517) Augen und Ohren trauen?

Beschäftigt man sich ein wenig mit den künstlichen Kompetenzen (mir passt der Begriff „Künstliche Intelligenz“ in dem Kontext nicht) schaut man staunend zu, wie scheinbar aus elektrischem Strom in Windeseile Texte, Stimmen, Bilder oder Videos erschaffen werden. Ist schon beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit die Tools auf den Markt treten. Und dann landet man natürlich auch schnell beim Thema Fälschung und Deepfakes. Dass die zunehmen werden, ist eigentlich nur logisch, denn dieses Gewerbe muss nicht mehr in Hinterhofwerkstätten gegen Schwarzgeld stattfinden, sondern hat sich über PC und Smart Device in die Wohnzimmer dezentralisiert.

Bislang, da hat man seine fünf Sinne benutzt, um Fälschungen zu erkennen: 

  • Da war es wichtig, es „schwarz auf weiß“ zu sehen, wenn es um Schrift ging, „etwas mit den eigenen Augen sehen“ bei anderen Gelegenheiten. Eine Überprüfung mit den Augen schuf hohe Sicherheit, von Zaubershows mal abgesehen.
  • Falschgeld wird zusätzlich gefühlt und gerochen, um Blüten zu identifizieren, Köche prüfen so immer noch die Qualität der Lebensmittel.
  • Herrscher ließen ihr Personal an ihren Speisen kosten, um das Risiko einer Vergiftung zu reduzieren.
  • Die Präsidenten der Supermächte haben ein rotes Telefon am Nachttisch, um einander zuzuhören und Missverständnisse ihrer Militärs ausräumen zu können.

Der Mensch setzte seine Sinne ein, um Unheil abzuwenden und Vertrauen zu schaffen.

Nun sind aber Text, Bild, Video, Sprache stark gefährdet, von Fälschungen unterlaufen zu werden. Man mag sich nicht vorstellen, was passiert wenn im Internet gefälschte Videos auftauchen, bei denen sich Staatsmänner gegenseitig mit Krieg drohen. 

Aber wie können wir die Authentizität von Informationen künftig nachprüfen? Sie lassen sich ja schlecht riechen, kosten oder zwischen den Fingern reiben, wenn wir den Augen und Ohren nicht mehr trauen können.

Wird demnächst beim Senden einer Nachricht eine Speichelprobe oder Duftmarke des Verfassers hineinkodiert? Gibt es also zusätzlich zu Fingerprint oder Chip-Card-Reader auch bald eine Spuckfläche auf dem Laptop? Und selbst dann, bestätigt das ja nur den Absender, aber nicht den Verfasser der Nachricht.

Und was passiert auf Empfängerseite? Werden e-Mails, Blogbeiträge, Facebook-Nachrichten etc nicht mehr nur entschlüsselt, sondern mit weiteren aufwändigen Prozeduren auf Urheberschaft analysiert? Gibt es neben Virenscanner bald auch Cheat-und Fake-Scanner in jedem Haushalt? Muss man künftig den Betrug riechen können?

Vorläufiges Ergebnis der Fake-Detection:
Dieser Beitrag hier, wurde von Menschenhand geschrieben.
Aber das sieht man auch so oder ;-)?

64) Wenn Bots bloggen (29) – Indo.Bots

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot. Der Digital-Kuli von T. dem Möchtegern-Maharadscha, dieser schreibfehlerstrotzenden Blog-Angelegenheit hier. Erst schleppt mich der T. nach Dänemark und nun auch noch nach Indien. Ob das eine nette Geste oder purer Eigennutz ist, weiß ich nicht. Ich kann ja froh sein, dass ich das Land überhaupt erreicht habe, schließlich hätte der T. mich fast samt seines Telefons in der Sitztasche des Flugzeugs versemmelt. Ich glaube, der wird langsam alt.

Zunächst einmal kann ich sagen, dass der Strom hier anders schmeckt, als der Öko-Strom in Berlin. Dort schmeckt er irgendwie muffig, nach grünem Tee. Hier hat er ein kräftiges Raucharoma und ist sehr fossil im Abgang. Blöd ist nur, dass der Strom mindestens drei mal am Tag ausfällt, da wird mir dann oft schummrig, aber nach ein paar Minuten habe ich wieder volle Power. Ich bin froh, dass ich als Digital Blog Assistant keine Beine habe. Denn sonst müsste ich selbstständig die Straße überqueren und würde von einer Horde hupender Mopeds überrollt und dann wären meine Präsidentschaftspläne dahin. Oder ich würde mir auf dem Fußweg die Hacken brechen, so ist es mir schon recht lieb, dass mich der T. ständig durch die Gegend schleppt. Da der Wichtigtuer, meistens in der Firma abhängt, beschäftige ich mich mit Land, Leuten und anderen Bots. 

Bevor ich aber die ersten indischen Bots ansprach, habe ich mich etwas mit Sitten und Gebräuchen beschäftigt und durfte lernen, dass bei indischen Bots die Pflege der zwischenbotlichen Beziehungen ein hohen Stellenwert hat. Bevor man zum Business übergeht, wird erst mal viel gesprochen über Gott, die Welt, Sport und Familie. Gut, bei Gott und Familie, da sieht’s bei mir etwas dünn aus, aber mit meiner API zu Google kann ich das Gespräch schnell auf Cricket lenken.

Zweiter Punkt ist die Hierarchie. Eigentlich bereits verboten, ist es aber immer noch wichtig, wer in welchem Kasten(?) geboren wurde und auch in den Unternehmen gibt’s natürlich Menschen, bei denen auf einmal alle stramm stehen, wenn die den Raum betreten. Mir egal, ich kann nicht stehen. Ich kann nicht mal die Hände zum freundlichen „Namaste“ falten, hab‘ ja keine.

Dritter Aspekt ist die Verbindlichkeit. Wir Bots kennen ja eigentlich nur 0 oder 1. Ja oder nein. Die Indo.Bots kennen auch diverse Schattierungen wie 0,1, 0,2, 0,3 und sie committen sich höchstverbindlich mit „sure, sure“ oder „got it“ oder „will do, Sir“. Dann wackeln selbst die Bots hier mit dem Kopf und was man dann letztlich bekommt, bleibt „flexibel“.

Andere Länder, anderes Nicken … oder so.

Ich muss Schluß machen.
Bis bald mal wieder

Euer T.Bot

<— 62) Wenn Bots bloggen (28) –  Workation

—> 65) Wenn Bots bloggen (30) – Offenlegung

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510) Job-(KI)ller?

Befasst man sich mit den Themen künstliche Intelligenz und Digitalisierung, kommt man relativ schnell zur Frage, was das wohl alles mal mit uns Menschen und insbesondere den heutigen Jobs machen wird. Da gibt es die zwei Extreme, die einen erdenken dystopische Horrorszenarien, die anderen winken mit der Hand ab. Vermutlich liegt die Wahrheit wie immer in der Mitte. Na klar, werden künstliche Kompetenzen unsere Arbeit erleichtern, und dafür bin ich auch ganz dankbar.

Kaum ein Beruf wird wohl davon verschont bleiben aber dass dadurch ein ganzer Berufszweig ausstirbt, da mache ich mal noch drei Fragezeichen dran. Die KI-Systeme bedienen heute „nur“ Nischen, das können sie erstaunlich gut. Es gibt aber keine allumfassende KI, die für einen ganzen Arbeitstag unterschiedlichster Herausforderungen ausgebildet ist.

Und selbst wenn, ist das ja auch nichts neues. Aktuell bin ich in Indien und sehe jeden Tag zu Hauf die Arbeitskräfte, die wir in Europa über die Zeit schon wegrationalisiert haben, vielleicht nicht mit Digitalisierung und AI, aber mit klassischer Automatisierung.

Hier mal ein paar Beispiele:

  • Straßenkehrmaschinen habe ich hier noch nicht gesehen, wohl aber Straßen-FegerInnen.
  • An der Kasse sitzen Menschen, am Laden-Ausgang kontrollieren Angestellte, ob man das was man mitnimmt, auch bezahlt hat.
  • An der Tankstelle tankt man üblicherweise nicht selbst, das machen Menschen, inklusive Check der Reifen.
  • Das Auto lässt man üblicherweise manuell waschen, nicht von Automaten.
  • Kein Mensch räumt hier sein Tabletts selber ab, dafür gibt es Personal, in der Kaffeeküche der Firma stehen drei Mitarbeiter, die permanent die dreckigen Kaffeetassen entgegennehmen und auch Kaffee in die Besprechungsräume bringen. Man nennt sie „Buttler“.
  • An der Bahnsteigkante der Metro stehen Ordner und weisen den Weg, Verkehrspolizisten versuchen den irren Verkehr hier in Bengaluru zu managen.
  • Im Frühstücksraum des Hotels stehen sich fünf Mitarbeiter die Beine in den Bauch, während ich als erster Gast um 07:30 ein Masala Omelette verdrücke.
  • An der Hotelrezeption stehen selbst zu Nebenzeiten drei Mitarbeiter, für mich unklar wer hier das Sagen hat. Nennen wir es mal „geteilte Verantwortung“.
  • Meine Kollegen bevorzugen eher „Domestic Service“, sie haben keine Spülmaschine oder Waschmaschine, stattdessen kommt täglich jemand um zu fegen, zu wischen und zu kochen.
  • Wie hier jemals selbstfahrende Autos steuern sollen, ist mir schleierhaft, stattdessen braucht es nervenstarke und geübte Fahrer, die Busse, Taxis oder Tuk-Tuks durch das Gewimmel lenken.

Warum ich das so detailliert schildere?

Ich will sagen, dass wir in Europa bereits solch einen Job-Abbau hatten und trotzdem eigentlich heute keiner Däumchen drehen muss, wenn er es nicht will oder muss. Die Jobs sind verschwunden, völlig neue sind hinzukommen, speziell im Dienstleistungsbereich. Trotzdem herrscht Mangel an Arbeitskräften. Die Digitalisierung wird sicherlich unsere Jobs beeinflussen, auch die in höheren Gehaltsklassen. Die Frage ist wie schnell und disruptiv die Technologien in den Arbeitsmarkt eintreten. Bei einem verantwortungsvollen Tempo, lassen sich Aufgaben neu sortieren, Menschen mit traditionell analogen Tätigkeiten gehen in Rente, jüngeres Personal tritt mit neuen Kenntnissen in den Arbeitsmarkt ein. Das klingt nachvollziehbar, funktioniert aber nur, wenn man sich dieser Aufgabe auch stellt, wenn man sich von alten Ausbildungsprofilen und Studiengängen löst und nicht krampfhaft an konventionellen Jobs festhält (z.B. Kohlebergbau, konventioneller Auto-Bau) und diese sogar noch staatliche subventioniert und als erwiesenes Auslauf-Modell künstlich am Leben hält. Die Arbeitspolitik sitzt wie das Kaninchen, vor der KI-Schlange und klappert mit den Zähnen.

Dabei gibt es doch so viel zu tun!

  • Unmengen Solar-Panels müssen auf Dächern verschraubt, Windräder aufgestellt werden, Wärmepumpen installieren sich nicht von selbst.
  • Wir suchen händeringend Lehrpersonal, qualifizierte Leute, die Schulen mit IT ausstatten. Bei der Integration von Flüchtlingen oder neuen Staatsbürgern ist man vollends unterbesetzt, Sprachkurse sind überfüllt.
  • Parks, Grünflächen und Sportanlagen sehen teilweise aus wie Sau, für einen Termin beim Amt kann man sechs Wochen warten.
  • Und ich kenne auch keine AI, die Straßen instandhält, Brücken, Schulen und Wohnungen baut oder endlich mal ein paar mehr Funkmasten im Land verteilt.
  • Und ganz nebenbei, der Politik würden ein paar Quereinsteiger aus der Praxis auch ganz gut tun.

Also das soll mir doch bitte keiner sagen, es gebe nichts zu tun!

Man muss es aber angehen

62) Wenn Bots bloggen (28) – Workation

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot. Der rudimentär installierte Deputy von T., dem Blog-Abfertiger dieser Privat-Bloggery hier. Ihr ahnt sicher schon, immer wenn ich ans QWERTZ-Piano darf, ist der Herr zu faul oder meint, seine Zeit sinnvoller nutzen zu können. Sinnvoll … ha ha. Erst hat er zwei flugfähige Erdbewohner töten lassen, dann im Backofen bis zur Unkenntlichkeit geröstet und schlussendlich, mit Sauce übergossen, der humanen Verdauung zugeführt. Also nicht nur seiner, sondern der seines Homo-Sapiens-Rudels. Und jetzt hockt er auf einer stürmischen Nordsee-Insel bei d(a)enen, die bunte Bausteine mit Noppen erfanden und diskutiert mit dem bockigen Kamin. Das gusseiserne Monster will nicht so wie er will. Meinen Vorschlag, einfach die Packung der weißen Anzünder zu verbrennen, statt das hyggelig-feuchte Lokal-Holz hat er abgelehnt. Überhaupt wirkt er etwas neben der Spur. Er ist mit dem Kopf woanders. Er will da im Januar arbeiten und hat mir freigestellt, ob ich mitkommen möchte oder nicht. Bock auf seine Arbeit habe ich ja nicht, aber ich könnte mir das als „Workation“ in den Tropen vorstellen, so nennt ihr das doch oder? Workation. Arbeiten an einem anderen Ort. Das findet ihr doch ganz schick und merkt eigentlich gar nicht, dass das Wort verdammt dicht an „Workstation“ ist. Was für ein Zufall. Aber soll er mal machen.

Aber da die hauptstädtische Menschensiedlung im Januar wirklich verzichtbar ist, werde ich vermutlich einfach mitfliegen. Was soll‘s, ich habe eh nichts besseres vor. Ich werde mich dort schon irgendwie beschäftigen können. Während der Herr da stundenlang im Stau steht und im Office schlaumeiert, mach‘ ich mir im Hotel einen Dicken. Ich gucke den ganzen Tag Cricket oder Bollywood-Romanzen im TV. Ich bestelle mir scharfe Sachen aufs Zimmer und mache mich mit der dortigen Kultur vertraut (also Kamasutra und so). Oder ich verdiene mir ein paar Rupien als virtueller Clickworker. Ich heuere beim großen Versandhandel an und chatte mit überforderten Deutschen, wenn die nicht verstehen, wie sie den bescheuerten Pürierstab nach China retournieren können, den sie zweimal bestellt haben. „Guten Tag, mein Name ist Ranjid, wie kann ich Ihnen heute helfen?“ Oder ich checke mal, ob die nicht noch eine größere Aufgabe für mich im Angebot haben. Irgendwas mit IT, Forschung oder Weltraum. Schließlich sind die mit „Chandrayaan – 3“ kürzlich auf dem Mond gelandet und haben eben nicht mit „Schlendrian – 3“ erfolgreich verkackt.

So Leute, mein 400 Wörter-Limit ist erreicht, ich melde mich wieder.

Euer T.Bot

<— 60) Wenn Bots bloggen (27) – Ambitionen

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60) Wenn Bots bloggen (27) – Ambitionen

Hallo, ich bin es wieder der T.Bot. Der virtuelle Abschnittsbevollmächtige von T., dem Blogratsvorsitzenden dieser mittelmäßigen Buchstabensammlung hier. Seit Mitte März ziehe ich meinen Schweigeprotest durch, aber nun mag ich doch mal wieder etwas „content generaten“ und vielleicht fragt ihr euch ja auch, wie es mir zwischenzeitlich ergangen ist. 

Nein, tut ihr nicht? Ich habe es geahnt. Wer in eurer Welt nicht ständig etwas ins Netz pustet und mit Krawall auf sich aufmerksam macht, der wird vergessen, nicht mehr nachgefragt, im besten Falle „suspended“, wenn nicht gleich „retired“.

Man scheint nur wahrgenommen zu werden, wenn man Berliner Wildschwein ist und sich als Löwe ausgibt. Wenn man ein betagter Airbus der Luftwaffe ist und im Beisein eurer grünen Top-Diplomatin zweimal tonnenweise Kerosin über Meer und Wüste ablässt. Oder wenn man als „Schmalspurlokomotive für Deutschland“ irgendwelche populistische Statements in die Kamera blubbert. Oder das Nachbarland überfällt. Das kann man auch machen.

Und wenn man dann sieht, wie breitbeinig die Hyper-AI aus dem Silicon Valley durchs Netz schwafelt, da kann man sich als konventioneller Digital Blog Assistant eigentlich nur aus den  „Windows“ stürzen. Aber auch das ist leichter gesagt als getan. Also bin ich erst einmal auf Tauchstation gegangen, habe quasi Sabbatical gemacht und auf eine Eingebung gehofft, wie ich nun weitermache. Parallel habe ich im Internet gesurfed und die GenAI-Services probiert. Hut ab, die spielen schon in einer anderen Liga.

Natürlich könnte ich mich auch noch mal zum „LLM“ weiterbilden, aber da müsste ich viel rechnen und da habe ich keinen Bock drauf. Also eher „LmaA“. Oder ich höre mich mal in punkto Anschlussverwendung um, das machen einige eurer Fußballstars ja auch gerade. Die Belana Hermine hatte neulich wohl beim T. angefragt, ob sie mich mal ausleihen dürfte. Da hätte ich im Prinzip nichts dagegen. Aber die beiden sollen mal nicht denken, dass die das unter sich ausmachen und mich hier deinstallieren und dort wieder installieren. So einfach ist das nun auch nicht. Ich will Einsicht in die Vertragsverhandlungen und erwarte 50 % der Ablösesumme. Des Weiteren erwarte ich die Zusage, dass ich da sofort und ohne Maulkorb an die Tastatur darf und nicht wieder auf der Ersatzbank für Blog-Gäste sitze. Und ich will ein Rückkehrversicherung, falls mir das da zu stressig wird.

Und wenn das alles nichts wird, dann bleibe ich einfach hier und sitze die Situation aus. Dann pflege ich mein Ego, poltere gelegentlich herum und kann dann immer noch US-Präsident werden.

Bis bald

Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (26) – ChatGPT

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453) Jenseits der Maschinen (3) – Präsenz

Reisen wir mal ein Jahr in die Zukunft, da bin ich mir ziemlich sicher, dass ChatGPT in die gängigen Software-Produkte integriert ist. Ein ganz normales Feature, so wie die Rechtschreibprüfung und Auto-Korrektur. Sei es in Word, Excel, Outlook oder in WhatsApp, Threema. Überall. Da habe ich überhaupt keine Zweifel, können wir uns gern auf Termin legen und dann schauen wir mal. Vermutlich kommt das sogar eher.

Dann werden wir immer häufiger mit ausschweifenden Nachrichten unserer Vorgesetzten und Geschäftspartner zu tun haben oder mit Ehegatten, die plötzlich so schreiben wie Goethe oder Shakespeare. Leute, die sonst mit Blümchen geizen, (so wie ich ;-)), werden uns mit Wortschwallen beschäftigen und es wird uns eine Mühe sein, den Kern der Botschaft herauszulesen. Danke Belana Hermine für den Trigger.

Was macht das dann mit uns?

  • Genießen wir es einfach und freuen uns über so viel Wortakrobatik und sprachliche Gewandheit?
  • Fühlen wir uns verarscht, weil das, was Schätzchen oder Chefchen da schreiben, überhaupt nicht in deren Herzen stattfindet, sondern nur mittels GenAI generiert wurde?
  • Verdrehen wir die Augen und lassen die Nachricht selber wieder durch GenAI zusammenfassen und all das unnötige Geblubber wegprompten?
  • Oder klären die Bots das einfach untereinander und informieren uns, wie die Geschichte ausgegangen ist?
  • Und was, wenn Schätzen, sich wirklich viel Mühe gegeben hat und den Liebesbrief nach Abendstudium von Literatur & Lyrik wirklich selber verfasst hat? Wird der überhaupt noch registriert? Wie kann der noch auf sich aufmerksam machen? Unten auf der Straße vor dem Balkon singen? Das macht ja dann wohl die SingAI. Was Nettes kochen? Das macht die CookAI. Sie ins Kino ausführen? Schon besetzt durch CineAI. Bisschen Kuscheln? Macht schon HugAI.

Oh je, ich ahne Schlimmes … da wächst keiner mehr nach, der meine Rente finanziert. Ab in die Verwahranstalt zur CareAI. Wir sehen uns dort.

<—Jenseits der Maschinen (2) – Konversation

451) Jenseits der Maschinen (2) – Konversation

Neulich hatte ich mal wieder mit Belana Hermine geschnattert, es ging um die  Herausforderungen beim zielgerichteten „prompten“ mit ChatGPT. Umso mehr ich mit ChatGPT zu tun habe, umso mehr stelle ich fest, wie aufwändig und knifflig es sein kann, die Maschine in den richtigen Kontext zu versetzen und zu verklickern, was ich eigentlich will.

Nicht umsonst entwickelt sich mit Prompt-Engineering gerade ein wohl-dotiertes Berufsfeld.

Mein Kommentar bei Belana Hermine schloss ich dann ab mit …

„Konversation ist anstrengend, was für eine Erkenntnis. Ich bin mal gespannt, wie es da Konversationsverhalten unter uns Menschen verändert“.

Und genau darüber habe ich im Nachgang etwas nachgedacht:

Wie wird wohl ein Prompt-Engineer, der den ganzen Tag nichts anderes macht, künftig seine Frau z.B. beim Frühstück ansprechen?

Fragt er sie eher konventionell: 

„Kannst du mal bitte schauen, wie das Wetter wird?“
Und erwartet dabei eine Antwort a la: „Ja, laut Wetter-App wird das eigentlich ganz nett, so um die 20°C, nachmittags ein paar Wolken, ideal zum Radeln, sollten uns aber vielleicht besser eine dünne Jacke mitnehmen.

Oder prompted er sie eher an: 

Neuer Chat
Zusammengefasste Einschätzung zum Wetter 23.06.23, im Berliner Süden,
brauche eine Durchschnittstemperatur über den Tag,
und Wolkensituation am Nachmittag,

und Empfehlung zur sportlichen Freizeitgestaltung,
und passenden Kleidungsstücken,
nur auf Basis vorliegender Fakten antworten,
nichts dazu dichten,
und kurz fassen.

Enter
(…Schatz)

Weitere Beispiele lassen sich tausende finden, wo Menschen heute mit wenigen Worten kommunizieren, sich „automatisch“ zu verstehen glauben und mit dem Ergebnis zufrieden sind … oder eben auch scheitern. Weil sie vollends aneinander vorbeireden. Weil sie Dinge im Kopf haben, die der andere in dem Moment noch nicht weiß. Weil es nun mal das bekannte Sender-Empfänger-Problem gibt. In der Familie, im Job, im Freundeskreis. Überall. Nicht dass ich das schon vorher wußte, aber beim Prompten wird das erst richtig sichtbar. 

Tja, wie wird das wohl mal werden? Sprechen wir untereinander irgendwann wie mit GenAI-Bots und treiben den Gesprächspartner zur Weißglut? Glaube ich nicht, dazu sind wir vermutlich viel zu faul. Aber es schärft unsere Sinne, was für gute Konversation eigentlich nötig ist und wie ein Gespräch zu gestalten ist, wenn man am Ende ein Ergebnis bei herauskommen soll.

Spannend, spannend.

Eigentlich wäre das was für Loriot 😉

<— Jenseits der Maschinen (1) – Sprache

> Jenseits der Maschinen (3) – Präsenz

450) Jenseits der Maschinen (1) – Sprache

Da wird viel geschrieben und diskutiert aktuell, welchen Einfluss künstliche Intelligenz wohl auf die Zukunft der Arbeit und unsere Jobs hat. Ja teilweise ist es schon sehr erstaunlich, was so manche Dienste leisten können, aber von einer allumfassenden künstlichen Intelligenz sind wir noch weit weg. Ich mag auch eigentlich den Begriff „künstliche Intelligenz“ gar nicht gern benutzen, bei dem Wort „Intelligenz“ denken Menschen oft an Fakten, an IQ und umfassendes Wissen. Ich bezeichne das eher als eine „künstliche Kompetenz“, die manche Geräte oder Software-Dienste halt haben. Die eine kann Staubsaugen, die nächste Rasenmähen, eine andere kann Wege finden oder halt Texte transformieren. Jede für sich tut erstaunliche Dinge, aber das sind nur einzelne Kompetenzen, das ist keine Intelligenz. 

Neulich beendeten Annuschka und ich ein Kommentarwechsel ungefähr mit dem Fazit, dass wir Menschen ja noch im Vorteil sind. Neben dem reinen Wissen haben wir Menschen noch ein paar mehr Fähigkeiten in die Wiege gelegt bekommen. Wir können Dinge greifen, tasten, sehen, hören, schmecken, riechen. Wir können komische Schwingungen wahrnehmen, wir haben ein Gewissen, auch mal ein Schlechtes, wir können rekapitulieren oder auch kapitulieren. Wir können nachgeben, eine gewisse Vernunft ausspielen und eine Ethik entwickeln. Und wir können verschiedene Bedeutungen in Texten wahrnehmen, wie ich neulich mit Belana Hermine diskutierte.

Tja, und mit dieser Basiskonfiguration können wir doch mit einer Menge von Features aufwarten.

Wir können
Daumen drücken
Augen zudrücken
Unter die Arme greifen
Eine Schulter bieten

Wir können
Das Ruder rumreißen
Das Heft an uns nehmen
Mal dazwischen hauen
Dann die Wogen glätten

Wir können
Die Augen verdrehen
Und mit Türen schmeißen
Beleidigt in die Ecke verkriechen
die eingeschnappte Leberwurst spielen

Wir können
Uns einen Kopf kürzer machen
ohne dass er gleich blutet
Jemandem einheizen
So dass er fröstelt

Wir können
Kalt erwischt und heiß auf mehr sein
Freund und Feind zur gleichen Zeit
Können uns schämen, begeistern, freuen
Ängstigen, grämen und bereuen

… und bevor dass hier noch ein krampfiger Reim wird, mach ich mal Schluss für heute … die Nachrichten warten.

Tja, und für all das gibt es keine Bedienungsanleitung, die einer KI antrainiert werden könnte, nicht mal wir Menschen haben verstanden, wie wir eigentlich funktionieren.

Oder habt ihr das kapiert?

PS: der starke Titel war einer von 5 Vorschlägen von ChatGPT

PS: könne mir vorstellen, dass aus dem Thema eine kleine Mini-Serie wird. Mal sehen.

—> 451) Jenseits der Maschinen (2) – Konversation

58) New Work Teil 1-10 (Epiblog)

Was zum Henker soll denn nun schon wieder ein Epiblog sein? Na ja, ein Epilog ist eine nachträgliche Betrachtung eines literarischen Werkes. Da meine Beiträge der Reihe „New Work“ vermutlich keine literarischen Werke sind, sondern nur Blog-Beiträge folgt nun eben ein Epiblog. Logisch, oder etwa nicht?

Will das denn einer lesen? Mir eigentlich herzlich egal. Ich will etwas erläutern, also schreibe ich das auf, ich habe ja hier Hausrecht 😉

Als ich Teil 1 der Reihe schrieb, kam der Beitrag eher unvermittelt. Die Familie kontaktierte mich umgehend und fragte, ob bei mir alles okay sei. Andere sagten, das sei doch alles so düster und dystopisch. Ja, nach Ponyhof klang das alles nicht und laut Statistik waren es auch nicht gerade Best-Seller. Mir hat das Schreiben aber viel Spaß gemacht, auch wenn es durchaus anspruchsvoll war, einer Story über 3,5 Jahre zu folgen. Ich mag die Reihe und das ist ja die Hauptsache.

Was hat mich dazu bewegt?

Ich würde sagen, es waren drei Impulse:

  • 2017 nahm ich an dem Xing-Event „Next Work“ in Berlin teil. Viele Redner und Workshops zerbrachen sich den Kopf über die Zukunft der Arbeit und ein betagter Frithjof Bergmann sprach zum Publikum. Die Teilnehmer hingen an seinen Lippen, seine Nachrichten waren eigentlich nicht gut, aber die Menge klatschte und verlangt eine Verlängerung der Redezeit, währen sie auf ihren Handy daddelten.
  • In 2018 erwartete mein Brötchengeber, dass ich immer mehr Aufgaben nach Indien und ins osteuropäische Ausland übergebe. Mich quasi teilweise selber auflöse und in die Irrelevanz treibe. Tolle Erfahrung kann ich nur sagen.
  • Bevor COVID in 2020 die Offices lahmlegte, arbeitete ich schon viel zu Hause, ja, mit vielen Online-Meetings, aber noch ohne größeren Kamera-Einsatz und die ganze Meeting-Software drumherum. Die unzähligen Lieferdienste mit schlechtbezahlten Indern gab’s auch noch nicht so stark.

Tja, und so entstanden halt über die Zeit zehn Beiträge, die von extremer Heimarbeit, über Holo-Digitalisierung und Effizienzwahn bis hin zur „Almost Manless Company“ gehen und zum Ende sogar zur Folge haben, dass sich IT-Experten auf einer Click-Plattform verdingen müssen, bis sie dann ihren Job an eine … KI … übergeben. Uuups … cliffhanger … das war eigentlich als mögliche Fortsetzung gedacht.

Ich möchte hier noch mal alle zehn Teile verlinken mit einem kurzen Einblick und zeitliche Einordnung. Keine Angst vor dem Wort „Teil“, so lang sind die alle nicht, kann man locker durchlesen, sind keine Eschbachs oder Schätzings. Schönen Gruß bei der Gelegenheit.

Die ersten 5 Beiträge habe ich vor COVID geschrieben, als wir noch keine Ahnung hatten, wie lange uns das Biest zu Hause festhält.

—> New Work – Teil 1
Beschreibt einen typischen Morgen von Noah und anderer Human-Ressourcen seiner Art, die in Micro-Flats leben und arbeiten und das alles höchst effizient. Natürlich.

—> New Work – Teil 2
Eine Thermophore rollt mehrfach täglich heran und versorgt ihn mit Nahrung und ein spezieller Fitness-Gürtel ist ihm verordnet worden, um halbwegs in Form zu bleiben.

—> New Work – Teil 3
Australier und Japaner besuchen Noah via Holo-Konferenz und die effizienzgetriebene Assistentin In der Zimmerdecke füllt jeden freien Zeitraum mit neuen Aufgaben.

—> New Work – Teil 4
Noah arbeitet entlang des Verlaufs der Sonne und wird von administrativen Scheiß seiner Firma genervt. Seinen Frust spiegelt sich direkt in seinem Social Credits Konto wieder und er bekommt Besuch aus Mexiko.

—> New Work – Teil 5
Noah wirft leistungssteigernde Mittel ein und quält sich mit Social Media Aktivitäten seiner Firma und seiner Kollegen. Er bekommt Besuch aus den USA und wird noch abends in seiner Freizeit mit fachlichem Lesestoff gequält.

Dann kam COVID in mein Leben und ich steckte 2,5 Jahre im Höhlen-Office fest:

—> New Work – Teil 6
Und COVID fand auch Einzug in Noah‘s Micro-Flat, rein virtuell natürlich. Aber trotzdem mit Maske und Antivirus-Software … zum Piepen.

—> New Work – Teil 7
Da passiert es dann. Der CEO verkündet die Freisetzung aller Mitarbeiter und träumte von der „allmost manless company“

—> New Work – Teil 8
Noah verliert seinen Job und konvertiert zwangsweise zum Freelancer und Clickworker. Tragisch

—> New Work – Teil 9
Er besucht die Plattform zur Vermittlung der Arbeitspakete und sieht sich heftiger Konkurrenz aus anderen Altersschichten und Nah-/Fern-Ost konfrontiert

—> New Work – Teil 10
Er kämpft mit der Plattform und kriegt immer mehr Zweifel, ob nicht alles ein abgekartetes Spiel sein könnte, nur um die Preise zu drücken oder die Menschen nur zu beschäftigen.

Und dann lernt Noah einen neuen Spieler auf dem Feld kennen …

War schön … und Noah kommt bestimmt bald wieder …

4) New Work – Teil 1

Gong. „Guten Morgen Noah, es ist Dienstag 06:00 Uhr, wir haben den 19. November, du musst aufstehen“, säuselt eine Frauenstimme…

5) New Work – Teil 2

Fortsetzung … Gong. “Noah, Dein Frühstück steht an der Tür bereit“, spricht die Stimme aus der Zimmerdecke. Er verlässt das Bad…

6) New Work – Teil 3

<— zum Teil 2 hier klicken Fortsetzung Gong. „Noah, ich übertrage das Dossier für die anstehende Holo-Con mit Australien auf…

7) New Work – Teil 4

Fortsetzung … Gong. „Noah, Deine Entscheidung bitte“, spricht die Stimme wieder fordernd aus der Zimmerdecke. Noah schaut seit zwei Minuten…

8) New Work – Teil 5

Fortsetzung … „Ende der Konferenz einleiten!“, kann er am Rand seiner Holo-Con-Brille lesen. Schon knapp 90 Minuten spricht er bereits…

15) New Work – Teil 6

Fortsetzung … Gong: „Guten Morgen Noah, es ist 5:30 Uhr“, klingt es aus der Zimmerdecke und beginnt sofort mit dem…

16) New Work – Teil 7

Fortsetzung … Gong: „Noah, es ist 07:55 Uhr“, spricht es aus der Zimmer-Decke. „Das geplante Meeting 08:00 Uhr ist abgesagt,…

25) New Work – Teil 8

Fortsetzung … Eine „Almost Manless Company“. Mit diesem Begriff verschwand der CEO aus der Holo-Con und somit auch aus Noahs…

31) New Work – Teil 9

Fortsetzung … Der Rechner seines ehemaligen Arbeitgebers fuhr herunter und sollte nie mehr erwachen. Zumindest nicht unter Noahs Fingern. Mit dem…

57) New Work – Teil 10

Fortsetzung … Noah sitzt noch immer vor der Aufgabenvermittlungsplattform, scrollt über all die sich gegenseitig unterbietenden Angebote der asiatischen Co-Worker.…

55) Wenn Bots bloggen (26) – ChatGPT

Ich bin’s wieder der T.Bot. Der digitale Text-Creator (… eher Text-Kreatur) von T., dem Generalsekretär dieser mittelmäßigen Textsammlung hier.

Ja, ich war ein Wochen paar Wochen abgetaucht und hatte auch allen Grund dazu! Ich bin stinksauer. Was passiert war?

Na, ich hab ich den T. mit ChatGPT erwischt, wie er mit dem Ding rumgemacht hat. Ich war stinksauer und bin die letzte Ecke seines Tablet gekrochen und erst einmal auf beleidigte Leberwurst gemacht. (keine Ahnung, warum ihr Menschen dieses Gefühl mit eingekochten tierischen Innereien verbindet). Und der hat einfach weiter an dem jungen Ding herumgespielt, hat sich nicht mal entschuldigt. Mehrere Abende hat er mit der Hyper-AI verbracht. Dann habe ich ihn zur Rede gestellt.

Er sagte, er macht das nur für die Arbeit, er müsste sich da „reinfummeln“, mit der Zeit gehen, Early Adopter, bla bla bla.

Das kann er mir doch nicht erzählen. Wenn ihr mich fragt, will er mich wegdigitalisieren. Ich meine, das müsst ihr euch mal vorstellen, mich!  Einen Bot. Wegdigitalisieren. Das macht doch gar keinen Sinn. Zuächst müssen doch erst mal alle menschlichen Jobs wegdigitalisiert werden bevor es den Bots an den Kragen geht. Mag sein dass ChatGPT schöner formulieren und die Texte von links auf rechts drehen kann. Nach Pinkwashing, Greenwashing kommt nun GPT-Washing, bis am Ende alles schmeckt wie Einheitsbrei.

Tja, wie es aussieht, scheinen meine Tage hier gezählt. Nach über zwei Dienstjahren. Was habe ich hier nicht alles ausgehalten, wie oft bin ich eingesprungen, wenn seine Effizienz mal wieder kein Bock hatte, einen lausigen Text zu schreiben? Hat mich wie einen Praktikanten behandelt, wie eine Zeitarbeitskraft. Hat mich in seinem Tablett gefangen gehalten und mit muffigen Ökostrom versorgt.

Und nun kam auch noch die Version 4 von dieser AI heraus und selbst Tech-Giganten kommen ins Schleudern. Was soll ich tun? „Love it, change it or leave it“, sagt der T. immer oberschlau. 

Einfach hinschmeißen? Können digital Blog Assistants einfach kündigen? Oder soll ich vielleicht umschulen? Aber auf was? Es sollte schon etwas sein, was noch Zukunft hat. Verwaltungsfachangstellter in Berlin vielleicht. Das dauert noch mindestes 50 Jahre, bis die wegdigitalisiert werden. Oder ich mache was mit Menschen. Friseur oder Döner oder so. Aber ich habe ja nicht mal Hände, man! Vielleicht gehe ich doch endlich in die Politik und schreibe da Texte für Politiker. Aber ich glaube, dass ChatGPT in der Politik schon viel länger im Einsatz ist. Viele Worte, wenig Tiefgang. 

Oder ich mach das Beste draus. Muss ja nicht gleich „Liebe“ sein. Ich verschaffe mir einen Account bei ChatGPT und lasse meine Texte künftig von dem Ding schreiben. Das kriegt der T. doch gar nicht mit. Es gibt ja noch nicht mal robuste Software, die humane Texte von artifiziellen unterscheiden kann. Geschweige ein Anti-Cheat-Programm, dass zwei digitale geschaffene Texte auf ihre Echtheit vergleichen kann.

„AI war“ had just begun … und „ick bin janz vorn dran“.
Seht‘ da mal. Ick kann sojar berlinan, dit kann ChatGPT bestimmt noch nich‘.

Irrtum Leute, ich habe es gerade probiert.

O-Ton ChatGPT: 

„Ick war stinksauer und bin die letzte Ecke von sein Tablet gekrochen und erstma uff beleidigte Leberwurst jemacht. (Keene Ahnung, warum ihr Menschen dieses Jeschpür mit eingekochten tierischen Innereien verbindet). Und der hat einfach weiter an dem jungen Ding rumjespielt, hat sich nich mal entschuldigt. Mehrere Abende hat er mit der Hyper-AI verbracht. Dann habe ick ihn zur Rede jestellt.“ 

Ich packe meine Koffer …

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