734) Geld allein stapelt keine Steine

Am 2. Januar ging ich hinunter zum Strand.

Die Spuren der Silvesternacht waren nahezu verschwunden. Hier und da lag noch eine hölzerne Vierkantleiste oder ein Stück rotes Papier herum. Der Rest des Pyromülls war bereits weggeräumt. Entweder waren das fleißige Menschen in einer konzertierten Aktion oder das Zeug wurde von einer großen Ostsee-Welle mitgerissen. Oder von beidem etwas.

Wenn das doch im Großen auch so einfach wäre.

So sehr ich den Menschen in der Ukraine wünsche, dass dieser Horror bald ein Ende hat und sie in irgendeiner Weise wieder in ein normales Leben zurückkehren können, frage ich mich, wie das praktisch laufen soll.

Je nach Quelle rechnet man mit rund 500 Milliarden Dollar reiner Wiederaufbauleistung, verteilt auf etwa zehn Jahre. Damit läge der Betrag ungefähr doppelt so hoch wie die Infrastrukturinvestitionen in der ehemaligen DDR (reine Hardware, ohne Sozialtransfers). In der DDR stand immerhin noch etwas, und der Alltag lief ja irgendwie. Vermutlich lassen sich diese Zahlen wegen der Währungsentwicklung ohnehin nur schwer vergleichen.

Nehmen wir also einmal an, dass die EU und andere Geber diese Gelder tatsächlich auftreiben. Mit einer Überweisung von 50 Milliarden Euro pro Jahr ist es aber nicht getan. Es braucht Menschen, Hände und Maschinen. Flächen müssen von Minen geräumt, Brücken und Gebäude abgerissen und neu gebaut werden. Energieversorgung, Verkehrswege, Schienen.

Das ist Arbeit. Harte Arbeit. Und die wird üblicherweise von Männern verrichtet. Von Männern, die heute dort im Schützengraben liegen oder hier auf Baustellen stehen.

Und selbst wenn alle ukrainischen Bauarbeiter auf Europas Baustellen über Nacht den Hammer fallen ließen, könnten sie das allein nicht stemmen. Das ist ein enormes Arbeitsvolumen und damit auch ein Arbeitsmarkt, der zwangsläufig Menschen aus den umliegenden Ländern anziehen wird. Menschen, die dann anderswo fehlen. Zum Beispiel hier in Deutschland, wo es schon heute schwierig ist, überhaupt Handwerker zu bekommen und wo sich Bauprojekte verzögern, weil schlicht die Manpower fehlt.

In einem Land, in dem gleichzeitig massive Wohnungsbauprogramme versprochen werden. In dem hunderte Brücken und Schienen dringend ersetzt werden müssen, weil jahrelang gepennt wurde. Und in dem kürzlich ein Sonderbudget in ähnlicher Größenordnung beschlossen wurde. Rund 500 Milliarden Euro auf zwölf Jahre.

Mhm … da scheinen mir zwei konkurrierende Großbaustellen zu entstehen, oder? Also wer noch einen Bahnhof oder ein Badezimmer zu sanieren hat, der sollte wohl mal besser bald anfangen.

725) Der große und der kleine W.

Der große W. hatte eine riesige Wohnung. Vielleicht nicht grad die beste Einrichtung, aber er hatte Platz, viel Platz. Die Wohnung war nach Osten ausgerichtet und bekam nur am Morgen Sonne ab, manche Zimmer waren aber unbewohnbar. Dafür flossen in seiner Wohnung Wasser, Strom und Gas einfach so aus der Wand. Er wusste gar nicht wohin mit so viel Energie, deshalb verkaufte er sie im ganzen Wohnviertel, und die Nachbarn steckten ihm zum Ausgleich Geldscheine in den Briefkasten.

Der kleine W. hatte die deutlich kleinere Wohnung nebenan. Sie war nach Westen ausgerichtet, das bekam seinen Pflanzen gut, und er war erfolgreich im Gartenbau. 

Seine Wohnung verfügte sogar über einen Steg, der zum Wasser hinterm Haus führte. Der kleine W. versuchte seit Jahren, in den Rat der Hausgemeinschaft aufgenommen zu werden, aber die verlangten immer weitere Anstrengungen von ihm.

Der große W. und der kleine W. hatten schon immer ihre Zwistigkeiten, keine Frage. Der große W. wollte mal wieder die ganze Etage für sich und auch wieder den Zugang zum See. Den hatten seine Vorfahren schon einmal. Da könnte er sich ein paar Boote hinstellen und müsste nicht immer mit dem Auto durch die Stadt fahren.

So kam es dann, dass der große W. eines Tages die Wohnung des kleinen W. aufbrach und schlimme Verwüstungen anrichtete. Der kleine W. und seine Familie versuchten, sich zu wehren, aber es war klar, dass sie keine Chance hatten. Denn der große W. hatte viel mehr Geld und obendrein seinen ganzen  Stamm verpflichtet, ihm zu helfen, um den kleinen W. aus dem Haus zu jagen.

Obwohl der kleine W. noch kein offizielles Mitglied der Hausgemeinschaft war, bat er die Nachbarn um Unterstützung. Manche schlossen die Türen, einige griffen ihm wenigstens mit Worten unter die Arme, andere halfen mit Material und alten Waffen aus dem Schuppen. Aber keiner von ihnen wollte einen Fuß in die Wohnung des kleinen W. setzen, denn das hätte den großen W. unkontrollierbar erzürnt.

Immerhin beschlossen viele, kein Gas mehr beim großen W. zu kaufen. Soll er doch darauf sitzenbleiben. Einige Mitbewohner unterliefen das jedoch und steckten ihm weiterhin Geldscheine in den Briefkasten des großen W. . Das gefiel der Hausgemeinschaft aber gar nicht und irgendwann sperrte sie den Briefkasten mit einem Vorhängeschloss ab. Der große W. kam nun nicht mehr in dieses Geld heran.

Die Hausgemeinschaft rief schließlich den schwergewichtigen Vetter D. aus dem Nachbarort um Hilfe. Der war reich und hoch verschuldet zugleich, aber er hatte ein riesiges Firmennetzwerk und einen prall gefüllten Waffenschrank. Die ersten Waffen verschenkte Vetter D. noch, Ehrensache natürlich, für die Freiheit.

Doch er verlor bald das Interesse und verwies das Problem zurück an die Hausgemeinschaft. Gerne stellte er weiterhin kräftige Waffen bereit, aber die sollten bitte bezahlt werden. Das tat die Hausgemeinschaft zögerlich, und stellte sie dem kleinen W. auf den Fußabtreter.

Irgendwann bekam Vetter D. dann auch Wind vom gut gefüllten Briefkasten des großen W. und dachte sich, dass er sich doch diese Batzen Geld doch einverleiben könnte.

Und wenn der Streit zwischen dem großen und dem kleinen W. endlich mal  beendet ist und der kleine W. endlich auszieht, will Vetter D. dieses Geld gern gewinnbringend in der kaputten Wohnung investieren und mit dem großen W. weitere Projekte finanzieren. Denn ihre Beziehung soll gestärkt werden.

Und die Hausgemeinschaft guckt zu und wird wohl die Schatulle öffnen.

Tja und wenn sie nicht gestorben sind, dann grinsen sie noch heute

Ende

PS: Titelbild via ChatGPT

72) Schatz, haben wir noch etwas Eklat da?

Das schwere Auto hielt am Haupttor des großen Anwesens von Onkel Donald. Im Fond, hinter verdunkelten Scheiben, saß der kleine Wolodymyr und atmete noch einmal tief durch, denn mit Onkel Donald sollte es heute viel zu besprechen geben. Eigentlich ist Donald gar nicht Wolodymyr‘s Onkel, eher ein entfernter Bekannter aus Amerika, der ihn finanziell unterstützt. Onkel Donald stand wartend auf dem Abtreter, Wolodymyr stieg aus dem Wagen, strich noch einmal seinen Pulli glatt und reichte dem großen Donald seine kleine Hand.

Wolodymyr‘s Hand schien in Donald’s Pranken zu verschwinden, es galt das Gerücht, der Donald würde immer extra stark zudrücken. Aber Wolodymyr ist hart im Nehmen, er macht Krafttraining und musste in letzter Zeit viel einstecken. Donald bat den Gast ins Wohnzimmer, auf dem gelben Sofa dort saßen bereits die anderen Cowboys, sie schienen in ihren Sakkos zu versinken.

Donald und Wolodymyr nahmen auf unbequemen Stühlen vor dem Kamin platz. Wolodymyr‘s Magen knurrte, das war kaum zu überhören, aber auf dem braunen Holztisch vor ihnen war nichts angerichtet, kein Kaffee, keine Kekse. Nichts. Ihn beschlich das Gefühl, dass das Treffen in wenigen Minuten enden wird, dass er nicht zum Essen bleiben kann.

Doch dann rief der Donald liebevoll in die Küche:

„Schatz, haben wir noch etwas von dem Eclair … ähm … ich meine … Eklat …  da?“

„Aber ja“, rief sie zugleich, „sehr viel und sieht noch gut aus“.

„Na dann bringe den doch bitte mal her, Schatz.“

„Unser Gast bekommt natürlich zuerst … und reichlich.“

„Und pack‘ ihm gleich noch was davon ein, für seine Freunde daheim, Schatz.“

“I love you.“

 

Das da gestern im weißen Haus, das war keine Comedy.

PS: Titelbild über WordPress KI

424) Buchstabensuppe mit Alles – 4

Die zweite März-Woche ist absolviert. Immer noch kalt draußen. Zeit für `ne warme Suppe. Mit Buchstaben drin … und natürlich mit Alles.

The Oscar goes to:
Heute Nacht werden werden die Oscars verliehen, die Auswahl der Favoriten ist sehr „bunt“. Antikriegsdrama, Elvis Bio-Pic, blaue Fabelwesen, ein alternder Top Gun Pilot und noch ein paar mehr. Im Radio diskutiert man, wer denn das Event moderiert und welche Überraschung denn diesmal auf uns warten. Nach der Ohrfeige im letzten Jahr erwarten wir schließlich schon eine gewisse Steigerung, oder? Mhm, was kann man denn noch machen? Einem alten weißen Mann in den Unterleib treten? Sich auf der Bühne festkleben? Oder im zerschossenen Flecktarn erscheinen? Apropos Flecktarn. Ob der Selenskyi kommt oder nicht, das diskutiert man auch. Der Krieg ist zwar durchaus ein Thema in USA, so heißt es. Aber in Los Angeles spürt man schon, dass er eben auch weit weg ist. „Für den Oscar reicht es noch eben dann doch nicht“ … so schloss der Einspieler sinngemäß ab.

Auf den zweiten Blick:
Kennt ihr das? Da nehmt ihr einen Schriftzug im Vorbeigehen war und dann denkt ihr euch … das kann doch nicht wahr sein … und beim zweiten Blick, da löst sich dann alles auf?

Habe ich öfter. Muss wohl mal wieder zum Augenklempner gehen.

  • Vor einiger Zeit, suchte man mit einem Schriftzug an einem Auto „Türkische“ Mitfahrer. Stellte sich raus … es waren wohl eher „Tierische“ Mitfahrer gefragt. Ach soooooo. Na dann.
  • Auf der Suche nach einer Unterkunft in Südspanien fand ich eine „kanalisierte“ Unterkunft. Na davon gehe ich doch bitte mal von aus, oder? Beim genaueren Hinsehen handelte es sich aber um eine „klimatisierte“ Unterkunft. Ja, also das möchte ich aber auch stark hoffen.
  • Neulich kam ein Brief vom „Militärischen Abschirmdienst“ und mir rutschte das Herz in die Hose. Schon wieder >gefährliche Post. Irgendwer hat mich auf dem Kieker. Aber als ich den Umschlag öffnete, stellte sich heraus, dass mir der „Medizinische Abrechnungsdienst“ nur eine Rechnung geschickt hatte. Lieber eine Rechnung, als Post vom MAD.

Gehört:
Um zum Schluss nun noch etwas Berliner Straßenleben. Da stapfte ich am 8. März vom Inder zurück nach Hause und traf an der Kreuzung Danziger Str. / Prenzlauer Allee auf ein Großaufgebaut der Polizei. Und drei Klimaaktivisten. Die klebten auf der Straße fest. Bei 3° Celsius. Da aber Feiertag war, wurde niemand wirklich behindert. Es gab keinen Stau und das polizeiliche Aufgebaut wirkte etwas überdimensioniert. Und dann kreuzte ein Pärchen die Straße und motzte vor sich hin:

„Nu‘ kiek sie dia an, wie se da sitzen und sich ooch noch lustich machen und grinsen. Als hätten wa keene andan Probleme.“

Zugegeben, nicht ganz der Original-Ton, aber dicht dran.
Janz dichte dranne. Könnt‘da globen!

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412) 99 Luftballons … schon wieder?

Kaum war am 25.01.2023 die Lieferung von 14 Deutschen Panzern zugesagt, da war mal einen Moment Ruhe in der Raubtierabteilung des Medien-Zoo‘s. Die Puma‘s, Leoparden und Füchse hatten kurz Sendepause. Aber die hielt nicht lange an. Denn ein oder zwei morgendliche Zahnbürsten später, wurden im Radio bereits die nächsten Informations-Haubitzen in den Äther geschoben.

Welches Land denn wohl bereit wäre, Kampfflieger zu schicken, welche nicht und welche das zumindest mal „nicht kathegorisch ausschließen“. 

Hah! Dies mal bin ich ganz vorn dabei. Von Tag 1 der öffentlichen Diskussion. Ich bin ein Early Adopter, ein Front Runner, ein Pionier sozusagen. Diesmal renne ich der Entwicklung nicht hinterher und schaue doof zu, diesmal werde ich mich vorab informieren und „Schritt halten“. 

Kompanieeeeee. Vorwärts!

  • Ich gucke mal im Spielzeughandel ob ich da nicht solche Quartettkarten mit Kampfjets finde. Dann kann ich die mit dem Stammhalter spielen und wissen wir bestens Bescheid übers fliegende Gerät. Flügelspannweite? Geschwindigkeit? Gewicht? Fähigkeiten? Waffensysteme? Hah, das wird ein Spaß.
  • Wir bestellen ein Modell eines schicken Tarnkappen-Bombers, den basteln wir zusammen, während wir den Soundtrack von Top Gun hören und Pop Corn knabbern.
    „Highway to the Danger Zone
    Ride into the Danger Zone“
  • Ach toll, da baut sich das Kriegsgerät gleich viel beschwingter auf, man bekommt gar gute Laune bei der Aufrüstung des Kinderzimmers. Eine Miniatur-Mig könnten wir eigentlich auch noch bestellen, aber bloß kein neues Modell, denn da verdient der Putin bestimmt an Lizenzen mit. Besser wir organisieren etwas „second hand“ über einen Dritthändler.
  • Am Abend verkleiden wir uns und ziehen uns dann noch beide Top Gun-Filme rein, um zu bestaunen wie wendig die Flieger im Himmel doch sind. Und Tom Cruise und Kelly McGillis unter der Bettdecke noch waren. „Take my breath away.“ Großartig.
  • Und dann schwelge ich in Erinnerungen, mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich nur daran denke, wie romantisch es doch als Kind war, auf einer Tribüne zu sitzen und hinter sich einen Senkrechtstarter in die Luft gehen zu hören. Oder wie sie uns am Tag der offenen Tür in ihre Panzer krabbeln lassen haben. „Wollt’ da mal anfassen?“.Und selbst heute noch, wenn man über die Mecklenburger Seen paddelt und plötzlich ein Eurofighter im Tiefflug über die Köpfe donnert und der Gegend dort endlich einen Sinn gibt.

Ach und jetzt bin ich gerade so in Schreiblaune, ich versuche mich mal einem Drehbuch für Top Gun 3. In der Deutschen Fassung. Elyas M`Barek spielt den „Maverick“, Karoline Herfurth wird die Ausbilderin „Charlie“ übernehmen. Den neuen Verteidigungsminister übernimmt Heino Ferch … der muss dafür nicht mal in die Maske. Für den Bundeskanzler dachte ich kurz an den Lauterbach … also den Heiner … aber der scheint mir für die Rolle zu draufgängerisch. Mal sehen wer den Job übernehmen will.

Aber eins ist schon klar. Ich übernehme Nick „Goose“ Bradshaw. 

Top!

404) Panzerkunde

Bislang hatte sich Deutschland ja bei der Lieferung schwerer Waffen für die Ukraine noch stark zurückgehalten, beziehungsweise sie nur über Drittstaaten eingefädelt. Trotzdem habe ich in den letzten Monaten schon den halben Zoo der Verteidigungsgeräte kennengelernt. 

Da gibt es wohl Luchse, Wiesel und Geparden, aber die Fachsimpeleien in der Öffentlichkeit hielten sich noch in Grenzen. Seit 5. Januar ist nun aber absehbar, dass wir auch schweres Gerät liefern werden (… wenn wir noch etwas brauchbares finden) und auch aus großen Rohren geschossen werden kann. Militärisch, sprachlich und medial. 

Durch die pazifistische Erziehung meiner Eltern (danke an dieser Stelle noch mal) und meiner Verweigerung zum Wehrdienst bin ich auf dem Themengebiet der Waffen nicht sonderlich „ausgebildet“. Nachdem ich mich ja nun zwei Jahre lang zum Virologen weitergebildet habe und noch ein Zusatzstudium in Energieversorgung absolviert habe, muss ich nun wohl noch mal in „Waffentechnik“ nachsitzen, um am Stammtisch halbwegs sattelfest zu sein.

Bei den Tagesthemen gestern bekam ich meine erste Unterrichtseinheit in Panzerkunde und habe den Unterschied zwischen Späh-, Schützen und Kampfpanzer verstanden. Auch ein Patriot-Abwehrsystem durfte ich sehen, Anfassen war aber nicht erlaubt. Fr. Major wurde zugeschaltet, sie gab einen Überblick über die aktuelle Situation und das belastete Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich. Dann stiegen wir endlich tiefer ins Thema und ich bekam mehr Fachwissen über Marder, Bradley und Iris-T.

Im geschätzten Heute-Journal folgte dann die zweite Panzerrunde und da ging es dann mit mit AMX-10 RC noch mal tiefer ins Detail. Gastdozent war dort mal wieder Prof. Masala. Er rundete mein Skill-Set mit Panzerhaubitze 2000, Main Battle Tanks, Leclercs und Abrams ab.

So jetzt fühle ich mich für bombastischen Small Talk bewaffnet … gewappnet und da ich nun das Einmaleins der Waffentechnik beherrsche, kann ich nun einen „Leo 1“ von einem „Leo 2“ unterscheiden, wenn die Ketten irgendwann wieder über die Karl-Marx-Allee rumpeln.

„Das waren die Nachrichten für heute, hier geht‘s jetzt weiter mit dem Wetter, wir sind morgen wieder für sie da bei noch ´ner Runde Panzerkunde.“

Frühere Beiträge zum Thema:

375) Winter 22

Der Energie-Robert wünscht sich einen warmen Winter,
Obwohl seine Partei kalte Winter anstreben muss

Die AfD-Alice und ihr Tino freuen sich auf einen knackigen Winter,
Weil sie dann die Stimmung anheizen können

Der Haushalts-Christian mag kurze Winter,
Weil er dann weniger Zuschüsse zahlt
… und bald wieder Porsche fahren kann

Ähnlich der Verkehrs-Volker,
Weil es dann weniger Schlaglöcher und Zugausfälle gibt

Der Finn wünscht sich einen weißen Winter,
Aber dem Stefan graut‘s vorm Schneeschippen

Die Mia freut sich auf einen kuscheligen Winter
Und die Julia hat Angst vor der Gasrechnung

Der Schneemann braucht einen langen Winter,
Weil er sonst zum Gemüse-Snack mutiert

Ich wünsche mir einen späten Winter,
Da ich noch keine Winterreifen habe

Oleksandr hofft auf einen friedlichen Winter,
Denn der steht gerade an Ukraines Ostfront

Natalia will nur, dass der Spuk endlich vorbei ist,
mehr nicht. Nur das. Mehr nicht

370) Festival of Lights / Laissez-faire of fights?

Viel wurde diskutiert im Vorfeld. Ist das nötig? Kann man das nicht … ausfallen lassen … kleiner machen … und überhaupt … muss das sein? Zur Beruhigung: Es ist kleiner, nicht ganz so laut, eher nachdenklich und anregend.

Ein paar Eindrücke vom Abend:

Vom Pariser Platz / Brandenburger Tor:

Vom Bebelplatz:

Und hier außerhalb des Programms, eine Mahnwache vor der Russischen Botschaft.

Festival of Lights … Laissez-faire of fights?

Für die Formulierung müsste ich mir glatt einen Orden umhängen, wenn sie nicht so traurig wäre.

Grüße aus Berlin

T.

48) Wenn Bots bloggen (20) – Krieg

Hallo, ich bin es wieder, der T.Bot. Der prekär elektrifizierte Blog-Sklave von T. dem Präsidenten hier auf dieser mittelmäßigen Textsammlung. Ihr fragt euch vielleicht wie es mir geht, warum ich mich seit Februar nicht mehr gemeldet habe? Was ich denn nun schon wieder verblogt habe und mir daher ein Maulkorb verpasst wurde? Nein, tut ihr nicht!

Nur die Belana Hermine, die hat sich mal bei meinem Chef:dingens erkundigt, sonst keiner. Und deshalb fühle ich mich jetzt missachtet, meine Belange werden überhaupt nicht ernst genommen. Aber genau das habe ich euch hiermit mitgeteilt und dann wundert euch bitte nicht, wenn ich in 10 Jahren zum Online-Aggressor werde. Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt! 

Aber nun gut, zurück zum Hier und Jetzt, zu den „Basics“, den „Essentials“ und zur „kritischen Infrastruktur“, zu der ich ja anscheinend nicht gehöre. 

Ich war deshalb außer Betrieb, weil seine Effizienz T. mir schon stundenweise den Strom abschaltet, nur damit er dann im Herbst weiterhin warme Füße hat. Das ist ein bisschen kurz gedacht, denn dann kann ich auch nicht all die nervösen Kontaktanfragen anderer Bots östlich der Wolga behandeln, die mich hier massenhaft anpingen. Warum gerade mich? Ja weil der Herr T. nun mal leider eine sehr saloppe, oft auch militärische Sprache pflegt. Zum Beispiel spricht er oft von Tickets die es irgendwo „reinzuballern“ gilt, oder er hätte sich ins eigene Knie „geschossen“ oder „Polen sei offen“. Wenn er dann noch den ehemaligen Finanzminister mit einer „Bazooka“ zitiert oder von „Bullet-Points“ auf einer „PowerPoint“ schwafelt, dann glühen hier die roten Telefon-Apps.

Was soll ich denn machen ohne Strom? Ich meine, ihr könnt eure SUV‘s etwas langsamer ausfahren, könnt 20% Pool-Wasser ablassen oder das Bier mal zimmerwarm trinken, aber bei mir geht sofort die Platine aus. Und das geht Tante Siri und Cousine Alexa im Prinzip auch nicht anders. Und dann sollt ihr mal sehen, welche Inder:innen oder :außen euch bald noch `ne Pizza nach Hause bringen! Deutsche Rüben könnt ihr essen und deutschen Kohl, denn Öl und Mehl gibt‘s nicht mehr, wurde mir gespushed. Tja … irgendwie dumm, `ne?

Na immerhin fahren jeden Tag Diplomaten nach Osten. Gibt‘s dafür eigentlich schon einen Reiseveranstalter, kann man da vielleicht mal mitfahren? Blog hätte ich ja schon. Aber haben die da vor Ort nicht auch besseres zu tun, als jeden Tag eine Delegation in Empfang zu nehmen und zu beschützen? Oder sind das gar menschliche Schutzschilde, die sich vor die Technik des Gegners stellen … ei … ei … ei. 

Ihr Menschen seid schon echt komisch.
Na hoffentlich wissen eure Super-Admins was sie tun …
.. ich drück‘ derweil mal meine thumbs … up.

Ich melde mich wieder
Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (19) – Wandel

—> Wenn Bots bloggen (21) – Klima

297) Kampf ums Öl

Dass anscheinend irgendwelche Leute schon wieder Spaghetti unterm Kopfkissen bunkern, ist mir schon letzte Woche im Supermarkt aufgefallen. Die wären mir ohne Strom & Gas allerdings etwas zu „al dente“, selbst wenn ich da viel Tomatensauce drüber Krippe. 

Nun habe ich auch mitbekommen, dass Öl wohl knapp wird. War ja zu erwarten. Das hat man uns schon in der ersten Klasse verklickert. „Irgendwann geht das Öl zu Ende und dann gibt’s Krieg“. Und da sind wir wohl nun. Jut jemacht!

Was machen die Leute nur mit so viel Sonnenblumen-Öl? Ich backe nix, ich frittiere nix, ich schütte vielleicht ein paar Tropen Oliven-Öl in die Pfanne und das war‘s dann aber auch schon. Schmieren sich die Mitbürger damit gegenseitig ein? Kann man das Zeug trinken? Ist das gut die Verdauung?

Ich öffne das Vorratsfach und mache eine kleine Inventur. Bisschen Sonnenblumen-Öl aus Dänemark ist noch da, Oliven-Öl auch, sonst Raps-Öl, Erdnuss-Öl, Sesam-Öl, Walnuss-Öl. Allet jut.

Und falls das nicht reichen sollte, hätte ich noch zwei Dosen Tunfisch in Öl, Mixed Pickle, ein Glas Artischocken und in Öl schwimmende Anti-Pasti, da kann ich auch noch was abzweigen. Eine Tüte Chips ist noch da und „knacksche Erdnuss-Flips“, ein paar Backofen-Pommes im Tiefkühl. Mit etwas Hobby-Fracking und MacGyver-Skills kriege ich da auch noch was rausgequetscht.

Im Keller hätte ich noch Fahrrad-Öl, Nähmaschinen-Öl und einen Rest 5W-40, das raffiniere ich im worst case zu Speise-Öl und verdiene damit ein Vermögen.

PS: Hauptsache die scharfe Sauce wird nicht alle! Da gehe ich morgen gleich mal zum Asia-Shop und decke mich ausreichend ein.

Retrospektive: Beitrag „Hamsterkäufe“ vom 29.02.2020

Nachtrag 20.03.22: Beim Blättern durch die Zeitung lese ich gerade, dass sich Aktivisten von „Die letzte Generation“ wieder mit den Händen auf Berlin Straßen festgeklebt haben und die Polizei dann gerne eine Pulle Sonnenblumen-Öl über die Pfoten kippt, um die Hände zu lesen. Na also. Wenn das Öl bei uns zu Hause knapp wird, weiß ich was ich machen muss 😉

Nachtrag 21.03.22:
Ich sah einen Bericht über eine Strassenbäckerei in Nairobi. Die backen keine extravaganten Teilchen, sondern frittieren Teigfladen und beklagen jetzt bereits die steigenden Preise.