26) Socken-Memory

Das man Waschmaschinen häufig vorwirft, unsere Socken zu fressen, ist allgemein bekannt. Andererseits ist das technisch kaum möglich. Die Waschmaschine hat keinen zweiten Ausgang und wenn all die fehlenden Socken wirklich noch in der Waschmaschine wären, wäre sie verstopft und hätte schon längst den Geist aufgegeben. Jeder hat vermutlich seine eigene Theorie, wie es eigentlich dazu kommt, dass man nach dem Öffnen des Bull-Auges häufig „Single-Socken“ findet. Vielleicht gibt es mittlerweile schon wissenschaftliche Arbeiten über dieses Wohlstands-Problem. Doch wie kann man der Situation Herr und Frau werden?

Bei Erwachsenen kann man folgendes probieren:

1. Ein Groß-Kontingent an gleichfarbigen Socken kaufen, alles austauschen und alle noch später auftauchenden andersfarbigen Socken wegschmeißen. Das klingt sehr drastisch, im Falle von Socken ist das vielleicht aber noch vertretbar.

2. Mit Socken-Klammern, Wäsche-Netzen und anderen Hausmitteln probieren, das Problem zu managen. Oder eine eigene Erfindung dafür machen, Patent anmelden und reich werden. Dann in ein Land umziehen, wo man nur selten Socken benötigt.

Beide Ansätze eignen sich für Kinder nicht so gut. Durchgehend schwarze oder graue Socken finden sie vermutlich doof und alle Hausmittel funktionieren nur, wenn sich auch beide Socken an einem Ort befinden. Aber hier beginnt das Problem ja bereits.

Einzelne Socken befinden sich bei Kids aber noch in Hosen, Sporttaschen und Schlafsäcken. Sogar außerhalb der Wohnung liegen sie. Bei den Großeltern, in der Schule oder auf dem letzten Kindergeburtstag. Im schlimmsten Fall im Schullandheim 300 km weit weg. Ohne ein Socken-Ortungs-System besteht kaum eine Chance.

Da bleibt nicht viel anderes übrig, als die Singles in einem Korb zu sammeln und die Kids alle paar Wochen zum gemeinsamen „Socken-Memory“ aufzurufen. Also gemeinsam den Korb auskippen und dann passende Socken-Paare suchen. Die Kids begreifen aber schnell, dass dahinter kein Spiel steckt und verlieren bald die Lust dazu. Irgendwann sitzt man allein da. Hat man dann krampfhaft  6-7 passende Paare gefunden, legt sie übereinander und zieht sie etwas in die Länge, stellt man fest, dass die vermutlich schon zu klein sind. Soll man sie nun letztlich doch in die Kleider-Tonne oder in den Müll werfen? Und was macht man dann mit dem Rest der Singles? Noch ein paar Wochen warten, bis die zweite Socke auftaucht? Ist das noch realistisch? Und was ist eigentlich, wenn man gar nicht mehr die erste Socke in der Hand hält, sondern bereits den Zweiten?

PS: Bei der Gelegenheit: Auch wenn das hier kein Hausmittel-Forum werden soll. Hat denn jemand einen entspannten Umgang damit gefunden? Wenn ja, dann einfach unten kommentieren. DANKE

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21) Zeitumstellung

Kaum werden die Tage kürzer, droht schon wieder die Zeitumstellung für den Winter. Ich mag die Zeitumstellung nicht. Mir geht es aber gar nicht um diese eine Stunde, die uns mal geschenkt oder mal entzogen wird. Damit komme ich ganz gut klar. Das kommen wir doch alle, wenn wir für den Urlaub durch die Welt fliegen, oder? Was mich nervt, ist eher die Umstellung der Zeit bei uns zu Hause. Alle neuen smarten Geräte lösen das irgendwie selbständig. Großartig. Die analogen Uhren an den Wänden allerdings, sind da weniger smart. Nach und nach klappern wir also die Zimmer ab, klettern auf Stühle und Hocker, um an sie heranzukommen. Kaum hat man eine Uhr abgenommen, hat man schon wieder vergessen, welche Zeit man gerade auf der vorigen eingestellt hat. Außerdem ist die Zeit ja schon weiter vorangeschritten, das muss man ja berücksichtigen. Also läuft man wieder zurück oder man schreit die aktuelle Zeit durch die Wohnung. Ist das dann abgeschlossen, entdeckt man nach und nach weitere Mini-Uhren, die auch noch umgestellt werden wollen. Zum Beispiel im DVD-Player, in diversen Weckern, in der Mikro-Welle, in der Pulsuhr und natürlich auch im Auto. Den wiederkehrenden Höhepunkt bildet aber unser Backofen. Auf dem Tastenfeld ist nicht wirklich zu erkennen, wie man nun die Uhrzeit einstellt. Man kann sich nur durch verschiedene Zeitsymbole durchschalten und raten was sie bedeuten sollen. Das erste Symbol sieht aus wie die Startzeit, das zweite soll vielleicht die Laufzeit darstellen, das dritte könnte ein Countdown sein, dann folgt so etwas wie die Abschaltzeit und zum Schluss endlich die Uhrzeit. In der folgenden Nacht lauschen wir, ob der Backofen anspringt und am nächsten Morgen stellen wir fest, dass alle Uhren leicht abweichen. Mal sehen, vielleicht ist ja bald Schluss damit.

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17) Frischhalte-Folie

Dem Erfinder der Küchenrolle könnte ich jede Woche den Nobel-Preis aushändigen. Was für eine einfache, multifunktionale Errungenschaft, ohne die wir doch aufgeschmissen wären. Sie führt meine Liste der Top-Küchenhelfer klar an. Kurz danach folgt die Alu-Folie. Ökologisch natürlich nicht ganz so korrekt, aber sonst super im Handling. Einfach über eine Kante gezogen, hat man eine dünne Lage Alu in der Hand, die man nun wunderbar um etwas drumherum knautschen kann. Kommen wir nun aber zu „Aromata Frischhaltefolie 75 Meter“. Meinem persönlichen Horror und daher auf dem letzten Platz der Liste gelandet. Immer wenn ich zu der länglichen Pappschachtel greife, stelle ich fest, dass der „Anfang“ nicht mehr aus der Packung herausguckt, sondern sich um die Rolle gewickelt hat und an ihr festklebt. Dann nehme ich die Rolle aus der Packung, pule mit meinen kurzen Fingernägeln an dem Anfang herum und bekomme irgendwann ein paar Millimeter der Folie zu fassen. Nun packe ich die Rolle zurück in die Pappe, denn ich will ja zum Abtrennen die gezahnte Kante der Verpackung nutzen. Dann die erste Herausforderung: Wie herum gehört aber nun die Rolle zurück in die Pappe? Ist das wichtig? Macht das später etwas aus? Egal, Hauptsache irgendwie rein. Kaum ist die Rolle zurück in der Pappe, ziehe ich an der Folie. Leider läuft das aber gar nicht rund. Die Folie kommt irgendwie schief und dehnt sich an einer Ecke schon mächtig. Also ziehe mehr von ihr ans Tageslicht, in der Hoffnung, es würde sich wieder ausgleichen. Nach 50 Zentimetern will ich dann doch langsam mal den Trennvorgang einleiten. Dann die zweite Herausforderung: Zieht man nun besser von oben nach unten oder von unten nach oben? Intuitiv ziehe ich diesmal von oben nach unten. Aber auch das hakt ständig irgendwie und ich muss ganz schön zerren. Ungefähr bei der Hälfte der Strecke, kippt die bereits abgetrennte Folie nach hinten weg und klebt an der noch festen Hälfte fest. Mir bleibt nichts anderes übrig, als nun auch noch den Rest zügig über die kleinen Zähne zu ziehen. Aber die Folie reißt nun nicht mehr gerade, sondern die Trennung läuft nun diagonal durch die Folie. Mein Stück Folie wird nun nicht mehr viereckig. Es hat eher die Form von Afrika. Ich trenne den letzten Zentimeter ab, Afrika fällt in sich zusammen und sieht nun aus wie Malta. Wie sollte ich diesen Klumpen Folie nun über meinen Pizza-Rest ziehen? Vielleicht kann ich die Folie ja wieder irgendwie „auffalten“. Aber jeder weiß, wie so etwas endet. Ich fluche und greife wieder zur Alu-Folie. Stelle ich mich zu blöd an? Sollten wir künftig die Premium-Folie von Melitta kaufen? Wie kriege ich die verbleibenden 70 Meter denn jemals von der Roller herunter? Kennt jemand einen Trick, wie man dieses Folien-Monster beherrschen kann? Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion.

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15) Labile Roboter

In der Robotik beschäftigt man sich mittlerweile auch damit, den Maschinen menschliche Züge zu verpassen. Dabei geht es um das reine Aussehen, aber auch um Bewegungsabläufe und die Mimik der künstlichen Wesen. Und dann gibt es da noch die emotionale Komponente, also Empathie, Ethik und auch verschiedene Stimmungslagen, die Roboter irgendwann beherrschen sollen. Wenn ich mir unseren Saug-Roboter so anschaue, sieht der zwar immer noch aus wie R2-D2 in platt, aber Stimmungsschwankungen hat der heute schon, wie ein Mädel in der Pubertät. Sorry, dafür. An guten Tagen rollt er zielstrebig durch die Wohnung und bearbeitet jede Fläche mit Leidenschaft. Man könnte meinen, eine Eiskunstläuferin dreht elegant ihre Runden im Wohnzimmer, so schön und akkurat ist das anzusehen. Das Ergebnis bestätigt die Investition. In der Familie heißt er dann liebevoll „Robi“. An manchen Tagen allerdings, scheint er in ein Stimmungs-und Leistungstief zu fallen. Kurz nach dem Abdocken von der Basis-Station, reißt er dann die Kabel der Station mit sich und wickelt sich damit ein. Danach fährt er völlig planlos größer werdende Kreise, bis er endlich eine Wand berührt, die ihm wieder etwas Orientierung verschafft. An solchen düsteren Tagen, steuert er auch gern die Fläche unter dem Küchentisch an, bis er zwischen all den Stuhlbeinen fasst die Kraft verliert. Bloß gut, dass wir keine Treppen in der Wohnung haben, sonst müsste ich mir Sorgen machen, dass er sich da hinunterstürzt. Ich würde ihn dann am liebsten unter die Höhen-Sonne legen, damit er sich wieder fängt und aus seiner Robo-Depression herauskommt. Wenn er mir dann noch ständig hinterherkommt und zwischen die Füße fährt ist Schluss mit “Robi“. Dann werde ich laut: „Du Scheiß-Roboter, siehst du denn nicht, dass ich hier stehe. Fahr’ doch woanders lang, Platz ist doch genug“! Wenn er dann schon nach 45 Minuten zurück zur Station fährt und mit einer Fanfare vermeldet, dass er „fertig“ ist, schicke ich ihn zur Strafe gleich wieder los. Reiss dich zusammen mein Freundchen! Wenn wir hier alle so arbeiten würden, dann könnten wir gleich dicht machen! Vielleicht sollte ich hier im Kiez mal nach einem Coaching-Laden für Roboter Ausschau halten?

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9) Tacker-Stress

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass der Tacker meistens dann ohne Klammern ist, wenn man ihn gerade wirklich braucht? Bei Seife, Kaffee oder Zahnpasta zeichnet es sich schon Tage vorher ab und wer dann nichts besorgt, ist halt selber Schuld. Tacker aber werden von heute auf morgen einfach so „leer“. Und dann beginnt die hektische Suche nach passenden Klammern. Glaubt man dem Internet gibt es ungefähr folgende Sorten: Zitat: „…24/6, 26/6, 26/8, 23/6 für ca. 30, 23/8 für ca. 50, 23/10 für ca. 70  und 23/13 für ca. 100 Blätter ….“ und so weiter. All diese habe ich vermutlich zu Hause im Schreibtisch. Manche sind noch in EVP bepreist, manche in DM und der „neueste Scheiß“ trägt einen Preis in EUR. Endlich habe ich etwas Passendes gefunden und den Klammerblock eingesetzt. Anstatt nun sofort alle anderen Klammersorten in den Müll zu werfen, lasse ich sie mal besser noch im Schubfach. Wer weiß…

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4) Löffel verloren

Ein weiteres Ärgernis kennt vermutlich jeder in seiner ganz besonderen Art. Der Geschirrspüler ist nahezu vollgeräumt, aber es sind noch ein paar Räume frei, um die Hinterlassenschaften des Frühstücks unterzubringen. Zack, Zack. Tassen, Teller und Besteck rein. Wie immer ist nur wenig Zeit. Und dann passiert es. Ein kleiner Löffel voll mit Marmelade fällt aus der Hand und verliert sich scheppernd in den Untiefen der Maschine. Shit! Der muss da raus, sonst verklemmt da später irgendetwas. Aber wo ist der Löffel nun? Auf der halben Höhe hängen geblieben oder ganz unten und auf dem Boden der Maschine gelandet? Es wird auf jeden Fall eklig und die Finger werden kleben.

2) Milch im Überfluss

Meine Frau und ich stehen jeden Tag zwischen 05:30 und 05:45 auf. Wir beide genießen für uns die Ruhe des Morgens und tun was uns jeweils wichtig ist. Wir sind relativ entspannt dadurch. Um 06:30 werden die Kids geweckt und wir rufen zum Frühstück. Nacheinander finden sich die müden Gesichter in der Küche ein . Die Kids mögen Cornflakes. Also Packung auf, Cornflakes in die Schüssel und Milch-Tetra-Pak aufgedreht. Da steht sie also die offene Milch. Nicht lange. Durch ein Missgeschick kippt der 1-Liter-Karton und gluckert mit Geräusch vor sich hin. Bildet die Milch anfänglich auf dem Tisch noch einen See, ergießt sie sich bald wie ein Wasserfall ins Tal. Also aufs Parket und in die Ritzen. Panik! Alles rennt durcheinander. Das Küchenpapier ist ein toller Helfer in solchen Situationen. Leider waren nur noch ein paar Blatt Papier auf der Rolle.

1) Schlechte-Laune-Potenzial (Intro)

Es gibt viele kleine Ereignisse im Alltag, die meine Laune erheblich absacken lassen. Oft sind das wirklich winzige Auslöser, die bestimmt jeder schon einmal in ähnlicher Form erlebt hat. Diese können schon am frühen Morgen auftreten und einem den ganzen Tag vermiesen. Auch während des Tages, kann man auf einem Stimmungshoch sein und auf einmal, macht’s Peng und das Stimmungs-Barometer sackt in den Keller. Sogar spät am Abend, kann ein eigentlich toller Tag noch erheblich eingetrübt werden. Umso wichtiger ist dann, dass man sie als solche wahrnimmt, kurz drüber schmunzelt und sich nicht den Tag vermiesen lässt. Und da die Auslöser selbst oft nur sehr kurz andauern, werden auch die Texte dieser Kategorie sehr kurz gehalten.