109) Zähneputzen mit KI

Bei der elektrischen Zahnbürste machte der Akku schlapp. Also musste eine neue E-Bürste her. Ein Mittelklasse-Ding, so dachte ich, ohne Schnickschnack, einfach anaus – und ein 3-Minuten-timer wäre nett. Mehr brauch‘ ich nicht, so der Gedanke.

Also eine neue bestellt, klick … klack … Hauptsache das Problem gelöst … kam der Karton am Wochenende und warb mit diversen Features: 

  • K.I. Putztechnikerkennung
  • Personalisiertes Coaching
  • Interaktives Display
  • Fünf Smart Modi
  • Bluetooth
  • Mit App

Der Akku kam aber völlig erschöpft an. Also musste der erst mal ans Stromnetz (worauf im  Berliner Süden dann der Strom ausfiel … ;-).

Nach 12 Stunden war der Akku geladen. Seitdem steht das Wunderwerk der Technik im Bad und ich traue mich nicht, sie zu benutzen. Ganze 24 Seiten Bedienungsanleitung wurden mitgeliefert und warten in Schriftgröße 6 aufs Studium. So viel zum Thema Intelligenz.

Ich glaube, ich pack die wieder ein und verschenke die weiter. Ist noch ungenutzt und der Akku ist ja nun voll geladen.

Außerdem fehlen mir an dem Ding ganz klar …

  • Netflix, Amazon-Video
  • Spotify Schnittstelle
  • Kalender Integration
  • Spruch das Tages
  • Gamification
  • Voice Control
  • Eco-Mode
  • ChatGPT
  • Vegan

Und dann

Ja, dann erst können wir auch mal übers Putzen reden.

Blödsinn ….

734) Geld allein stapelt keine Steine

Am 2. Januar ging ich hinunter zum Strand.

Die Spuren der Silvesternacht waren nahezu verschwunden. Hier und da lag noch eine hölzerne Vierkantleiste oder ein Stück rotes Papier herum. Der Rest des Pyromülls war bereits weggeräumt. Entweder waren das fleißige Menschen in einer konzertierten Aktion oder das Zeug wurde von einer großen Ostsee-Welle mitgerissen. Oder von beidem etwas.

Wenn das doch im Großen auch so einfach wäre.

So sehr ich den Menschen in der Ukraine wünsche, dass dieser Horror bald ein Ende hat und sie in irgendeiner Weise wieder in ein normales Leben zurückkehren können, frage ich mich, wie das praktisch laufen soll.

Je nach Quelle rechnet man mit rund 500 Milliarden Dollar reiner Wiederaufbauleistung, verteilt auf etwa zehn Jahre. Damit läge der Betrag ungefähr doppelt so hoch wie die Infrastrukturinvestitionen in der ehemaligen DDR (reine Hardware, ohne Sozialtransfers). In der DDR stand immerhin noch etwas, und der Alltag lief ja irgendwie. Vermutlich lassen sich diese Zahlen wegen der Währungsentwicklung ohnehin nur schwer vergleichen.

Nehmen wir also einmal an, dass die EU und andere Geber diese Gelder tatsächlich auftreiben. Mit einer Überweisung von 50 Milliarden Euro pro Jahr ist es aber nicht getan. Es braucht Menschen, Hände und Maschinen. Flächen müssen von Minen geräumt, Brücken und Gebäude abgerissen und neu gebaut werden. Energieversorgung, Verkehrswege, Schienen.

Das ist Arbeit. Harte Arbeit. Und die wird üblicherweise von Männern verrichtet. Von Männern, die heute dort im Schützengraben liegen oder hier auf Baustellen stehen.

Und selbst wenn alle ukrainischen Bauarbeiter auf Europas Baustellen über Nacht den Hammer fallen ließen, könnten sie das allein nicht stemmen. Das ist ein enormes Arbeitsvolumen und damit auch ein Arbeitsmarkt, der zwangsläufig Menschen aus den umliegenden Ländern anziehen wird. Menschen, die dann anderswo fehlen. Zum Beispiel hier in Deutschland, wo es schon heute schwierig ist, überhaupt Handwerker zu bekommen und wo sich Bauprojekte verzögern, weil schlicht die Manpower fehlt.

In einem Land, in dem gleichzeitig massive Wohnungsbauprogramme versprochen werden. In dem hunderte Brücken und Schienen dringend ersetzt werden müssen, weil jahrelang gepennt wurde. Und in dem kürzlich ein Sonderbudget in ähnlicher Größenordnung beschlossen wurde. Rund 500 Milliarden Euro auf zwölf Jahre.

Mhm … da scheinen mir zwei konkurrierende Großbaustellen zu entstehen, oder? Also wer noch einen Bahnhof oder ein Badezimmer zu sanieren hat, der sollte wohl mal besser bald anfangen.

137) Postkarte vom Darß – 3

Nein, es war weniger Zufall, sondern eher ein Unfall, der mich über den Jahreswechsel nach Fischland Darss teleportiert hat. Allein. Aber nicht einsam.

Und so hatte ich also wunderbare Wintertage mit blauem Himmel und Sonnenschein, ein bescheidenes Silvesterfest mit wenig Krach und Dreck und danach zwei eher regnerische Tage, um zu … 

  • reflektieren und rekapitulieren,
  • notieren und akzeptieren,
  • sortieren und strukturieren,
  • orientieren und positionieren,
  • reorganisieren und priorisieren.

Und

  • Fisch dinieren
  • Körper trainieren
  • Podcasts konsumieren

Guten Start ins Jahr 2026 „ieren“seits und du lieber L. komm bald wieder auf die Füße!


Frühere Postkarten vom Darß

733) Vom Ende der Maus her denken

Wenn man bedenkt, wie schnell Menschen denken können und wie lange es dauert, diese Gedanken in Worte zu fassen oder auf Papier zu bringen, könnte man durchaus von Verschwendung sprechen. Oder vielleicht treffender: von Unternutzung.

Noch absurder wird es, wenn man betrachtet, wie wir unsere Gedanken heute in Maschinen übertragen. Wir geben sie über Tastatur und Maus in Geräte ein, die selbst um ein Vielfaches schneller verarbeiten können als wir. Dazu bedienen wir eine Anordnung von rund hundert Plastikknöpfen und ein Objekt, dessen Name an einen lästigen Nager erinnert.

Das ist nicht nur ineffizient. Es ist auch ergonomisch problematisch. Schultern, Nacken und Ellbogen zahlen den Preis für eine Schnittstelle, die aus einer Zeit stammt, in der Rechenleistung knapp war, menschliche Arbeitsleistung aber noch nicht.

Beim Schreiben von Texten, dienstlich wie privat, kann ich inzwischen vieles einfach einsprechen. Das macht die Sache deutlich einfacher. Natürlich muss man am Ende noch einmal drübergehen, die eine oder andere „Nuschelei“ oder den Berliner Dialekt überarbeiten und bei der Rechtschreibung nachbessern …. was ich erstaunlich oft vergesse. Ich weiß. Zorry.

Für Mausklicks gibt es allerdings noch nichts wirklich Vernünftiges. Ich habe im Laufe der Zeit einen regelrechten Zoo an Mäusen bestellt. Die nächste Maus wurde kürzlich geliefert. Wenn sie gut ist, berichte ich darüber. Wenn nicht, landet sie im Schrank. Und ja, ich kenne unzählige Tastenkombinationen aus dem Effeff. Trotzdem gibt es bestimmte Operationen, vor allem außerhalb der Microsoft- und Apple-Welten, die sich schlicht nur per Mausklick erledigen lassen.

Und nun, rund vierzig Jahre nach ihrer Etablierung, haben wir immer noch kaum etwas anderes als die Computermaus, mit der wir monoton Buttons, pardon: „Schaltflächen“, anklicken. Wir sprechen davon, den Mars zu besiedeln, sitzen aber tagtäglich wie ein T-Rex vor Tastatur und Maus, um Quantencomputern und KI-Systemen per Klick zu verklickern, was wir von ihnen wollen. Das macht doch keinen Sinn.

Es wirkt weniger wie Zukunft, sondern mehr wie eine Episode der Flintstones.

Ich meine, ich will mir ja keinen Chip durch die Nase ins Gehirn schießen lassen. Aber gibt es nicht irgendetwas, das man zumindest zeitweise nutzen könnte, um Gedanken in Befehle für Computer zu übersetzen?

Natürlich setzt das Konzentration voraus, und man sollte wissen, was man in den nächsten Minuten erreichen will. Man sollte nicht beim Erstellen der Geschäftsjahresbilanz nebenbei an den Einkaufszettel denken oder an das längst überfällige Candle-Light-Dinner mit der Liebsten. Das könnte zu eigenartigen Ergebnissen führen, die man vielleicht doch besser nicht sofort automatisch publiziert.

Aber ehrlich mal, gibt’s da nichts besseres?

Ein Viertel des 21st Century ist schon rum!

PS: Titelbild via ChatGPT

732) 2025: Knicken, lochen, abheften

Das Jahr 2025 … nun ja … die Einleitung erspare ich mir und euch. Ich sortiere das mal alphabetisch, nicht dass der Eindruck entsteht, dass mir manche Dinge wichtiger wären als andere.

Beruf: uups. Ich bring das doch vielleicht später unter „J“ wie „Job“.

Blog: auch doof, ich schiebe das runter nach „T… agebuch“

Familie: Die Brut scheint weitestgehend aufgezogen, sie bleiben immer häufiger und länger weg vom Nest. Manchmal reisen sie sogar schon in andere Länder. Das ist ein Umstand, mit dem wir wohl lernen müssen, umzugehen. Wenn sie als Teenager andere Sichtweisen auf die Dinge da draußen haben (müssen!) und leidenschaftlich diskutieren, dann machen sie mich dabei sehr stolz, denn ich sehe, dass wir das richtige Betriebssystem verbaut haben. Die Grundinstallation war erfolgreich, die weiteren Updates liegen nun zunehmend in ihrer Verantwortung.

Gesundheit: Unfälle gab es keine, immerhin. Ich hatte zwar die Kettensäge wieder in den Händen, aber sie „tauchte“ nur in Holz sein … sonst nirgends. Aber die Abwesenheit von Unfällen heißt ja nicht automatisch, dass man gesund ist. Kaum ebbte „es“ irgendwo ab, kam „es“ woanders wieder raus. Als würde man einen Flummi, mit voller Kraft in einen geschlossenen Raum werfen. Orthopädie, Osteopathie, Apotheke, Sanitätshaus … meine Güte … aber ja, natürlich, andere haben mehr Grund zum Klagen. Liebe Grüße.

Job: Dieses Jahr war extrem arbeitsreich, ich habe die letzten zehn Jahre jeweils nicht so viel arbeitet wie in diesem Jahr. Und das meiste davon aus dem Home Office, ohne Kaffeeküchen-Talks und Kicker-Tisch. Und das wird sich ändern müssen. Erst recht mit Blick auf den vorigen Abschnitt unter „G“. Mein Job hat dummerweise mit Tastatur/Maus zu tun und findet vor einem Computer statt. Da kann man den Tisch hoch und runterfahren so oft man will, man kann den Markt der Mäuse leer kaufen … aber dazu mehr in einem der nächsten Beiträge.

Reisen: Das Jahr begann mit Insel-Office, das werde ich (sehr bald) wieder machen. Zu Ostern ging es nach Dänemark, Ende Juni habe ich auf Rügen gearbeitet. Im August ging es dann endlich auf Urlaub nach Singapur und Malaysia. Kurztrips an den Rhein, in den Thüringer Wald, nach Prag und nun unerwartet noch auf den Darss machten die Sache rund. Da kann ich nicht meckern. Mach‘ ich auch nicht.

Sport: In der Rubrik Bewegung, lief es echt gut, das Ziel 100 im Monat oder 1000 im Jahr wurde übererfüllt. Da, wo andere einen Arbeitsweg haben, habe ich einen Sportplatz. 1.192 km in Sportschuhen verteilt über 230 Aktivitäten können sich sehen lassen.

Tagebuch: Da herrschte vom Gefühl her etwas Flaute, allerdings ist das nicht durch die Zahlen gedeckt. 168 Beiträge erschienen auf dem Blog hier, 53.000 Wörter, doch mehr, als ich eigentlich dachte. Die Schwerpunktthemen waren dabei KI, Digitalisierung, Medien, Konsum, Krieg, Autokratie, … wer hätte das gedacht. Vielen Dank fürs Lesen und die Kommentare.

So und nun wird’s Zeit …

Knicken, Lochen, Abheften

Rutscht gut rein Nachbarn!
T.Head

731) Wenn die Zeitenwende zu uns spricht

Über diesem Beitrag werde ich vermutlich länger sitzen, und es wird nicht einfach sein, die richtigen Worte zu finden. Denn es geht um Botschaften, die ich über Medien, Nachrichten und Podcasts empfange. Botschaften, bei denen ich mich zunehmend frage, ob ich im falschen Kinosaal Platz genommen habe oder ob der Saal sogar korrekt ist, jemand aber eine andere Filmrolle eingelegt hat.

Drei Beispiele:

  • Mit einer Selbstverständlichkeit wird mittlerweile täglich über Waffengattungen, Mannstärken und Fähigkeiten diskutiert – da kann einem nur schlecht werden. Ich habe darüber schon oft geschrieben, siehe unten. Selbst hochkarätige Sicherheits- und Wehrexpert:innen, die ihre Worte normalerweise sorgsam wählen, sprechen nur noch von „Masse“, wenn sie eigentlich Mensch und Material meinen. So, als wäre das lediglich ein Buchstabe an der Kreidetafel, der mit einem anderen Buchstaben multipliziert werden muss, um … schwuppdiwupp … die volle Schlagkraft zu entwickeln.
  • In Podcasts meines Vertrauens fragten die Hosts ihre Gäste, wann für sie denn das Maß voll sei und wohin sie gedenkten, das Land zu verlassen, sollte Deutschland weiter nach rechts kippen. Allein schon diese Frage lässt mich schaudern. Ich kann ja verstehen, dass sich manche Menschen diese Frage ernsthaft stellen – aber muss sie uns deshalb so zweifelsfrei präsentiert werden, als ginge es um die Pläne fürs kommende Wochenende? Gibts vielleicht bereits eine Booking-App, die ich mir noch runterladen sollte? Also FOBL statt FOMO, FOBI und FOBO? „Fear of being last“
  • Ebenfalls dieser Tage gehört: die Frage, was denn wäre, wenn es zum Verteidigungsfall käme. Was wäre man(n) selbst bereit zu leisten? Würde man seinen Mann „stehen“ oder sich gar „verpissen“? Ja, das Wort „verpissen“ wurde tatsächlich genutzt, im Kontext von Wehrdienstentzug. Man sprach sogar von den „Verpissern“. Und das in einem links-grün gewürzten, progressiven Podcast, der mir eigentlich sympathisch ist. Natürlich hatten die Gastgeber in einem Punkt durchaus recht: Man muss sich ja nicht „verpissen“, denn man kann auch auf andere (…legale)  Weise etwas für die Gesellschaft leisten. Das Wort „Vaterland“ hatten sie dankenswerterweise vermieden.

Diese Worte, diese Formulierungen, sie tropfen langsam durch die Decke, wie bei einem undichten Dach. Sie scheinen normal zu werden, gehen in den alltäglichen Sprachgebrauch über. Man gewöhnt sich dran. Tropf … Tropf … man kann einen Eimer mit eigenen bubbles drunterstellen natürlich … oder weghören, dann stört’s nicht so. Das macht mir ernsthaft Sorge. Das erinnern an Zeiten, von denen wir doch gehofft hatten, sie hinter uns gelassen zu haben.

Bin ich der Einzige, der dieses wording zunehmend lauter hört?

Oder bin ich mal wieder der Letzte in der Reihe, der es nun auch endlich gecheckt hat?

Ist das von nun an die neue Sprache, die mit der Zeitenwende frei Haus mitgeliefert wurde?

PS: Titelbild via ChatGPT

Andere Beiträge zum Thema:

730) Wir müssen nur hier und da den Stecker zieh’n

Wer dabei einen Ohrwurm von Mike Krüger aus den frühen Achtziger im Ohr entdeckt, liegt richtig.

Spätestens nach dem Grusel-Tech-Bro-Dinner im Weißen Haus beobachte ich intensiver, wie ich in meinem Alltag organisiere, konsumiere und kommuniziere. Und wie viele Umsätze und Daten dabei in Händen und Schatullen auf der anderen Seite des großen Teiches landen.

Daraus entsteht eine Liste, die ich mir im neuen Jahr einmal genauer anschauen werde. Boykott? Nein, das wäre vielleicht zu viel gesagt. Aber reduzieren und hinterfragen, das auf jeden Fall.

Bei den Services aus dem Hause Zuckerberg dürfte mir eine Informations-Diät nicht so schwerfallen. Bei Facebook und Instagram habe ich nie eingecheckt, also muss ich dort auch nicht auschecken. WhatsApp ist das einzige Produkt aus der Meta-Gruppe, das bei mir aktiv ist. Das belanglose Gequassel kann dort bleiben, aber die Kommunikation mit Familie, Kindern und engen Freunden möchte ich im nächsten Jahr dort herausholen.

Zwischen Chainsaw-Elon Musk und mir läuft zum Glück gar nichts. Weder ein E-Auto, noch eine Weltraum-Mission, auch kein Twitter. Einzige Beziehung die wir haben ist, dass mir seine Auto-Fabrik im Südosten Berlin irgendwann das Wasser zum Paddeln entzieht.

Für manche Dienste der Alphabet / Google-Gruppe gibt es gute Alternativen, etwa für Suchmaschine oder Übersetzer. Bei deren Navi wird es allerdings schwieriger, denn die Genauigkeit der aktuellen Verkehrssituation ist schon wirklich beeindruckend. YouTube nutze ich auch, traurigerweise meistens, um Sendungen der öffentlich-rechtlichen Programme zu sehen. Das ließe sich vermeiden, indem ich direkt die Mediatheken nutze.

Bei Microsoft und Apple den Stecker zu ziehen, kann ich mir am wenigsten vorstellen. Aber ich könnte sicher einmal durch die Einstellungen klicken und ein paar Optionen abwählen. Und … ja … natürlich könnte ich mich mal mit einer europäischen Alternative zu ChatGPT flirten. Bonjour, voulez vous chatez avec moi ? Oder so ähnlich ….

Und bei Familie Bezos? Oh je, ja, ich weiß. Da habe ich eine offene Baustelle. Aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Ich kenne mindestens einen, der gerade triumphierend auf die Tischplatte haut. Liebe Grüße. Ich werde natürlich weiterhin online bestellen, weil ich mit stationärem Handel immer weniger anfangen kann. Wenn möglich sollte das aber direkt bei den Anbietern passieren und nicht über das Aktiendepot des Großinvestors.

Vorsatz fürs nächste Jahr!

PS: Titelbild via ChatGPT …. ja ick‘ weiß ….

729) Mein Wunschzettel

So, für meine Zuleistungen zum Weihnachtsessen ist das Gröbste erledigt. Zeit, sich mal für einen Moment hinzusetzen. Und da fällt mir auf, dass ich noch gar keinen Wunschzettel geschrieben habe.

Aber das ist schnell erledigt, ich denke, ich kann das in fünf Sätze packen: …

  • Ich wünsche mir, dass mal jemand so ein Impuls-Dings-Bumbs erfindet, mit dem man alle Waffensysteme der Welt auf einen Schlag lahmlegen kann.
  • Ich wünsche mir, dass Staaten, Völker und Systeme nicht nur an ihren eigenen Vorteil denken, sondern sich zusammenraufen und die großen Herausforderungen gemeinsam anpacken.
  • Ich wünsche mir, dass jeder Mensch glauben kann, was er mag, kuscheln mit wem er oder sie will, und dass andere damit aufhören, sie dafür zu taxieren, zu verurteilen oder gar anzugreifen.
  • Ich wünsche mir, dass wir die Schwachen nicht vergessen und ihnen Obdach, Bildung, Teilhabe und die Gestaltung ihrer Zukunft ermöglichen.
  • Ich wünsche mir, dass Menschen öfter von ihren mobilen Geräten aufschauen und mehr miteinander statt übereinander oder gegeneinander reden.

So das war‘s schon … mehr brauch‘ ich nicht.

Schöne Weihnachten

T.Head

PS: Titelbild via ChatGPT

728) Die AutokratEnte

Die meisten Familien überlegen sich dieser Tage, was sie zu Weihnachten kochen werden. Autokraten, Diktatoren und andere Despoten sind da keine Ausnahme. Auch sie schätzen Traditionen – vor allem solche, die sich bewährt haben. In ihrem Fall: die AutokratEnte.

Hier ein mögliches Rezept:

Ente abspülen, trockentupfen. Allen herumstehenden klarmachen, da man le Chef ist und dieses ein great meal wird. 1 EL Apfelsaft mit Salz, Pfeffer, Piment würzen, die Ente damit innen und außen einreiben. Die Küche flächendeckend mit Kameras ausstatten, Ofen auf 200° vorheizen, Rost zuvor herausnehmen. Im Anschluss Ansprüche aufs Nachbarküche erheben, weiträumig ausräumen und nach Belieben neu einrichten.

Zwiebeln schälen und würfeln. Die Herkunft aller Zutaten erneut gründlichst überprüfen. 3 Äpfel waschen, ohne Kernhaus in Spalten schneiden, mit Zwiebeln, Maroni, 75 g Cranberrys und Rosmarin in die Ente füllen. Hände gründlich waschen und wirre Gedanken auf Social Media posten. Ente mit Zahnstochern zustecken, das Tablet starten, grünes Land suchen und mit weiterem Zahnstocher festpinnen.

Ente in den Bratschlauch packen, diesen verschließen und einstechen. Bratschlauch erneut überprüfen, dass nichts unkontrolliert einsickern kann, was nicht zu den Zutaten gehört. Auf den Rost legen und in den Ofen (Mitte, Umluft 180°) schieben. Nach 1 1/2 Std. den Schlauch öffnen und nach Aufenthaltsstatus fragen. Kann der nicht erbracht werden, den Braten umgehend vor die Tür setzen. Den Fond in eine Pfanne ablassen, die Ente in einem Bräter in weiteren 30 Min. offen knusprig braten. Nun Stärke aus dem Schrank holen und breit grinsend herumzeigen.

Vom Fond das Fett abschöpfen. Der jungen Küchenkraft ein schlüpfriges Kompliment machen und bei Gelegenheit an den Hintern fassen (lässt sich anderweitig kombinieren). Vorsicht Bitte, könnte heiß sein, unbedingt vermeiden in dokumentierten Akten zu landen.

Übrigen Apfel waschen, ohne Kernhaus in schmale Spalten schneiden, in 1 EL Entenfett andünsten und die Nationalhymne anstimmen. Restliche Beeren und Fond zugeben, die Sauce mit Apfelsaft und Schmand verfeinern. Das Rezept neu schreiben, das ganze ausländische Zeugs streichen und mit Zutaten aus der Heimat ersetzen.

Nun zu Tisch bitten, dem Herrgott für all die Gaben danken, Guten Appetit und frohes Fest!

PS1: Titelbild via ChatGPT

PS2: Basis-Rezept von Chefkoch.de

 

108) Unter Tage dieser Tage

Gestern sollte nun die „Neue“ in die Küche integriert werden. Dafür musste ich der „Alten“ allerdings sehr nahekommen – und womöglich auch zu gröberen Instrumenten greifen, um sie endlich loszuwerden. Der Versandhandel der Amazonen hatte dafür extra rotes Plastik-Spielzeug geliefert. Spätestens jetzt sollte ich vielleicht erwähnen, dass es um die Mischbatterie in der Küche geht. Andernfalls steht mir zu Weihnachten nicht nur die Familie ins Haus … sondern wohlmöglich auch noch … Ärger. 

Also rüstete ich mich mit Werkzeug aus und stapelte eine klappbare Gästematratze vor der Baustelle. Denn ich würde über Kopf arbeiten müssen und dabei mit dem Oberkörper im Spülschrank verschwinden. Im Gepäck: diverse Maulschlüssel, dieses lange rote „Plastik-Ding“, Stirnlampe, Lappen, Küchenrolle und den festen Willen, diese Operation flott durchzuziehen.

Irgendwann war die „Alte“ endlich draußen, die „Neue“ eingesetzt und dann? Fehlten ein paar Zentimeter. Die mitgelieferten Schläuche waren zu kurz, um sie auf die Eckventile setzen zu können.

F**k … Scheiße … und vieles mehr. Es wurde laut geschimpft. Also ab ins Auto, zum Baumarkt, längere Schläuche besorgen, zurück, alles wieder abbauen und noch einmal von vorne anfangen.

Schließlich kroch ich triumphierend aus der Tiefe empor, drehte das Wasser auf, schwenkte stolz den Mischhebel und es kam … kaltes Wasser. Ausschließlich.

Auf den Abdruck des darauf folgenden Fluchens wird aus Gründen des Jugendschutzes verzichtet.

Aber Ente gut, alles gut. Weihnachten kann also kommen.

PS: Titelbild via ChatGPT