89) StVO in kurz (Radler-Edition)

Mit der Anzahl der Sonnenstunden steigt auch die Anzahl der Radfahrer in der Stadt. Exponentiell. Eigentlich hab ich gar nichts dagegen, fänd‘ nur gut, wenn sie sich alle wenigstens an ein paar Basics halten.

Ich will jetzt hier nicht die knapp 50 Paragraphen der StVO runterbeten, aber zur Erinnerung wenigstens fünf Hinweise, denn wenn ich euch umfahre, bin ich mit dran und ich habe eigentlich andere Pläne.

  1. Das weiße Dreieck mit dem roten Rahmen heißt „Vorfahrt gewähren“. Das hat nichts mit „Gewehr“ zu tun, also durchballern, sondern meint, dem Verkehr von links oder rechts die Vorfahrt zu lassen. Ihr müsst also waaaaaaarten. Doof. Ich weiß.
  2. Das rote Achteck mit den vier Buchstaben, meint ähnliches. Ich will nicht so kleinlich sein. Ob ihr kurz anhaltet ist mir persönlich egal, Hauptsache ihr fahrt nicht einfach drüber, denn Autos kommen im Schnitt mit 40 – 50 km/h und 1,5 Tonnen daher, da zieht ihr den Kürzeren und dann vielleicht nie wieder einen.
  3. Ampeln, dass sind diese nervigen roten Lichter an der Kreuzung, sind eine Mischung aus 1. und 2., ihr müsst nicht viel nachdenken, sondern einfach nur warten, bis es grün wird. Von mir aus könnt ihr in der Zeit auch das Handy checken, an der Vape nuckeln oder einen Joint drehen. Mir schnuppe.
  4. Rechts vor links … ja ich weiß, rechts und links auseinander zu halten, ist nicht so einfach. Aber wenn ihr euch unsicher seid, dann knallt nicht selbstbewusst die Straße runter, sondern denkt dran, dass Autofahrer davon ausgehen, dass sie fahren dürfen und auch kein 360° Teleskop Gelenk unter dem Denkorgan haben.
  5. Mir ist auch Wurscht*, ob ihr einen Helm tragt oder nicht, müsst ihr wissen. Aber fahrt im Dunkeln nicht in Grufti-Klamotten und ohne Licht. Man sieht euch einfach nicht. Trust me! Wickelt euch ne Weihnachtskette um den Hals, steckt euch eine USB Lampe irgendwo hin, werft euch fluoreszierendes drüber. Gibt ne Menge schicker Gadgets.

So, nun gut jetzt, ich will auch nicht nerven.

Gute Fahrt!

*) Wurscht gilt nicht für die Jugend hier, die ihre Beine unter meinen Tisch steckt

 

PS: Titelbild via KI

23) Fahrrad-Spuren

Habe ich doch kürzlich erst übers Bike-Sharing geschrieben, muss ich schon wieder an das Thema „Radfahren“ ran. Man könnte meinen, ich habe etwas gegen Radler. Habe ich aber gar nicht. Ab und zu fahre ich auch Rad und bin dabei eigentlich ganz gut klargekommen. Autofahrer und Radler können herrlich aufeinander losgehen und sich gegenseitig verteufeln.  Da will ich mich gar nicht beteiligen, aber hier geschieht gerade etwas, was mich nicht in Ruhe lässt. Ich gehe auch soweit, das Thema schon jetzt als „Wahnsinn“ zu klassifizieren, noch bevor der Artikel hier endet. Was ist geschehen? In den letzten Wochen, haben Straßenbau-Kommandos hier komplette Fahrspuren mittels weißer Farbe zu Rad-Spuren erklärt. Es ist aber noch dieselbe Straße, die die Radler dann befahren. Es ist noch derselbe rechte Rand, den sie schon vorher befuhren. Das Einzige was nun anders ist, ist ein weißer Streifen und eine fehlende Spur für die Autos. Diese Streifen sind auch nicht baulich abgesetzt, was ja vielleicht zu mehr Schutz der Radler führen würde. Nein, die Sicherheit wird nun durch einen 10 cm weißen „Farbaufstrich“ gewährleistet. Selbst auf kleinen Kreuzungen hier in der Nachbarschaft, findet man nun weiß „gemalte“ Radwege und sogar Haltelinien für Radler. Aber nicht in den Straßen vor oder nach der Kreuzung. Nein, nur auf der Kreuzung. Ich frage mich, was das alles soll. Wem hilft das? Das ist eine große Leistung und ein bedeutender Schritt in Erfüllung von Quoten! In der Presse wurde die Maßnahme als Teil des „Mobilitätskonzepts“ diskutiert. Vermutlich habe ich im letzten Wahlkampf nicht genau zugehört, aber ich hoffe, dass in diesem „Konzept“ noch etwas mehr steckt, als durch Raumverknappung und Frontenbildung die Stimmung unter den Verkehrsteilnehmern weiter anzuheizen.

Ein paar Fragen bleiben unbeantwortet:

  • Wer wird diese Streifen denn im Winter nutzen, wenn die Räder in den Kellern stehen? Hundeschlitten oder Biathleten vielleicht?
  • Werden die Streifen dann auch von Schnee befreit, damit man die weißen Linien weiterhin sieht?
  • Warum habe ich nicht vor Jahren in Aktien von Firmen investiert, die Straßenfarbe herstellen?

Frühere Beiträge zum Thema Straßenverkehr: