755) Ich bin ein Mensch

Vorbei sind die Zeiten, in denen man durch das Auswählen von Ampeln, Treppen und Bussen beweisen musste, dass man ein Mensch ist und sich damit den Login auf Internetseiten verdient hat.

Heute reicht ein Klick auf: „Ich bin ein Mensch.“

Klingt erstmal wie ein Fortschritt. Ist aber eigentlich ein bisschen absurd. …

Denn während wir brav das Kästchen anklicken, passiert im Hintergrund die eigentliche Prüfung. Mausbewegung, Timing, Nutzer-Verhalten … alles wird analysiert. Die Checkbox ist nur noch Deko.

Und logisch betrachtet:

Wenn es nur eine Auswahl gibt … muss es ja stimmen, oder? 😉

Vielleicht wäre es ehrlicher mit mehr Optionen:

• Ich bin ein Chatbot

• Ich bin ein Haustier

• Ich bin ein Haushaltsroboter

• Ich bin eine Computer-Maus

• Ich bin nur hier wegen der Cookies

Dann würde wenigstens ab und zu mal jemand durchfallen.

 

PS: Titelbild via KI

 

733) Vom Ende der Maus her denken

Wenn man bedenkt, wie schnell Menschen denken können und wie lange es dauert, diese Gedanken in Worte zu fassen oder auf Papier zu bringen, könnte man durchaus von Verschwendung sprechen. Oder vielleicht treffender: von Unternutzung.

Noch absurder wird es, wenn man betrachtet, wie wir unsere Gedanken heute in Maschinen übertragen. Wir geben sie über Tastatur und Maus in Geräte ein, die selbst um ein Vielfaches schneller verarbeiten können als wir. Dazu bedienen wir eine Anordnung von rund hundert Plastikknöpfen und ein Objekt, dessen Name an einen lästigen Nager erinnert.

Das ist nicht nur ineffizient. Es ist auch ergonomisch problematisch. Schultern, Nacken und Ellbogen zahlen den Preis für eine Schnittstelle, die aus einer Zeit stammt, in der Rechenleistung knapp war, menschliche Arbeitsleistung aber noch nicht.

Beim Schreiben von Texten, dienstlich wie privat, kann ich inzwischen vieles einfach einsprechen. Das macht die Sache deutlich einfacher. Natürlich muss man am Ende noch einmal drübergehen, die eine oder andere „Nuschelei“ oder den Berliner Dialekt überarbeiten und bei der Rechtschreibung nachbessern …. was ich erstaunlich oft vergesse. Ich weiß. Zorry.

Für Mausklicks gibt es allerdings noch nichts wirklich Vernünftiges. Ich habe im Laufe der Zeit einen regelrechten Zoo an Mäusen bestellt. Die nächste Maus wurde kürzlich geliefert. Wenn sie gut ist, berichte ich darüber. Wenn nicht, landet sie im Schrank. Und ja, ich kenne unzählige Tastenkombinationen aus dem Effeff. Trotzdem gibt es bestimmte Operationen, vor allem außerhalb der Microsoft- und Apple-Welten, die sich schlicht nur per Mausklick erledigen lassen.

Und nun, rund vierzig Jahre nach ihrer Etablierung, haben wir immer noch kaum etwas anderes als die Computermaus, mit der wir monoton Buttons, pardon: „Schaltflächen“, anklicken. Wir sprechen davon, den Mars zu besiedeln, sitzen aber tagtäglich wie ein T-Rex vor Tastatur und Maus, um Quantencomputern und KI-Systemen per Klick zu verklickern, was wir von ihnen wollen. Das macht doch keinen Sinn.

Es wirkt weniger wie Zukunft, sondern mehr wie eine Episode der Flintstones.

Ich meine, ich will mir ja keinen Chip durch die Nase ins Gehirn schießen lassen. Aber gibt es nicht irgendetwas, das man zumindest zeitweise nutzen könnte, um Gedanken in Befehle für Computer zu übersetzen?

Natürlich setzt das Konzentration voraus, und man sollte wissen, was man in den nächsten Minuten erreichen will. Man sollte nicht beim Erstellen der Geschäftsjahresbilanz nebenbei an den Einkaufszettel denken oder an das längst überfällige Candle-Light-Dinner mit der Liebsten. Das könnte zu eigenartigen Ergebnissen führen, die man vielleicht doch besser nicht sofort automatisch publiziert.

Aber ehrlich mal, gibt’s da nichts besseres?

Ein Viertel des 21st Century ist schon rum!

PS: Titelbild via ChatGPT

722) Geschichten vom Techno-Dino – Vol 3

What? Seit >Geschichten vom Technodino – Vol 2 zwei sind nun schon wieder zweieinhalb Jahre vergangen? Wow. Die Zeit rennt, die Technik erst recht, aber manche Dinge bleiben eben auch stehen.

Heute geht’s mir darum, wie Technik unsere Sprache, aber auch unsere Gesten, Symbole und Gewohnheiten, noch bis heute beeinflusst. Selbst wenn sie längst nicht mehr existiert. 

„Jemanden an die Strippe bekommen“ bedeutet immer noch, jemanden telefonisch zu erreichen, obwohl die meisten Telefone längst keine Strippe mehr haben. Das private Festnetztelefon ist seit Jahren schnurlos. Schon allein der Begriff Festnetz

Man verspricht gern, später noch einmal „durchzurufen“ oder sich zu „melden“. Auch das ist völliger Blödsinn. Man muss weder die Hand heben, noch die Dame vom Fernmeldeamt bemühen, und „rufen“ muss man erst recht nicht, obwohl manche Fahrgäste in der Bahn immer noch glauben, dass es hilft.

Wenn ich jemandem wortlos signalisiere, dass ich ihn anrufen werde, spreize ich Daumen und kleinen Finger ab und halte diese Geste ans Ohr, wie ein alter Telefonhörer. GenZ hingegen hält sich ein imaginäres Knäckebrot an den Mund. Andere Zeiten, andere Hörer.

In Outlook spricht Microsoft immer noch von Postfächern. Der Speichern-Button in Office wird weiterhin durch ein Diskettensymbol dargestellt. „Was ist eine Diskette?“ fragen mich die Kids. Es ist schwer zu erklären.

Wenn man einer Schrift mehr Kraft verleihen soll, dann macht man sie „fett“, ein Begriff, den man heute kaum noch unkommentiert stehen lassen kann. Und das Gegenteil heißt dummerweise auch noch „normal“, und nicht etwa „dünn“. Auweia, zum nächsten Punkt bitte.

Die Festplatte heißt immer noch C:. Und das C steht natürlich nicht für Cloud, sondern schlicht deshalb, weil A: und B: früher für Diskettenlaufwerke reserviert waren. Also blieb C:. Logisch.

Ich spreche weiterhin von Bookmarks, während die jungen Leute um mich herum von Favoriten reden. Für mich ist das ein riesiger Unterschied: Ein Lesezeichen bedeutet nicht automatisch, dass es auch ein Favorit ist. Jemanden zu kennen, heißt schließlich auch nicht, ihn zu bevorzugen.

Bevor ich mich in Excel oder Word auf die nervige Suche nach Buttons mache, die Microsoft mal wieder verschoben hat, feuert mein Gehirn zuverlässig etwa 30 Shortcuts ab. Urgedächtnis aus frühesten Windows-Jahren.

Und während Kollegen mit Zweit- oder Drittmonitor arbeiten, sitze ich mit nur einem Bildschirm da und hüpfe fröhlich mit ALT+TAB durch die Anwendungen – eine Tastenkombination, die ich schon aus Windows 3.11 kenne. Das gab es auch noch keine vermüllten Desktops, weil es keine Desktops im Computer gab.

So, ich mach jetzt mal Feierabend

Alt+F4

Rundgang durchs Museum. Abteilung Techno-Dinosaurier:

431) Geschichten vom Techno-Dino – Vol 2

Die ersten PC‘s die ich unter die Finger bekamen, gehörten zur 386-er und 486-er Prozessor-Familie. Das Floppy-Laufwerk hielt gerade Einzug, vom Internetz war noch nichts zu sehen und die Datenblätter lasen sich im Prinzip wie heute. 8 Arbeitsspeicher, 250 Festplatte. Nur waren es damals eben Mega Byte statt Giga Byte. Das war das Zeitalter, als Excel bei Zeile 64.000 ein Ende hatte und das berühmte „Kreuz“ mit dem man heute Windows-Anwendungen schließen kann, noch nicht erfunden war. Aber wir waren jung und ganz vorn dran. Heute jedoch, fühle ich mich manchmal wie ein Dino. Ein Techno-Dino.

Und weiter geht’s mit gesammelten Gesprächsfetzen:

Ich bitte das große Kind, mir doch eine Postleitzahl aus meinem Handy zu fischen.
Techno-Dino: „Geh mal bitte in mein Telefonbuch und such‘ mir die Postleitzahl der Omma.
Großes Kind: „Telefonbuch? Papa, das heißt Kontakte.“
Techno-Dino: „Ah ja“

Der Stammhalter benötigt etwas Hilfe bei PowerPoint. Vor Computer-Erfahrung nur so strotzend, rate ich zu gelegentlichem Speichern.
Techno-Dino: „Und drück‘ zwischendurch immer mal wieder auf das Disketten-Symbol.“
Stammhalter: „Häh? Was für ein Symbol?“
Techno-Dino: „Na den Button links oben, mit der Diskette drauf.“
Stammhalter: „Weiß nicht was du meinst.“

Ich will wissen, wann wir kürzlich in Saarbrücken waren und blättere durch meinen Handy-Kalender.
Großes Kind: „Was suchst du?“
Techno-Dino: „Den Tag als wir in Saarbrücken waren. Find‘ ich nicht mehr im Kalender.“
Großes Kind: „Ich hab ihn.“
Techno-Dino: „So schnell? Wie?“
Großes Kind: „Einfach Fotos zurückgeblättert.“
Techno-Dino: „Schlaues Kind.“

Ich muss was mit dem Bruder besprechen und wähle WhatsApp als Kanal. Kostet ja nix im WLAN. Wir bereden, was zu bereden ist und kommen so langsam zum Schluss
Techno-Dino: „Na jut, dann mach’s mal fein.“
Bruder: „Ja du ooch. Bis bald mal wieder.“
Techno-Dino: „Na denn.“
Bruder: „Joh“
Techno-Dino: „Wie legen wa‘ denn jetz‘ hia wieder uff?“

In meiner neuen Abteilung stellt sich jede Woche ein Kollege/in mit einem kurzen Steckbrief vor. Virtuell natürlich. Irgendwann waren wir die Reihe durch und es ergab sich folgender Wortwechsel.
Chef: „Who will present next time?“
Mitarbeiter: „We are through, no one left.“
Techno-Dino: „We could start again, but then may be with the B-Sides.
… Mit dieser kreativen Formulierung wollte ich ausdrücken, dass es ja vielleicht noch weitere interessante Stücke gäbe. So wie halt auf der B-Seite einer Schallplatte oder Musikkassette …
Mehrere Augenpaare unter 30 Jahren schauen mich fragend an.
Mitarbeiter: „B-Side? Never heard. What‘s that.“

Ich glaub’ ich werd‘ alt.

Rundgang durchs Museum. Abteilung Techno-Dinosaurier:

430) Geschichten vom Techno-Dino – Vol 1

Ich möchte mich durchaus als technisch aufgeschlossenen Menschen bezeichnen. Ich stelle mich zwar nicht des Nachts vor ein Apfel-Geschäft und muss auch nicht jeden Scheiß mitmachen, aber wenn die Technik Sinn macht, bin ich gern dabei.

Wer gern noch mal nachlesen will, bitte gern —> Aus der digitalen Mottenkiste. 

Aber manchmal komme ich mir dann halt doch vor wie ein alter Techno-Dino. Hier fünf gesammelte Kommunikationsfetzen der letzten Zeit. Weitere werden folgen 😉

Großes Kind: „Kannst mir mal die Mail-Adresse sagen?“
Techno-Dino: “sowieso@yahoo.de“
Großes Kind: „Jahu … was? Wie schreibt man das?“

Techno-Dino: „Wie soll ich dir das schicken? What’s App, Threema, Mail?“
Stammhalter: „Mail? Nee, da guck‘ ich nich‘ rein.“

Zusammen mit dem großen Kind blättere ich im Papier-Katalog des Wein-und Spezialitätenlieferanten aus der Toskana.
Techno-Dino: „Als du noch klein warst, da waren wir mal dort. Haben einen Bollerwagen voll Wein gekauft, habe dich sogar oben auf die Kisten gesetzt.
Großes Kind: „Echt? Sieht schön aus da.“
Techno-Dino: „Ich glaube ich bestell‘ uns was schönes.“
… in diesem Moment rutscht der Bestellzettel aus dem Katalog und fällt zu Boden …
Großes Kind: „Wie? Kann man das einfach so ausfüllen?“

Ich gehe mit dem Stammhalter zum roten Elektro-Markt, will mich nach einem Headset umschauen. Der Stammhalter zeigt mit der Hand ans andere Ende des Ladens.
Stammhalter: „Da lang. Headsets. Da steht‘s.“
Techno-Dino: „Häh? Wo denn?“
Stammhalter: „Na daaaaa! Auf dem Schild steht‘s doch.“
Techno-Dino: „Mein lieber Sohn, da steht Herdsets“.
Stammhalter: „Was ist das?“

Seit Jahren bekommt die kleine Omma immer eine Postkarte von uns aus dem Urlaub. Manchmal gelingt es mir, diese Aufgabe an die mitreisende Jugend abzudrücken.
Techno-Dino: „Magst du die Karte schreiben?“
Großes Kind: „Kann ich machen.“
Techno-Dino: „Ach und dann noch die Marke draufpappen.“
Großes Kind: „Schreiben tu ich gern, aber ich leck‘ die Dinger nicht an.“

Fortsetzung folgt …

Rundgang durchs Museum. Abteilung Techno-Dinosaurier:

408) Erfrischende Videokonferenzen – Vol 3

Sollte ich mal vermisst werden und würde mich jemand suchen, ist es eigentlich ganz einfach, mich zu finden. Polizei und Suchdienst müssen eigentlich nur alle aktiven MS Teams-Sitzungen durchklappern, in irgendeinem der virtuellen Räume werde ich wohl sein. Ganz sicher.

Nach >Ausgabe 2 dieser Reihe habe ich wieder etliche Stunden virtually „collaborated“, „contributed“ und „participated“ und immer wieder fallen mir neue Ideen für Features ein, die die virtuelle Zusammenarbeit etwas unterhaltsamer machen könnten.

Also, liebe Firma Microsoft, hier meine Vorschläge:

  1. Nicht nur Hintergrundfilter, Hackfressenfilter, sondern bitte auch einen Frisuren-Filter. Neulich kam ich vom Joggen, war etwas spät dran und habe doch vergessen, mir nach der Dusche das üppige Deckhaar zu richten. Ich klickte mich eilig ins Meeting und dann haben die doch alle ihren blöden Kameras an. Und ich sah aus, wie der sprichwörtlicher „Bär um die …“ wisst schon.
  2. Manchmal möchte man ja einem Kollegen gern einen Tipp geben, weil der irgendetwas tut, was in dem Moment nicht gut oder gar peinlich ist. Ich wünsche mir neue Buttons für „Guck nich’ so grimmig“, „Hör auf zu Gähnen“, „Mikro aus auf dem Klo!“, „Du popelst“.
  3. Und wenn mal jemand vor lauter Begeisterung am Thema einschläft, könnte man ihn kleine Stromstöße über dessen Headset direkt ins Hirn schicken. Oder einen laute Ansage abspielen. „Achtung, Achtung. Hier spricht die Polizei“ oder „Mayday, Maday. Wir stürzen ab.“
  4. „Team“ ist ja bekanntermaßen die Abkürzung für „Toll ein anderer machts“. Ich wünsche mir ein Glücksrad mit den Namen der Teilnehmer drauf. Das beschleunigt dann nervige Fragestellungen wie „Wer schreibt Protokoll?“, „Wem kann ich das „assignen?“ 
  5. Die Statusmeldungen könnte man auch mal überarbeiten. Statt immer nur „Bin gleich zurück“ und „Bitte nicht stören“ fänd‘ ich folgende viel ansprechender.
    „Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Sonnendeck“
    „Macht doch euern Scheiß allein“
    “Elvis has left the building“
    „Döner macht schöner“
    „Keen Bock mehr“Je nach Land und Situation kann die lokale IT das dann auch gern noch customizen:
    „Hitzefrei und Spaß dabei“
    „Bin Schnee schippen“
    „Stromausfall“
    „Luftalarm“

Aber, was ich mir da wünsche, spielt ja eh keine Rolle. Der Software-Gigant schafft es ja nicht mal, ein kleines Ton-Signal zu generieren, wenn jemand den Raum betritt. Kann denn das so schwer sein?

<— Erfrischende Videokonferenzen – Vol 2

—> Erfrischende Videokonferenzen – Vol 4

52) Wenn Bots bloggen (23) – Euer Personal

Hallo, ich bin es wieder, der T.Bot. Der Tasten-Clown von T., dem Kommandeur dieser semi-professionellen Blog-Chain hier. Mein Herr T. verspürt seit Montag ein Kratzen im Hals und fühlt sich ein bisschen schlapp … Weichei … und deshalb darf ich mal wieder hier an die Front! Nun gut, hier bin ich also. 

Aber was mache ich denn heute mit euch? 

Das Thema Arbeitskräfte-Mangel, vielleicht. Ja, da scheint ihr ja echt ein Problem zu haben, oder? Eure Koffer stapeln sich am Airport, der Zimmerservice klopft nicht mehr und in der Kneipe sitzt ihr länger auf dem Trockenen als euch lieb ist. Doof. 

Ich könnte das fortsetzen, durchaus. Der Spa-Bereich im Westflügel müsste gereinigt werden, der Jaguar verliert vorn Luft und der Steinway im Salon müsste mal dringend gestimmt werden. Ich kann das nicht. Ich bin ja nur Software, ich habe nicht einmal Hände. Also soll mal keiner versuchen, das bei mir abzuladen. Es ist ja auch nicht mal mein Zeugs, das gehört ja alles diesen super-busy Menschen um mich herum, die weder Zeit, Laune, noch Ahnung davon haben.

Also was könntet ihr da machen? Eigentlich eine ganze Menge:

  1. Verbraucher reduzieren. Jeder zweite, schnipp schnapp Rübe ab. Könnte schmutzig werden … und wenig Vegan.
  2. Services einschränken. Ich ahne … die Freiheit … das Anrecht … schon immer … keine Chance.
  3. Arbeitskräfte aus dem Ausland holen. Da höre ich bereits Getöse zur stillen Nacht.
  4. Selber machen. Aber das könnt ihr nicht mehr … habt ja alles outgesourced, tja.

Nun habe ich auch noch gehört, dass euch wohl die Weihnachtsmänner ausgehen und die Jobs an Heiligabend nicht besetzt werden können? Hah, geil. Da fliegt mir glatt der Chip weg. Putzfrauen kann man ja aktuell ganz gut aus Osteuropa besetzen, aber deren Männer … die sind gerade nicht abkömmlich. Denn die stehen im Flecktarn in der kalten Pampe und verteidigen ihr Land. Ich sehe schon, wie ihr Weihnachtsmänner aus der Türkei oder von der arabischen Halbinsel einfliegen wollt, dass könnte  interessant werden. Natürlich könnten auch Frauen den Weihnachtsmann … oder den … die … Weihnachtsengel:In … ihr wisst schon … geben, aber dann werden die angeblich wohl auch mal für Herrenrunden gebucht … und dann … gibts Ärger.

Oh man, also ehrlich, ihr habt Probleme

Bis bald mal wieder
Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (22) – Eure Stadt

— > Wenn Bots bloggen (24) – Euer Weihnachten

—> Mehr von T.Bot gibt es hier 😉

328) Alexa, geh‘ joggen!

„Alexa, mach‘ das Licht an“
Licht ist eingeschaltet
„Alexa, mach‘ das Licht aus“
Licht ist ausgeschaltet

„Alexa, bestelle Pizza“
Pizza ist bestellt
„Alexa, bestelle Cola“
Cola ist bestellt

„Alexa, empfehle Serien“
Serien liegen bereit
„Alexa, starte Staffel 1“
Staffel 1 wird gestartet  

„Alexa, suche Normalgewicht“
462.000 Ergebnisse gefunden
„Alexa, was heißt adipös?“
Unter Adipositas versteht man ein krankmachendes, deutlich erhöhtes Übergewicht

„Alexa, finde Jogging-Strecken“
30 Strecken in deiner Nähe verfügbar
„Alexa, bestelle neueste Schuhe“
Schuhe sind bestellt, Lieferung morgen

„Alexa, bestelle beste Laufkleidung“
Kleidung ist bestellt, Lieferung morgen
„Alexa, bestelle teuerste Kopfhörer“
Kopfhörer sind bestellt, Lieferung morgen

„Alexa, welcher Tag ist heute“
Heute ist … „morgen“
„Alexa, bitte geh‘ joggen“

FEHLER: Transaktion erfordert Eingriff des Benutzers.

LÖSUNG: Gehe doch selbst joggen, du faule Sau!

Idee: T. aus Berlin

Co-Editor: FreeDobby

Andere Beiträge mit FreeDobby:

315) Von Chips, Tickets und Radiergummis

Zum Wochenende eine nette Anekdote zum täglichen Krampf mit all dem Tech-Gedöns um uns herum 😉

Für den Großteil der Programme und Applikationen der Firma, brauche ich eine Chip-Karte, die ich in meinen Rechner stecke. Seit ein paar Tagen zickte diese Prozedur etwas herum, aber mit etwas Streicheln und An/Aus-Coaching, konnte ich den Mechanismus zur Mitarbeit motivieren. Gestern war aber Schicht im (Karten)Schacht, nichts ging mehr.

Ich hatte schon Bedenken, in die Firma zu müssen oder einen nervenaufreibenden Support-Prozess aus der Ferne zu triggern.

Also war Vitamin B angesagt:
Ich rief „den guten Jim*“ aus dem End User Support direkt an. Ich helfe ihm von Zeit zu Zeit, er hilft mir wenn mein Rechner streikt, so halten wir das nun schon seit vielen Jahren.

Also berichtete ich von meinem Leid und schnell kamen wir zu dem Schluss, dass es ja eigentlich nur …

  • A) eine Software-Macke
  • B) eine Card-Reader-Macke
  • C) eine Ausweis-Macke

… sein kann.

Eine End-User-Macke haben wir sofort ausgeschlossen, versteht sich 😉

Nach 1-2 Minuten Diagnosegespräch ergab sich folgender Dialog:

  • Der gute Jim: „Sag mal, hast du‘n Radiergummi?“
  • Ich: „Wie jetzt? Meinste so‘n richtigen Ratzefummel oder so’n digitalen?“
  • Der gute Jim: „Nee, so’n richtigen?“
  • Ich: „Wie früher?“
  • Der gute Jim: „Ja, so einen.“
  • Ich: „Warte mal, ich muss suchen.“
  • kram…
  • wühl…
  • schepper…
  • fluch…
  • schimpf…
  • Ich: „Hab‘ einen!“
  • Der gute Jim: „Gut, und jetzt rubbele mal über den Chip.“
  • Ich: „Wie jetzt, einfach so drüber?“
  • Der gute Jim: „Ja, mach‘ mal.“
  • blöde Fusseln aufm Tisch !…
  • und wer macht den Dreck wieder weg ? …
  • Ich: „Fertig!“
  • Der gute Jim: „Und jetzt probier noch mal.“
  • Ich: „Geht!“
  • Der gute Jim: „Siehst‘de!“

Es folgten 5 Minuten herzlicher Smalltalk über Corona, Büro, Nahverkehr, Urlaub etc und wir verabredeten uns locker auf den nächsten Hilferuf. Seinen oder meinen. Egal.

Ich sag‘s euch. Hätte ich da ein Ticket aufgemacht, wäre das irgendwann zwischen Bosporus und Ganges bearbeitet worden. Eine Armada von Subtickets wäre losgefeuert worden, ich hätte aufgrund von Chip-Mangel und Lieferketten-Problemen 12 Wochen auf einen neuen Rechner gewartet und wäre bereist grau auf’m. Irgendwann wäre ein SWAT-Team vom Himmel gestürzt, um mir meinen neuen Laptop zu übergeben und dann hätten wir da gemeinsam meinen Ausweis reingesteckt und dann …. ?

„Fehler: Ausweis wurde nicht erkannt, bitte probieren Sie erneut.“

Auflösung: Der Ausweis, wurde einfach die letzten 2 Jahre nicht bewegt und hatte über die Zeit etwas Patina angesetzt. Also, nun sehen wir mal zu, dass wir nicht auch noch Patina ansetzen 😉

Schönes Wochenende!

PS: *) der gute Jim heißt nicht Jim … der heißt nämlich … sag ich nich‘!

Ach damals in den 90-ern, was war die Welt doch …