Dieser Tage reichen bereits wenige Buchstaben, um mir schlechte Laune und Ratlosigkeit zu verschaffen.
Af …
Tru …
Wah …
Friedr …
Alice …
Siegm …
Polarisi …
Social Me …
Selbst mein Schreibprogramm weigert sich, diese Wortfetzen so stehen zu lassen und will sie ständig sinnvoll auffüllen. Aber ich will das nicht!
Und dann frage ich mich immer öfter, was ich dagegen tun kann. Vielleicht sogar … müsste. Aber ich habe da noch keine Antwort drauf.
Stattdessen fokussiere ich mich auf die kleine Welt um mich herum. Ein nettes Gespräch mit dem Nachbarn, eine herzliche Plauderei an der Kasse, die Suche nach Dialog in der kleiner werdenden Familie. Tja, und ansonsten renoviere ich ein Zimmer, lasse mir damit Zeit und verliere mich in Details.
Auf den Ohren immer wieder schlaue, tiefgehende Gespräche. Menschen, die differenzieren, zuhören, nach vorne denken. Die nicht nur schreien, was alles schiefläuft, sondern nach Möglichkeiten suchen. Nach Lösungen. Nach dem, was wir tun können. Danke an Maja Göpel und Matze Hielscher.
Und während ich ihnen zuhöre, mache ich ziemlich kleine Dinge.
Ich verschließe Löcher in den Wänden. Schleife Stellen im Parkett nach und lackiere sie neu. Gleiche Stoßstellen aus, kümmere mich um Macken und Anrempelungen an den Türen, die sich über die Jahre angesammelt haben. Manches davon dauert erstaunlich lange. Schleifen, spachteln, warten, noch einmal schleifen. Genau hinschauen. Noch mal nachbessern.
Und zwischendurch fahre ich immer wieder mit der flachen Hand über das Holz und merke, dass ich diese Kleinteiligkeit gerade sehr mag.
Dazu diese warmen Stimmen, dieser klugen Menschen, die nachdenken, ohne zu verzweifeln. Die Möglichkeiten sehen, wo ich gerade oft nur Fragezeichen sehe.
Und das Schöne ist: Es wartet noch ein weiteres Zimmer auf mich. Das soll Ende November fertig sein.
Ich habe also noch ein bisschen Zeit.
PS: Titelbild via KI, aber verdammt dicht dran



