Natürlich sind Wale beeindruckende und schützenswerte Tiere, gar keine Frage. Aber jetzt mal im Ernst: Was soll eigentlich der ganze Terz in der Ostsee?
Nicht, dass ich das aktiv verfolge, aber selbst auf Informations-Diät kriege ich es mit.
Der Wal hat sich verirrt, wirkt stark geschwächt, kommt aus eigener Kraft nicht mehr weg. Seine Tage sind gezählt, seit Wochen schon.
Wäre es ein Hund, wäre er längst im Lassy-Himmel. Als Pferd stünde er schon neben Fury, Artax und Iltschi.
Offenbar ist es nicht so einfach, dem armen Timmy das finale Geleit zu verpassen. Klingt brutal, klar. Aber bei Vierbeinern sind wir da deutlich weniger zimperlich. Und der junge Wolf aus Hamburg hat bis heute keinen Kosenamen oder habe ich etwas verpasst?
Die Evolution hat das Tier aussortiert, ganz einfach.
Vielleicht sollten wir unsere Aufmerksamkeit einfach etwas besser sortieren:
Kümmert euch lieber um die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern im September, statt um den Wal vor der Insel Poel.
Sonst werden im September ganz andere Dinge neu sortiert und wir haben ein viel größeres Problem und … keine(n) Wa(h)l mehr. Dann ist beides futsch.
Toll, wenn junge Leute eine Vision haben und die auch mit soviel Überzeugung, wortgewandt und mit Fakten untermauern. Respekt. Mach‘ weiter so Heidi, da ist viel Gutes drin.
Szenenwechsel:
Zwei Jungs steigen in Stralsund in einen Zug und kommen zum Halt in „Lietzow“, der Zug fährt zurück nach Stralsund, um nicht noch weitere Verspätung aufzubauen. Die Jungs verlassen den Wagen, laufen den Bahnsteig entlang und auf halber Höhe, hebt der eine Kerl die Hand zum Hitlergruß.
@HitlerjungeamBahnhofLietzow: Du bist ein Loser, im Prinzip weißt du das auch, aber der AfD-Maxi auf TikTok wird dir auch nicht helfen.
@MaximilianKrah: Um so mehr ich drüber nachdenke, glaube ich, dass sie wohl eher der Warmduscher sind, denn anscheinend bleibt ihnen nix anderes übrig als Teenie-Jungs auf TikTok anzuquatschen, um sie für Ihre Agenda einzufangen. Schämen Sie sich! Und sie sind jetzt echt MdB? Und ich finanziere ihre Posten mit? Mir kommen gleich das Zanderfilet und die Bratkartoffeln wieder hoch.
Szenenwechsel:
Ausflug nach Prora, endlich mal das unvollendete KdF-Erholungsbad aus der Zeit des Dritten Reichs und dem damaligen Größenwahn besuchen, das stand schon länger auf der Liste. Gefolgt von einer guten Ausstellung zum Thema, der Zeit der (mehr oder weniger) Aufarbeitung nach Kriegsende und noch einer Sonderausstellung zu Bausoldaten der NVA auf Rügen und dann noch eine Ausstellung zu Kriegsverbrechen. Puh. Genug.
Fährt man im Winter an die Ostsee, hat das gegenüber dem Sommer große Vorteile. Die anderen Urlauber haben Klamotten an und man hat nicht ständig Sand, wo man ihn nicht haben will. Zudem gibt’s Glühwein. Nur mit den Farben ist es etwas dünn dieser Tage. Grün, gelb und blau sind am Buffet schnell vergriffen.
Also stapft man die Küste entlang, muss nicht so viel reden und auch nich‘ so vülle schreib’n hia.
Wir haben schon wieder Ferien, Vaccination … ähm … Vacation … meinte ich ;-), also flüchteten wir für ein paar Tage ins Land der Fischbrötchen, Windräder, Burger und Pommes. Meck-Pomm.
Und natürlich gab‘s hier auch wieder ein paar Skurrilitäten zu entdecken:
Man sagt den Fischköppen ja nach, dass sie nicht sonderlich gesprächig sind, aber der Fischkopp ist durchaus weltoffen und heißt wirklich jeden Willkommen, sogar Fahrradschläuche.
Auch kulinarisch hat sich Meck Pomm weiterentwickelt und öffnet sich den „neuen“ Einflüssen aus Nah-und Fernost. Wer Bismarck-Hering nicht mehr sehen kann, findet hier das richtig gute Zeug aus der hippen Fusionsküche.
Beim Spaziergang durch einen Gespensterwald wird‘ schnell gespenstisch, wenn man sieht, wieviele alte Buchen es da umgehauen hat und liest, dass das Wasser pro Jahr 16 cm vom Land wegknabbert. Trotz Ferien wird das Pubi-Hirn um etwas Rechenleistung gebeten und wir kommen auf knappe 20 Meter in 100 Jahren. Wenn es bei der Geschwindigkeit bleibt. Wenn. Schluck.
Ein paar Meter weiter liess sich noch einmal ganz eindrücklich der Begriff „Erosion“ vertiefen. Das Geländer hängt in der Luft, der Wanderweg ist weg und so manch Wanderer auch. Deshalb heißt er ja auch Wandererweg … ähm … Wanderweg. Gespenstisch.
In Börgerende wird‘s noch gespenstischer, denn da gibts keine Burger und für die Bürger der DDR war hier Ende. Laut Wiki gab es 27 solcher Türme entlang der Küste, ein weiterer Turm steht in Kühlungsborn. Bloß gut, dass die Zeiten vorbei sind. Hier ließ sich recht eindrücklich der Begriff „Freiheit“ diskutieren, der ja dieser Tage gern gebrüllt wird. Von Leuten die immer in Freiheit gelebt haben bzw. unter Amnesie leiden müssen. Vor 35 Jahren leuchtete dort nicht der Mond am Himmel, sondern der Suchscheinwerfer.
Joggen bei 70 km/h Wind ist auch eine neue Erfahrung. Kommt der Wind von hinten, fühlt man sich wie Usain Bolt und bekommt norddeutsch-skeptische Blicke, wenn man am Fischbrötchenstand die typische Bolt-Pose macht. Kommt der Wind von vorn, bereut man man jeden seiner Schritte, denn der wirft dich einen halben Meter nach hinten.
In Warnemünde war es am Sonntag rammelvoll wie auf einer 1.Mai-Demo auf der Karl-Marx-Alle. Das Backfischbrötchen kostet mittlerweile 5 EUR. Hej, das sind 10 Mark! Und zwar West! Hier ließ sich recht eindrücklich der Begriff „Inflation“ diskutieren.
Auf der Halbinsel Wustrow ist wunderbar zu sehen, wie Kasernen und Munition mehrere Regime überleben können. Erst hockte die Wehrmacht dort, dann die Rote Armee. Jetzt keiner mehr. Mal sehen wie lange noch. Ich sehe da schon Bettenburgen stehen, aber erst einmal muss man den ganzen Flecken von Altlasten befreien.
Um zum Schluss noch etwas richtig schön Deutsches. Ach, ich liebe so etwas 😉
Kurz vor Ende der Berliner Herbstferien hieß es noch einmal „Licht tanken und „Akku aufladen“ für die vor uns liegende Dunkel-Zeit. Und für‘s Höhlen-Office natürlich.
In Schwerin dreht sich natürlich alles um Schloss. Manchmal sieht man das Schloss vor lauter Schlössern nicht mehr. Aber auch sonst hat Schwerin ein paar interessante Figuren zu bieten.
In Wismar fallen wir auf Backfisch-Maik rein. Erstes Boot im Hafen, Touri-Falle … hätte man wissen können … egal. Ansonsten fragt man sich beim „Gewölbe“ wie oft die Einwohner wohl aus dem Bett gefallen sind und beim Anblick einer DDR-Speisekarte in einer Retro-Kneipe, muss man endlich mal über Inflation sprechen.
In Neuruppin dreht sich natürlich viel um Fontane. Aber auch die aktuelle Herbstkollektion wird gezeigt. Ist allerdings nicht ganz mein Fall. Zu wenig „unten rum“, zuviel „oben rum“. Die Parksituation in NP ist nicht ganz einfach, die Einwohner bieten daher kreative Modelle zur zeitweisen PWK-Aufbewahrung an. Diebstahlsicher in der Tat, allerdings nicht ganz so flexibel, wenn man mal schnell weg muss oder wenn man>viel Gepäck hat