einen Home-Button zum Anfassen.

Seitdem das Ding vor zwei Wochen hübsch verpackt ankam, habe ich einen großen Bogen drum gemacht. „Früher“, als die Mobil-Telefone noch „un-smart“ waren, da war es mir eine Freude, solche Dinger in Betrieb zu nehmen. Auspacken, Aufladen, SIM-Karte wechseln, Klingel-Ton auswählen. Fertig.

Heute, da solltest du dir am besten ein ganzes Wochenende für das „Migrationsprojekt“ blocken. Im Ideal-Fall noch einen zweiten IT-Project-Manager anstellen und einen Dieselgenerator besorgen, falls der Strom ausfällt. Eine digital-versierte Pubi-Ressource ist auch zu empfehlen und sollte man dann noch eine Ehefrau (.. oder gleichwertig) zur Hand haben, die dieses Vorhaben erst kürzlich überstanden hat, sollte man ihre Ratschläge auch annehmen. Neben der Liste der Passwörter, empfehle ich noch eine Liste der Schimpfwörter und Flüche bereitzuhalten. Diese sollte nicht zu knapp bemessen sein, wenn man ohne Wiederholungen auskommen will.

Denn wer glaubt, man macht mal eben schnell ein Back Up und dann legt man die beiden Geräte über Nacht nebeneinander, damit die sich gegenseitig digital befruchten, der hat sich geschnitten.

Samstag Mittag war ich noch ganz zuversichtlich, denn es stand die Meldung „Voraussichtliche Dauer: 1 Stunde“ auf dem Gerät. Sonntag 14:00 war ich fertig. Nun habe ich mich nicht durchgehend damit beschäftigt, aber es dauert halt `ne Weile bis Musik, Daten, Apps, Pins, TANs, Phushs, Impfzertifikate, Hörbücher, Fotos, Kontakte, Mitgliedschaften, Kommunikations-Kanäle, Kilometer-Zähler etc. wieder hergestellt sind.

Luxusprobleme…

Andere Beiträge zum Thema ;-):

68) Handy-Zombies

Habe ich nicht erst vor einem Jahr über all die Handy-Nacken geschrieben, die man im Alltag antrifft? Mir Gedanken gemacht, was man wohl alles für Apps erfinden könnte? Ja, habe ich und zwar hier —> Handy-Nacken und Ampelmann (lesenswert wie ich finde 😉

Aber nun, ein Jahr später, sind wir bereits ein Level weiter:

Mir fällt zunehmend auf, dass am Sonntag immer mehr Menschen im Stadtpark unterwegs sind, die nur noch auf ihre Handys glotzen. Nein, ich meine nicht einzelne Geo-Caching-Daddys im Wolfskin-Parker, die mit ihren Kids ein   Abenteuer in der Großstadt erleben wollen. Ich meine mehrere Dutzend Menschen, locker an die Hundert, die allesamt irgendwie dort „abgesetzt“ wirken, um etwas zu suchen. Mit dem Handy. Sie laufen zu zweit als Pärchen oder im Trupp mit anderen, glotzen aufs Display und brabbeln kurze Kommandos. Manche haben zwei Geräte in der Hand. Was machen die da?

  • Ist es eine Art Schnitzeljagd, ein Flash Mob, ein Gruppen-Geo-Caching, eine Partner-Vermittlung oder gar ein Swinger-Club auf Exkursion?
  • Und warum gehen die in den Park? Sie schauen doch eh nur auf ihr Handy. Würden sie ihren Event in einer Tiefgarage oder Lagerhalle abhalten, käme es aufs Gleiche raus.
  • Sind die auf Rezept hier? Manche sehen so aus, als hätte man ihnen Tageslicht und regelmäßige Bewegung per Rezept verordnet.
  • Werden unter den Wegen bald Induktionsspulen verlegt, damit die Gäste permanent ihre Telefone aufladen können?
  • Und was ist mit den Laternen und Mülltonnen, werden die demnächst mit Gummi verkleidet, damit diese Entdecker nicht dagegen laufen und sich verletzen?
  • Und wenn ich doch nur in der Lage wäre, Push Nachrichten an alle diese Freaks zu schreiben? Das wäre lustig. „Fassen sie ihrem Gegenüber an die Nase und drehen sie mal kräftig dran“.

Ich erwarte jeden Moment Michael Jackson aus der Hecke springen zu sehen, wie ihr zu Thriller einleitet und die Zombies zum Gleichschritt animiert. Aber das war wohl nur so ein Flashback aus alten (…analogen) Zeiten.

Ach Michael, wenn du wüsstest was hier abgeht …

11) iTunes Synch

Gelegentlich fällt mir ein, mein iPhone mal wieder an unseren Mac mit der iTunes-Datenbank zu stecken. Einfach nur, damit die sich mal wieder sehen. Meistens bereue ich das ganz schnell wieder. Besonders dann, wenn die Zeit knapp ist. Also immer. Ich verbinde beide Geräte per USB und dann beginnt das Feuerwerk der Meldungen schon. Ein erstes Pop Up springt mir entgegen und informiert, dass ein BackUp zu machen ist. Zeitgleich zählt iTunes oben in der Hauptnavigation die Titel, die synchronisiert werden müssen. Schon springt mir das nächste Fenster ins Gesicht und fragt, ob „mobil“ gekaufte Titel in die iTunes-Mediathek kopiert werden sollen. Die darauf folgende Nachricht sagt mir, dass der Mac selbst ein Update benötigt. Auf diesen Ego-Zug springt natürlich iTunes dann auch noch auf und meckert mit mir herum, dass alle anderen Aktivitäten abgebrochen werden, wenn ich nun das iTunes-Update mache. Was natürlich zunächst heruntergeladen werden muss und leider „etwas“ Zeit benötigt. Oh je, mir wird ganz schwindlig. Am liebsten würde ich alles abbrechen, aber das traue ich mich schon gar nicht mehr. Das mögen Computer nicht. Und schon weiß ich bereits, wie es ausgehen wird. 

1. manche Titel werden doppelt sein, andere fehlen

2. meine Playlists werden verschwunden sein

3. die nächsten zwei Abende werde ich vor iTunes hocken, um es wieder zu reparieren 

Mensch Steve, früher war alles so einfach…

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