Die morgendlichen Corona-Meldungen rauschen durchs Gehör wie Wetter und Verkehr. Für die Corona-Karte von Berlin wurden extra neue Grautöne entwickelt, nur damit bloß nicht so schnell „weiß“ genutzt werden muss. Also? War’s das? Können wir einpacken? Uns wieder anderen Dingen widmen? Da hab‘ ich noch Zweifel.
Ein paar Gedanken aus den letzten Tagen:
Fußball
Während hier eigentlich niemand so eine richtige Vorstellung hat, wie nach den Ferien die Schulen wieder öffnen sollen und die Kultur immer noch keine Perspektive hat, schafft König Fußball Erstaunliches. Geht es in manchen Stadien noch recht AHA ab, drehen die Fans in anderen Arenen völlig durch, brüllen sich an und liegen sich in den Armen. Man kann nur mutmaßen, was eigentlich besser wäre. Das Spektakel an einem Ort durchzuführen oder es als Corona-Wander-Zirkus weiterziehen zu lassen, damit sich das Delta-Dingsbums mal jede Metropole anschauen kann. Apropos „Delta“, ich sehe die Markenanwälte der gleichnamigen Airline quasi vor mir, wie sie eine Unterlassungsklage nach der anderen an die Mutante schicken. Die hat aber keinen Bock, das zu lesen.
Kleiderschrank
Schon in Corona Lektion 38 wollte ich schon meine Business-Klamotten anzünden, in Corona Lektion 68 immerhin in die Kleider-Tonne werfen. Ich habe nichts davon getan, konnte mich nicht trennen, obwohl es seit März 2020 nur eine Hand voll Gelegenheiten gab, davon mal etwas anzuziehen. Jugendweihe, Panel Discussion und Weihnachten. Zum Glück keine Beerdigung. Holz. Klopf. Letzten Dienstag gab es wieder eine Möglichkeit, ich war als Gast-Referent eingeladen, da hielt ich es mal für angemessen. Das stand ich vor meinem Kleiderschrank und schob die Hemden von rechts nach links. Die Auswahl wurde schnell kleiner, denn am besten bitte keine Streifen oder Karos, denn das „flirrt“ in der Video-Aufnahme und vielleicht nun nicht gerade dieselbe Farbe wie der Hintergrund der Meeting Software, sonst sähe ich aus, wie ein sprechender Kopf ohne Oberkörper. Die Business-Mode der Zukunft wird also nicht mehr durch Mode-Schöpfer erschaffen, sondern durch Software-Giganten diktiert. Bald tragen wir eh alle bald einen Business-Overall / White / Uni-Size.
Apropos Overall
Über meinen Alter Ego „Noah“ machte ich mir ab November 2019 zunehmend Gedanken über meine damaligen und künftigen Arbeitsformen. Noah trug damals schon Overall, er war seiner Zeit voraus. Selbst das Lunch kam täglich bis in seine Micro-Flat gefahren. Weit vor Corona, weit vor Höhlen-Office und Höhlen-Schooling. Kommentatoren machten sich schon Sorgen bezüglich meiner Verfassung, andere hielte das für reine Dystopie. Nun sind wir ungefähr dort angekommen und so falsch lag ich gar nicht. Beitragsreihe verpasst? Dann hier noch mal der Reihe nach lesen.
—> Hier gehts zur Reihe „New Work“ mit Noah … aber besser bei Teil 1 anfangen
Schönes Wochenende!
T.









