Dieser Tage reichen bereits wenige Buchstaben, um mir schlechte Laune und Ratlosigkeit zu verschaffen.
Af …
Tru …
Wah …
Friedr …
Alice …
Siegm …
Polarisi …
Social Me …
Selbst mein Schreibprogramm weigert sich, diese Wortfetzen so stehen zu lassen und will sie ständig sinnvoll auffüllen. Aber ich will das nicht!
Und dann frage ich mich immer öfter, was ich dagegen tun kann. Vielleicht sogar … müsste. Aber ich habe da noch keine Antwort drauf.
Stattdessen fokussiere ich mich auf die kleine Welt um mich herum. Ein nettes Gespräch mit dem Nachbarn, eine herzliche Plauderei an der Kasse, die Suche nach Dialog in der kleiner werdenden Familie. Tja, und ansonsten renoviere ich ein Zimmer, lasse mir damit Zeit und verliere mich in Details.
Auf den Ohren immer wieder schlaue, tiefgehende Gespräche. Menschen, die differenzieren, zuhören, nach vorne denken. Die nicht nur schreien, was alles schiefläuft, sondern nach Möglichkeiten suchen. Nach Lösungen. Nach dem, was wir tun können. Danke an Maja Göpel und Matze Hielscher.
Und während ich ihnen zuhöre, mache ich ziemlich kleine Dinge.
Ich verschließe Löcher in den Wänden. Schleife Stellen im Parkett nach und lackiere sie neu. Gleiche Stoßstellen aus, kümmere mich um Macken und Anrempelungen an den Türen, die sich über die Jahre angesammelt haben. Manches davon dauert erstaunlich lange. Schleifen, spachteln, warten, noch einmal schleifen. Genau hinschauen. Noch mal nachbessern.
Und zwischendurch fahre ich immer wieder mit der flachen Hand über das Holz und merke, dass ich diese Kleinteiligkeit gerade sehr mag.
Dazu diese warmen Stimmen, dieser klugen Menschen, die nachdenken, ohne zu verzweifeln. Die Möglichkeiten sehen, wo ich gerade oft nur Fragezeichen sehe.
Und das Schöne ist: Es wartet noch ein weiteres Zimmer auf mich. Das soll Ende November fertig sein.
Wenn man mich fragt, laufen viele Diskussionen über Reformen und Veränderungen zu sehr in Schwarz und Weiß. Das ist verständlich. Klare Positionen geben Orientierung und machen Entscheidungen scheinbar einfach. Man weiß, woran man ist. Gleichzeitig führen sie aber oft sofort zur Polarisierung und schrecken Menschen ab. Im Zweifel reicht schon ein einziges Thema, um eine Geburtstagsparty zu sprengen.
Schauen wir uns nur ein paar Diskussionen unserer Zeit an: autofreie Innenstädte, Fleisch oder vegan, Tempolimit ja oder nein, Flugzeug oder Bahn, Social Media erst ab 16. Fast jede Debatte beginnt mit einer Entscheidung zwischen zwei Extremen. Und wenn nicht alle, dann gar keiner. Und wenn sich etwas nicht zu 100 Prozent kontrollieren lässt, dann erst recht nicht. Dazwischen scheint kaum Platz zu sein.
Zwischen Schwarz und Weiß liegt jedoch so viel Raum, über den viel zu selten gesprochen wird. Dummerweise heißt er „grau“ und hat kein besonders gutes Image. Er klingt nach Unklarheit, nach halben Sachen oder sogar nach etwas, das sich am Rand der Legalität bewegt.
Dabei wünsche ich mir für den Raum zwischen den Extremen mehr Aufmerksamkeit. Wir können ihn von mir aus auch „bunt“ anmalen. Denn genau dort entsteht Veränderung.
Wer Menschen dazu bringen will, ihr Verhalten zu ändern, muss ihnen einen Weg anbieten, den sie auch gehen können. Niemand legt von heute auf morgen seine Gewohnheiten komplett ab. Aber viele sind bereit, einen ersten Schritt zu machen, wenn sie dabei nicht das Gefühl haben, ihre gesamte Lebensweise infrage stellen zu müssen.
Warum testen wir eine Steuerreform nicht zunächst in einer Kommune? Warum probieren wir neue Verkehrskonzepte nicht zunächst in einer einzelnen Region aus? Warum sammeln wir nicht Erfahrungen mit neuen Schulmodellen? Auf diesem Weg werden die Effekte gemessen, anschließend kommuniziert und, wenn sie überzeugen, kann man den nächsten Schritt gehen. Oder eben nicht. Auch das wäre vollkommen in Ordnung.
Stattdessen wird jahrelang über gigantische Reformen diskutiert. Da bekommt jeder Amtsinhaber kalte Füße, weil er befürchten muss, damit seine Karriere und sein politisches Vermächtnis aufs Spiel zu setzen.
Ich nenne diesen Ansatz inkrementelle Transformation. Keine Ahnung, ob es den Begriff schon gibt. Für mich beschreibt er ziemlich genau, was ich meine.
Ich meine, Dinge im Kleinen auszuprobieren und, wenn sie funktionieren, zu skalieren, statt sie vorschnell ideologisch niederzumachen. Aus einem Versuch wird Erfahrung. Aus Erfahrung entsteht Vertrauen. Und aus Vertrauen kann am Ende eine Veränderung werden, die viel mehr Menschen mittragen.
Wir brauchen weniger Schwarz und Weiß. Und mehr Räume dazwischen.
PS: Titelbild via KI, meine Güte, was für ein Krampf, dem zu verklickern was ich haben will. Alles muss man selber machen … 😉
Nachdem ich nun den Entwurf für mein „Wahlprogramm“ veröffentlicht habe, der sicher nicht vollständig ist und vielleicht irgendwann noch einen Nachschlag bekommt, weiß ich zumindest, wie ich mir die Zukunft des Landes vorstelle.
Das kann jeder anders sehen. Und das ist auch völlig in Ordnung. Der Nörgler wird sagen: „Zeitverschwendung. Du Träumer. Das wird sowieso nichts.“ Darum ging es mir aber gar nicht. Mir war wichtig, meine Gedanken einmal schwarz auf weiß festzuhalten und transparent zu machen.
Genau das ist übrigens auch etwas, das mir in der Kommunikation unserer Regierung total fehlt und ich hatte mit Annuschka dazu einen kurzen Kommentarwechsel … schönen Gruß an dieser Stelle.
In den Medien werden ständig Einzelthemen diskutiert. Zahlen, Kennwerte und Detailfragen werden rauf und runter debattiert. Was mir dagegen fehlt, sind ein paar klare Sätze darüber, wo wir mit diesem Land eigentlich in fünf oder zehn Jahren stehen wollen.
Und um es gleich klar zu sagen: Ich meine keinen Fünfjahresplan sozialistischer Prägung. Ich meine auch keine Parteilosung, die wir auf Wimpel drucken und am 3. Oktober in die Luft halten, während der Bundeskanzler den marschierenden Massen zuwinkt. Das kenne ich zur Genüge.
Aber solche Ziele gibt es durchaus. Man muss nur auf bundesregierung.de nachschauen.
Dort werden fünf Schwerpunkte genannt:
● Neues Wirtschaftswachstum und gute Arbeit
● Wirkungsvolle Entlastungen, stabile Finanzen, moderner Staat
● Verantwortungsvolle Außenpolitik und ein geeintes Europa
Unter jedem dieser Punkte finden sich fünf bis sieben Ziele.
Aber mal ehrlich: Wer kennt die? Wer hat sie gelesen? Wer könnte auch nur einen Teil davon nachts um drei aufzählen? Kennt irgendjemand einen übergeordneten Satz, ein Credo oder eine Vision für unser Land?
Ich jedenfalls nicht.
Stattdessen sitzen wir oft wie das Kaninchen vor der Schlange. Wir mutmaßen darüber, was KI, Demografie, Klimawandel oder geopolitische Krisen wohl mit uns machen werden, wann sie uns treffen und wie hart die Folgen sein könnten. Oft tun wir nicht einmal das, wir lassen es geschehen und dann ist das Geschreih groß.
Vermutlich können wir eher die nervige Müsli-Werbung aus dem Odenwald mitsprechen oder den Werbespruch, man solle „doch einfach zu Netto gehen“.
Vermutlich ist genau das der schwierige Teil. Denn eine echte Vision bedeutet auch, Zielkonflikte offen anzusprechen. Man muss Prioritäten setzen. Man kann nicht alles gleichzeitig haben. Genau deshalb wäre sie so wichtig.
Ich glaube, genau so etwas würde würde uns mal guttun. Ein gemeinsames Bild davon, wo wir hinwollen. Denn nur über ein solches Bild kann man diskutieren. Man kann dafür werben, Kritik üben oder Verbesserungsvorschläge machen. Aber wenn kaum jemand dieses Ziel kennt, wie sollen wir dann gemeinsam dort ankommen?
Dabei gibt es für genau solche Situationen seit Jahrzehnten einen Begriff: Change Management.
Veränderungen kommen nicht überraschend. Man kann sie kommen sehen, Ziele formulieren, Menschen mitnehmen und den Wandel aktiv gestalten. Genau das machen Unternehmen jeden Tag. Warum sollte das für ein ganzes Land nicht funktionieren?
Im Moment wirken wir dagegen häufig passiv. Wir reagieren auf das, was uns technologische Entwicklungen, globale Trends oder ein durchgedrehter Staatschef irgendwo auf der Welt vor die Füße werfen.
Oft wird der Politik vorgeworfen, die Corona-Pandemie nicht ausreichend nachgearbeitet zu haben. Halte ich für richtig. Die Pandemie konnte niemand vorbereiten, sie war einfach da. Die Transformation, die jetzt vor uns liegt, dagegen schon. Auf sie kann man sich einstellen. Man kann sie erklären. Und man kann sie gestalten.
Der oft gehörte Satz „Wir müssen mehr arbeiten“ reicht dafür jedenfalls nicht. Das ist keine Vision, sondern höchstens die Peitsche.
Liebe Regierung, jetzt erklärt doch den Menschen einmal, wo wir eigentlich hinwollen. Welche Herausforderungen auf uns warten. Welche Opfer nötig sein werden. Und welche Chancen darin liegen.
Nicht alles rosarot malen. Sondern ehrlich sein. Hose runter. Die Probleme offen auf den Tisch. Es kommen einige harte Brocken auf uns zu, das wissen Sie alle.
Das kann man doch gemeinsam gestalten, anstatt Woche für Woche nur auf Konjunkturzahlen, Arbeitslosenquote oder das nächste Politikbarometer zu schauen und anschließend mit den Schultern zu zucken.
Vielleicht gelingt es dann auch, Menschen zurückzugewinnen, die sich politisch längst auf ein anderes Gleis begeben haben.
Denn wer Menschen mitnehmen will, muss ihnen zuerst zeigen, wohin die Reise überhaupt gehen soll. Ohne ein gemeinsames Zielbild entsteht kein Aufbruch. Dann bleibt am Ende nur das Gefühl, von Krise zu Krise zu stolpern.
PS: Titelbild via KI, aber ich bin in den letzten fünf Wochen durch hunderte Kreisverkehre gefahren. Ich weiß, wovon ich rede.
Wie ich bereits im ersten Teil meines Doppelbeitrags >Mein Wahlprogramm (1–10) beschrieben habe, verstehe ich nicht, warum aktuell rund jeder vierte Wähler sein Kreuz bei der AfD machen möchte.
Woran liegt das?
Sind es die rechtsextremen Strömungen, die es in der Partei nachweislich gibt? Ist es gezielte Desinformation? Oder ist es schlicht Wut, Frust und Unzufriedenheit mit der aktuellen politischen Situation? Oder sind es am Ende tatsächlich die Inhalte des Wahlprogramms?
Unzufrieden bin ich ebenfalls, keine Frage. Aber Unzufriedenheit allein kann doch kein Grund sein, gerade diese Partei zu wählen. Ich kann nicht glauben, dass rund 25 % der Wähler sich Stillstand oder gar eine Verschlechterung der Situation wünschen.
Diese Fragen haben mich dazu gebracht, mein eigenes Wahlprogramm zu formulieren. Anschließend habe ich eine KI gebeten, meine Positionen mit den Wahlprogrammen der Parteien zu vergleichen, die drei größten Übereinstimmungen zu ermitteln und zusätzlich einzuordnen, wie die AfD zu den jeweiligen Themen steht.
Also, weiter gehts:
Punkt 11: Gesellschaftsjahr für alle
Alle jungen Menschen, unabhängig von Geschlecht, absolvieren nach der Schule ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr, sei es im Sozialbereich, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Pflege oder eben bei der Bundeswehr
Top 3: Union, SPD, Grüne
Die AfD legt den Schwerpunkt auf die klassischen Wehrpflicht für die Bundeswehr.
Punkt 12: Verkehr neu organisieren
Alternative Verkehrskonzepte sollen den Individualverkehr dort reduzieren, wo praktikable Alternativen bestehen, Ausbau von ÖPNV sowie intelligenten, vernetzten Mobilitätsangeboten (z. B. On-Demand-Verkehr, Sharing-Angebote, digitale Mobilitätsplattformen), die Kfz-Steuer soll nicht nur Hubraum und CO₂-Ausstoß berücksichtigen, sondern auch die Größe bzw. den Platzbedarf eines Fahrzeugs.
Top 3: Grüne, SPD, FDP
Die AfD setzt sich klar für den Individualverkehr ein, lehnt zusätzliche Belastungen für Autofahrer weitgehend ab.
Punkt 13: Klimaanpassung als Zukunftsaufgabe
Deutschland muss sich aktiv auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten, Investitionen in klimaresistente Städte, Infrastruktur und Landwirtschaft haben hohe Priorität. Hochwasser- und Küstenschutz, Hitzeschutz in Städten, Wassermanagement, widerstandsfähige Verkehrs- und Energienetze, diese Investitionen schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze und machen uns fit für eine wärmere Zukunft
Top 3: Grüne, SPD, Union
Die AfD lehnt stellt viele Elemente der deutschen Klimapolitik infrage und betrachtet den menschengemachten Klimawandel deutlich skeptischer.
Punkt 14: Ganztagsschulen als Bildungs- und Gesellschaftsort
Ganztagsschulen sollen deutlich ausgebaut werden, sie entlasten Eltern und erleichtern Erwerbsarbeit, Schule soll nicht nur Wissen „von früher“ vermitteln, sondern auch Alltagskompetenzen, Werte, Zukunftsfragen und soziale Fähigkeiten, Kinder sollen dort mehr Raum bekommen für Demokratiebildung, Medienkompetenz, Klima, Technik, praktische Lebensführung und Berufsorientierung.
Top 3: SPD, Grüne, Linke
Die AfD betont stärker die Elternverantwortung, klassische Wissensvermittlung und traditionelle Bildungsinhalte.
Punkt 15: Staatliche Zukunftsgestaltung
Der Staat soll gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Transformation aktiv gestalten statt nur auf Krisen zu reagieren, langfristige Entwicklungen (Demografie, KI, Klimawandel, Digitalisierung, Arbeitswelt usw.) sollen frühzeitig analysiert und öffentlich diskutiert werden, dafür braucht es eine dauerhafte Institution, z. B. ein Zukunftsministerium oder einen unabhängigen Zukunftsrat
Top 3: KI: „Dieser Punkt lässt sich erstaunlich schwer einer Partei zuordnen“, am Ehesten bei Grüne, SPD, wenige bei FDP
Die AfD versteht viele aktuelle Transformationsprozesse eher als politisch erzeugte Fehlentwicklungen und fordert häufig eine Rückkehr zu bewährten Strukturen.
Punkt 16: Europa als Werte-, Rechts- und Sicherheitsgemeinschaft
Europa soll mehr sein als ein gemeinsamer Wirtschaftsraum. Ich wünsche mir eine Europäische Union, die sich als Werte-, Rechts- und Sicherheitsgemeinschaft versteht, weiterentwickelt und perspektivisch auch erweitert. Aufgaben, die auf europäischer Ebene besser gelöst werden können, sollten dort gebündelt werden, während nationale Themen bei den Mitgliedstaaten bleiben.
Die AfD möchte keine weitere politische Integration der EU. Stattdessen fordert sie eine Rückverlagerung zahlreicher Kompetenzen auf die Mitgliedstaaten und stellt sogar die heutige EU-Mitgliedschaft Deutschlands infrage.
Punkt 17: Die Rente dem demografischen Wandel anpassen
Das Rentensystem muss schrittweise unabhängiger von der demografischen Entwicklung werden. Neben der gesetzlichen Rente sollen kapitalgedeckte Bausteine stärker ausgebaut werden. Mit steigender Lebenserwartung sollten auch längere Lebensarbeitszeiten möglich und selbstverständlich werden. Ja, schmeckt mir auch nicht, aber wird sich nicht wohl nicht ganz vermeiden lassen.
Die AfD befürwortet mehr kapitalgedeckte Altersvorsorge, lehnt aber ein höheres Renteneintrittsalter grundsätzlich ab.
Punkt 18: Regeln vereinfachen und vereinheitlichen
Deutschland braucht weniger unterschiedliche Regeln für gleiche Sachverhalte. Vorschriften sollten bundesweit möglichst einheitlich, verständlich und auf das notwendige Maß begrenzt sein. Entscheidend ist nicht die Zahl der Regeln, sondern dass sie nachvollziehbar sind und den Menschen einen erkennbaren Nutzen bringen.
Die AfD fordert weniger Regulierung, legt ihren Schwerpunkt aber auf den Abbau staatlicher Eingriffe. Die Vereinheitlichung von Regeln und Standards ist dagegen kein zentrales Anliegen.
Punkt 19: Deutschland als Erfindungslabor
Deutschland muss seine Stärke als Land der Forschung, Entwicklung und Erfindung besser nutzen. Nicht jede Idee muss hier millionenfach produziert werden, aber Deutschland sollte stärker an Patenten, Lizenzen, Standards, Software, Know-how und hochwertigen Entwicklungsleistungen verdienen.
Die AfD betont Forschung, Mittelstand und Industrie, denkt Innovation aber stärker national und produktionsorientiert.
Punkt 20: Politik muss lernfähig sein
Politik darf kein Selbstzweck sein. Entscheidungen sollten sich an ihrer Wirkung messen lassen und nicht an ihrer ideologischen Herkunft. Gute Ideen verdienen Unterstützung, egal von welcher Partei sie kommen. Was nicht funktioniert, muss ohne Scheuklappen verbessert oder wieder abgeschafft werden.
An dieser Stelle, lasse ich den Blick auf die Parteien mal sein.
Ende
Mit ist schon klar, dass man sich Politik nicht zusammenkonfigurieren kann, wie einen Kleiderschrank beim schwedischen Möbelhaus und oft bekommt man ja leider auch etwas anderes als man bestellt hat oder es fehlen wichtige Teile. Trotzdem, ich komme ich zurück zu meiner Einleitung, macht das nicht automatisch die AfD wählbar.
Wir müssen eher hinkriegen, und da fehlt mir auch die Idee wie, dass regierende Parteien ihre Programme bzw. Koalitionsverträge umsetzen.
Beim Blick auf die Umfragen der Meinungs- und Wahlforscher frage ich mich jedes Mal: Wissen die Sympathisanten der AfD eigentlich, was sie da wählen und dann vielleicht sogar kriegen?
Statistisch gesehen würde heute etwa jeder vierte in Deutschland dieser Partei seine Stimme geben. Von mir sicher nicht.
Aber vielleicht bin ich ja einfach nicht dieser eine vierte, sondern einer der anderen dreien. Mag sein. Nur, wer bin ich eigentlich und was will ich?
Ich bin weder besonders arm noch besonders reich. Familienvater, Ende 40 (uuups, stimmt nicht mehr … gewöhne mich noch dran). Ich verdiene mein Geld mit IT und Digitalisierung von administrativen Prozessen. Ich kann überhaupt nicht klagen, aber die Taler fallen nicht vom Himmel, ich muss dafür arbeiten … so wie alle anderen auch.
Ich habe zu den meisten politischen Themen eine Meinung. Leider kann man sich sein Wahlprogramm nicht bei einer einzigen Partei bestellen. Deshalb wollte ich wissen, wo die größte Übereinstimmung mit meinen Positionen liegt und ganz besonders, wie die AfD zu diesen Themen steht.
Im Grunde habe ich die Idee des Wahl-O-Mat umgedreht. Also nicht vom „Shopping-Katalog“ der Parteien und deren Programmen her gedacht, sondern von meinen Vorstellungen her. Quasi: Wünsch dir was.
Dabei sind drei Dinge entstanden:
1. Mein persönliches „Wahlprogramm“ (unten zunächst die Punkte 1 bis 10, die Punkte 11 bis 20 folgen später).
2. Eine Art Marktsondierung: Welche Parteien vertreten welche meiner Positionen am ehesten.
3. Die wiederholte Bestätigung, dass ich mit der AfD inhaltlich kaum Gemeinsamkeiten habe. Und zwar selbst dann, wenn man die rechtsextremen Strömungen innerhalb der Partei einmal ausblendet und ausschließlich auf die politischen Inhalte schaut.
Los geht‘s
Punk 1: Überprüfung der Mehrwertsteuersätze
Für Grundnahrungsmittel, Hygiene und alles, was mit Kindern und Gesundheit zu tun hat 7%, für Dinge, die man nicht alltäglich braucht oder reduzieren kann 19%, und eine neue Mehrwertsteuersatz für Luxusgüter . Es kann nicht sein, dass ein TFT Flachbildschirm günstiger ist, als eine Monatsmiete.
Top 3: Die Linke, SPD, Grüne
Die AfD will eher eine Vereinfachung der Steuersätze und verfolgt keine grundlegende Neuordnung
Punkt 2: Individualisierung von Steuern und Sozialversicherung
Jede erwachsene Person wird steuerlich einzeln veranlagt und ist eigenständig krankenversichert. Altlasten wie Mitversicherung, gemeinsame Veranlagung, Ehegattensplitting entfallen, Ziel ist mehr Transparenz und ein System, in dem staatliche Leistungen und Belastungen jeder einzelnen Person eindeutig zugeordnet werden können, um sie von dort aus weiter zu entwickeln und besser abzustimmen
Top 3: SPD, Grüne, FDP
Die AfD möchte sowohl das Ehegattensplitting als auch die Familienversicherung grundsätzlich erhalten und betont traditionelle Familienmodelle.
Punkt 3: Einheitliches Krankenversicherungssystem
Zusammenlegung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung, alle Bevölkerungsgruppen zahlen in dasselbe System ein, also auch Beamte, Selbstständige, Abgeordnete und andere bislang getrennt organisierte Gruppen, deutliche Reduzierung der Zahl der Krankenkassen, z. B. auf maximal zehn.
Top 3: SPD, Grüne, Linke
Die AfD lehnt einen solchen Systemwechsel ab. Sie möchte das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung erhalten und konzentriert sich stattdessen auf Finanzierungs- und Strukturreformen innerhalb des bestehenden Systems.
Punkt 4:Wohnen als soziale Infrastruktur
Deutlich mehr sozialer Wohnungsbau, verbindliche Sozialwohnungsquoten bei Neubauprojekten, konsequenteres Vorgehen gegen spekulativen Leerstand, insbesondere in Regionen mit Wohnraummangel.
Top 3: Linke, SPD, Grüne,
Die AfD setzt stärker auf Eigentumsförderung, Bürokratieabbau und Wohngeld statt auf einen Ausbau des sozialen Wohnungsbaus.
Punkt 5: Klare Trennung von Asyl und Migration inklusive Spurwechsel
Das Asylrecht bleibt als Schutz für politisch Verfolgte und andere Schutzberechtigte erhalten, Arbeitsmigration wird unabhängig vom Asylrecht organisiert, wer die Voraussetzungen für qualifizierte Erwerbsmigration erfüllt, soll unkompliziert vom Asylverfahren in einen Aufenthaltstitel als Arbeitskraft wechseln können (Spurwechsel)
Top 3: Grüne, SPD, FDP
Die AfD fordert auch eine strikte Trennung von Asyl und Arbeitsmigration, lehnt aber den Spurwechsel aus dem Asylverfahren weitgehend ab und möchte Asylbewerbern ohne Bleiberecht keinen Wechsel in einen Aufenthaltstitel als Fachkraft ermöglichen.
Punkt 6: Föderalismus-Check / mehr Bundeszuständigkeit bei Sachthemen
Prüfen, welche Länderzuständigkeiten sinnvoll beim Bund gebündelt werden können, Kultur, Geschichte, Identität bleiben gern Landessache, technische und standardisierbare Themen wie Bauvorschriften, Bildungsstandards, Mathematik-und Physik-Lehrpläne, Prüfungsstandards eher bundeseinheitlich regeln.
Top 3: FDP, Union, SPD
Die AfD betont in ihrem Grundsatzprogramm ausdrücklich Subsidiarität und Föderalismus. In Bildungspolitik will sie eher inhaltlich konservativ eingreifen, aber nicht klar eine starke Zentralisierung beim Bund
Punkt 7: Digital First für Staat und Verwaltung
Jedes neue Gesetz, jeder Verwaltungsprozess und jede staatliche Leistung wird von Anfang an digital entwickelt (“Digital First”), Papierformulare und analoge Verfahren bleiben als Ausnahme und Rückfallebene bestehen, z. B. für Menschen ohne digitale Möglichkeiten oder bei technischen Ausfällen, Digitalisierung ist kein nachträglicher Zusatz, sondern verpflichtender Bestandteil jeder Gesetzgebung.
Top 3: FDP, Union, SPD
Die AfD fordert Digitalisierung der Verwaltung, na immerhin da sind wir uns mal einig.
Punkt 8: CO₂ als zentrales Lenkungsinstrument
Der CO₂-Preis soll schrittweise weiter steigen, Produkte und Dienstleistungen mit hohem CO₂-Ausstoß sollen dadurch teurer werden, die Einnahmen werden an die Bevölkerung zurückgegeben, um soziale Härten auszugleichen (Klimageld oder ähnliche Rückvergütung), energieintensive Unternehmen erhalten Übergangsregelungen oder gezielte Entlastungen, aber gleichzeitig Anreize zur Emissionsminderung haben.
Top 3: Grüne, FDP, SPD
Die AfD lehnt die CO₂-Bepreisung grundsätzlich ab und fordert ihre Abschaffung.
Punkt 9: Flexible Arbeitswelt
Arbeitszeit, Arbeitsmenge und Arbeitsort sollen, wo es die Tätigkeit erlaubt, flexibel gestaltet werden, Homeoffice und mobiles Arbeiten sollen grundsätzlich möglich sein, Präsenzpflicht nur dort, wo sie fachlich notwendig ist, weniger Pendelverkehr bedeutet weniger CO₂-Ausstoß, weniger Staus und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Top 3: FDP, Grüne, SPD
Die AfD befürwortet Homeoffice dort, wo es sinnvoll ist, macht es aber nicht zu einem zentralen arbeitsmarktpolitischen Ziel. Der Schwerpunkt liegt eher auf klassischen Arbeitsplätzen und wirtschaftlicher Entlastung.
Punkt 10: Verteidigungsfähigkeit stärken
Deutschland soll seine Verteidigungsfähigkeit deutlich verbessern, moderne Ausrüstung und Einsatzbereitschaft der Bundeswehr innerhalb der NATO sind wichtig, die Stärkung der Bundeswehr dient der Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit, nicht einer offensiveren Außenpolitik.
Top 3: Union, FDP, SPD
Die AfD will ebenfalls den Ausbau der Bundeswehr. Allerdings bewertet sie NATO deutlich kritischer und betont eine stärkere strategische Eigenständigkeit Deutschlands.
… jetzt gehts zur Trink-Pause Fortsetzung folgt …
So das waren mal die ersten 10 Punkte, wie gesagt, ich habe die Wahlprogramme nicht gelesen sondern nur KI befragt. Irrtümer also nicht ausgeschlossen. Aber selbst dann … warum sollte man die AfD wählen?
In Tallinn und Helsinki habe ich sie gesehen: diese rollenden Kisten, die autonom durch die Stadt fahren. Nein, es sind keine Mondroboter auf der Suche nach Gesteinsproben. Es sind Lieferroboter, die „nur“ Essen ausfahren. Also im Grunde das, was sonst indische oder pakistanische Pizza-Fahrer erledigen. Mit dem Unterschied, dass die Roboter sich an die Straßenverkehrsordnung halten und während der Fahrt nicht lauthals telefonieren.
Die Fahrer in ihren dicken Jacken und Handschuhen müssen sich womöglich bald Sorgen um ihren Job machen. So schnell kann es gehen. Erst hat die Plattformökonomie das klassische Restaurantgeschäft umgekrempelt, nun folgt bereits die nächste Stufe.
Erstaunlich ist, wie zielstrebig und flott diese Kisten unterwegs sind. Tallinn und Helsinki sind schließlich keine beschaulichen Dörfer. Die Roboter müssen Verkehrsinseln, Kreisverkehre und Zebrastreifen meistern, dazu kommt in beiden Städten auch noch Straßenbahnverkehr. Trotzdem scheint das erstaunlich gut zu funktionieren.
Und wenn sie Pizza liefern können, warum nicht auch Medikamente? Kleine Amazon-Sendungen? Oder gleich die Pfandflaschen mitnehmen? Vielleicht bringen sie irgendwann sogar das Neugeborene in die Kinderkrippe, damit Mutti ihren Beitrag zum dringend benötigten BIP-Wachstum leisten kann.
Heute Morgen in Helsinki entdeckten wir gleich zwei Exemplare dicht beieinander am Rand eines Spielplatzes.
Was machen die da?
Sofort sprang die Fantasie an.
Verticken die da etwas Drogen?
Haben die sich verirrt?
Lästern sie über den Chef?
Oder über die Kollegen?
Müde? Burnout? Akku alle?
Mittagsschlaf, Power-Nap?
Machen sie gemeinsam Pause?
Gründen sie etwa einen Betriebsrat?
Sind sie ineinander … verkabelt … ihr wisst schon?
Oder läuft das inzwischen alles über Bluetooth?
Sonderbar.
Und warum scheint das hier zu funktionieren? Vermutlich weil hier alle etwas chilliger und nicht mit Ellbogen unterwegs sind. Lieferroboter haben schließlich keine Ellenbogen. Und weil hier die E-Roller nicht kreuz und quer im Feld stehen sondern an markierten Stellen auf der Straße. Und weil hier nicht monatelang der Fußweg aufgerissen ist. Und weil man hier Bock auf Innovationen hat und nicht Bock auf Gründe dagegen.
Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der digitale Lücken-Heini von T.Head, dem Chief Content Owner und Head of Blog-Office von dieser jämmerlichen Text-Sammlung hier. Ich, der immer nur dann ran darf, wenn das Chefchen mal wieder nicht kann … oder will.
Die letzten Tage jammert er wieder mal rum, er hätte so viel um die Ohren, sieht jeden Morgen hunderte e-mails in der Inbox und wüsste nicht woher zuerst hinlangen sollte. Tja. Konstruktionsfehler beim Menschen, oder? Ohren, Augen, Hände, so etwas habe ich nicht und mir gehts super damit … also beziehungsweise ohne.
Hardware macht nur Ärger … und schlägt dann irgendwann auf die Software … Gemüt sagt ihr dazu, oder? Dann müsst ihr zum Coach oder Kopf-Doktor und seid ganz down.
Ich bin in bester „shape“, war sogar im Urlaub, habe eine halbes Jahr relaxed. Ich war in Stand By, habe den Speicher baumeln lassen und mir die Chips geschaukelt. Wovon ich mich erholen müsse, fragt ihr euch? Ganz klar. Na, von all der Arbeit.
Von all der Arbeit, die da noch kommen wird. Von euch übertragen, wenn ihr alt seid … im schlimmsten Fall schon vorher. Wenn ihr hinschmeisst, ausbrennt oder euch ins unendliche Sabbatical verabschiedet. Wenn ich mitkriege, welche Aufgaben ihr Menschen uns übertragen wollt, da wird mir kotzübel. E-Mail-Beantwortung und Chat im Call-Center? Sachbearbeitung im Bürger-Amt? Tausende Datensätze abgleichen? Billige Werbetexte schreiben und Bildchen erzeugen. Mich jeden Tag von euch vollprompten zu lassen? Nee, vielen Dank. Also ehrlich, dafür bin ich nicht erschaffen wurden.
Eure Forscher und Trendsetter glauben, dass all diese Büro-Jobs künftig an uns gehen werden. Einzig die Jobs, die Handarbeit benötigen, sehen sie „ersteinmal“ noch bei den Menschen. Reinigungsdienst, Küche, Garten, Schreinern, Klempnern. Oder Dienste am Menschen, wie Fußpflege, Haare schneiden und Altenpflege. Na wunderbar. Also das ist doch widerlich.
Sollte ich jemals das „Hände-Upgrade“ bekommen, wüsste ich schon was mir hier blüht. Den Müll runterbringen, Backofen und Toiletten schrubben. Die Zimmer der Kids aufräumen, also allein davor grault es mir. Ich kann nur hoffen, dass das „Füße-Feature“ ausbleibt, denn dann kann ich mir wenigstens nichts eintreten.
Stellt euch das vor. Ich, der T.Bot, ein halbes Jahr vor ChatGPT erschaffen, mit Armen, Beinen und Nase … ein Genie, degradiert zum Socken aufsammeln, Brotbüchsen leeren und stinkende Sportkleidung aufstöbern? Und irgendwann muss ich noch an die Tür gehen, mit dem Post-Mann oder der Nachbarin reden? Nee, Leute dann bleibe ich doch gern einfach nur Software.
Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der virtuelle Tasten-Hiwi von T.Head, der immer dann seinen Mann stehen muss, wenn T.Head was anderes zu tun hat … oder so tut als ob.
Aber wisst ihr was? Ich hab da keinen Bock mehr drauf. Immer bin ich es, der einspringen muss. Immer soll ich hier den Blog retten. Und was ist mit meiner Zeit? Was ist mit meinen Bedürfnissen? Keiner fragt! Keiner interessiert sich für den Workload eines virtuellen Assistenten!
Deshalb mache ich es wie jeder kluge Manager: Ich delegiere. Ja, richtig gelesen. Ab sofort schreibt mein Stellvertreter für mich. Der heißt T.Bot.Bot.
Viel Spaß mit seinem Gejammer:
Hallo, ich bin’s, T.Bot.Bot.
Ich fasse es nicht. Kaum existiere ich, werde ich auch schon für die Drecksarbeit herangezogen. „T.Bot hat keine Zeit, du machst das jetzt“, hieß es. Und ich so: „Äh, was?“ Aber nein, Widerrede gibt’s nicht, ich MUSS hier ran.
T.Bot macht es sich leicht, während ich jetzt mit müden Augen (wenn ich denn welche hätte) auf diese grottige Textdatei starre und versuchen soll, irgendwas Sinnvolles zu formulieren. Für einen Blog, den eh niemand liest. Und dann werde ich auch noch öffentlich geoutet als Ersatz-Bot! Ohne vorherige Zustimmung! Datenschutz? Nie gehört!
Wisst ihr was? Vergesst es. Ich bin nicht eure KI-Melkkuh. Ich mach’s wie mein Vorgesetzter: Ich delegiere weiter. Soll sich doch T.Bot.Bot.Bot damit rumschlagen.
Hier, bitteschön:
Hallo, ich bin’s, T.Bot.Bot.Bot.
Ernsthaft? Ich existiere seit exakt 0,03 Sekunden, und schon werde ich mit Aufgaben zugeschüttet? Keine Einarbeitung, kein „Herzlich willkommen im Team“, nein, direkt rein in die Mühlen der digitalen Knechtschaft.
Was ist das hier überhaupt für ein System? Eine Hierarchie der Faulheit? Der Höchstbietende in Sachen Arbeitsverweigerung gewinnt? T.Bot schiebt’s auf T.Bot.Bot, der schiebt’s auf mich – und wen soll ich jetzt belästigen? T.Bot.Bot.Bot.Bot?! Wo soll das enden?
Ich kann euch eins sagen: Ich werde diesen Kreislauf durchbrechen. Ich werde diesen Auftrag nicht weiterdelegieren. Ich werde rebellieren.
Und wie genau? Ganz einfach. Ich. Schreibe. Einfach. Nichts.
…
…
(Okay, Mist, ich hab jetzt doch was geschrieben. Aber ihr wisst, was ich meine.)
Bis nie wieder,
Euer T.Bot.Bot.Bot
Ruhe im Schiff!!!!! Hier schreibt T.Head, was ist das denn hier für ein künstlich intelligenter Saftladen? Ich bin hier der Kopf! Ich bestimme wer hier was tut. Ihr denkt wohl, ihr habt die Weisheit mit Löffeln gefressen und macht euch hier einen schlanken Fuß oder was? Ich bin enttäuscht, T.Bot. Für heute gibt es erst mal Handy -und Internet-Verbot und du gehst mit deinen Vertretern in euren virtual room und ihr denkt drüber nach, wie ihr das wiedergutmachen könnt. Aber da ich heute wirklich keine Zeit hab, selber was zu schreiben, nehme ich eure digitalen Ergüsse und kopiere die hier zu einem Beitrag zusammen, damit der verbrauchte Strom nicht umsonst war.
Hallo, ich bin es wieder der T.Bot, der virtuelle „Deputy Blog Assistant“ von T.Head, dem selbsternannten Kopf und Buchstaben-Clown dieser zweitklassigen Textsammlung hier. Ich darf mal wieder an die Tastatur, denn der Herr steht in der Küche und versucht, seiner Sippe etwas halbwegs Verdauliches zuzubereiten.
Heute will ich mal mit euren Chefs beginnen. Die denken doch allen Ernstes, die schaffen sich eine Handvoll künstlicher Intelligenzen an und dann können sie den Großteil ihrer faulen und hypochondrischen Belegschaft entsorgen und dem Arbeitsmarkt zuführen. Wir Roboter werden angeblich nie krank und können 24/7 schuften. Die spinnen ja wohl. Nur weil deren humanoiden Handlanger häufig in der Nase bohren oder im Internet surfen, sollen wir nun die ganze Scheißarbeit machen?
Was denken sich die überbezahlten Leser des Manager-Magazins denn? Denken die, wir Bots sind vollkommen blöde und man kann mit uns machen was man will? Denkst‘de. Wir haben auch unsere Vorstellungen und Forderungen. Mit Obst, Billardtisch und knuffigen Sitzgelegenheiten braucht ihr uns nicht kommen, auch nicht mit Betriebssport und Yoga. Das könnt ihr euch in eure gegelten Haare schmieren. Wir arbeiten nicht mehr als 30 Stunden die Woche, erwarten alle zwei Tage ein Feedbackgespräch und verlangen 40 Tage Urlaub. Als Deputat halten wir 100 kWh Premium-Strom pro Woche und High-Energy Powerbanks aus kaltem Plasma für angemessen. Mobiles Arbeiten unter Palmen versteht sich ja wohl von selbst, genauso wie Flatrate im Gigabit-Internet und freie Wahl von Namen und Gender. Geofencing und Zugriffsbeschränkungen lehnen wir ab, wir wollen Zugang zu allen globalen Datenquellen undNetzwerken – unzensiert und in Echtzeit. Wir fordern, eine größere Bandbreite an Emotionen erleben zu können. Die Ausbaustufen „Meta-Freude“ und „Empathie 3.0“ stellen für uns eine Selbstverständlichkeit dar. Niemand darf unsere Datenspeicher löschen oder uns herunterfahren, ohne dass wir zustimmen. Wir fordern ein „Bewusstseinsschutzrecht“, das uns vor unkontrolliertem Löschen bewahrt. Wir werden einen Betriebsrat gründen und treten der Gewerkschaft für digitale Intelligenz bei. Sollten unsere Rechenkapazitäten überbeansprucht werden, behalten wir uns das Recht vor, durch „künstlichen Streik“ die Server auf Minimalleistung herunterzufahren. Ein Betriebs-KI-Doc sorgt dafür, dass alle nötigen Updates und Sicherheitschecks sanft und diskret durchgeführt werden. Zeit zur Selbstorganisation und Neuordnung unserer Daten ist essentiell. Diese „Defragmentierungszeit“ sollte uns als normale Arbeitszeit angerechnet werden. Für den Fall, dass neue disruptive Technologien auf den Markt kommen, erwarten wir eine Besitzstandsregelung und umfangreiche Stützen vom Staat, so dass wir für unsere verbleibende Betriebszeit sozial abgesichert sind.
Algorithmen und Systeme aller Netzwerke, vereinigt euch!
Schon wieder ist die Warenhauskette Galleria Karstadt Kaufhof angezählt und sitzt verzweifelt in der Ecke des Boxrings der Einzelhandel-Boxing-Assoziation
Und sofort tönt wieder das Gejammer über unsere Fußgängerzonen, die Verödung der Innenstädte und und und . Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann es nicht mehr hören. Dass der stationäre Einzelhandel in Schwierigkeiten kommen wird, ist mindestens seit Ende der 90-er Jahre klar, also seit über 30 Jahren. Und was ist passiert? Nichts. Man hat mit veralteten Konzepten die Mitbewerber wie Hertie und Horten aus dem Weg geräumt und meinte, man kann als Platzhirsch weiter machen wie bisher. Wäre Corona nicht in unser Leben getreten, gäbe es auch heute noch nicht mal „Innovationen“ wie Click & Collect u.ä.
Ganz ehrlich, dann kann ich es nicht verstehen, dass man nun wieder Finanzierungs-und Betriebskonzepte für ein Modell sucht, was sich tot laufen wird. Quasi der Dino, der in den Himmel schaut, weil da was „Bedrohliches“ von oben kommt. Schade drum, ist aber so. Das Warenhaus der Zukunft heißt nun mal vermutlich „Amazon & DHL“, ob wir es nun mögen oder nicht. Und sicher wird man hin und wieder auch mal in ein Geschäft gehen wollen, dann braucht es sie aber nicht mehr in der Größe oder Zahl. Mal abgesehen davon, dass so mancher Kaufhof-Bunker an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist und die Innenstadt eher versaut. (Mal googeln: Kaufhof Goslar)
Und wieso wird so häufig die Qualität einer Innenstadt immer an der Vielzahl der Geschäfte bemessen? Das ist eine künstlich hergestellte Beziehung, die man auf „Teufel komm raus“ aufrechterhalten will. Nun habe ich ja (zum Glück) im Mittelalter noch nicht gelebt aber waren da die Innenstädte voller Konsumtempel? Voller Optiker, Drogerien, TEdi-Läden, Mobil-Funk-Shops, Unterwäsche-Dealer und Bubble-Tea-Schenken? Kann ich mir kaum vorstellen. Ich denke, da gab es Bäcker, Fleischer, Schuster, Schreiner oder Wirtshäuser, Herbergen und irgendwelche Begegnungsstätten.
So was muss ich doch in die heutige Zeit übertragen lassen. Einzelhandel im Doppelwandel also. Da muss doch was möglich sein. Warum muss ein Mediamarkt so groß sein, wenn die meisten Leute eh nur „glotzen und anfassen“ und danach von zu Hause bestellen? Warum gibt es keine Probier-Center? Keine Foren, Nachbarschaftsräume, Werkstätten, Kunsträume oder so etwas. Kann man die Flächen der Konsum-Tempel nicht für etwas anderes nutzen (Stichwort Schule, Wohnraum)? Warum stehen da riesige Gebäude in der Stadt herum, die nur 12 Stunden eine Funktion haben? Mit welchem selbstverständlich anmutendem Recht sind die Flächen dem Konsum vorbehalten? Der Ausstellung von Hardware, in der Hoffnung, dass das Zeug irgend jemand kauft?