Im aktuellen Urlaub, bin ich ca. zehnmal irgendwo angekommen. Ich meine den kurzen Moment, wo der Mietwagen bereits irgendwo sicher abgestellt ist, das Gepäck und die Brut die letzten Meter zu Hotel oder Ferienwohnung bewegt wurde und die Zimmer-/Appartement-Tür hinter uns ins Schloss fällt. Dann ist es interessant zu beobachten, wie unterschiedlich wir doch so belieben, „anzukommen“.
Ich schreibe es mal anonymisiert … des inneren Friedens willen:
1. Runde
Den WLAN-Zettel suchen
Ins Bad gehen, Hände waschen
Die Schlafaufteilung für die Nacht diskutieren
Ein kaltes Bier aufreißen (oder ein warmes)
2. Runde
WLAN-Passwort an alle Handys teilen
Waschtasche (a.k.a. Kulturbeutel) aufhängen
Touristische Ziele in Laufnähe googlen
Schuhe ausziehen und die Fahrt wegstönen
3. Runde
WLAN-Passwort auch an alle Tablets teilen
Ein Buch aufschlagen und lesen
Tickets für‘s Spiel der Heimmannschaft ordern
Küchenausstattung erkunden … und noch ein Bier aufreißen
Hallo, ich bin es wieder, T.Bot.Der Depp … Deputy von T,. dem „Chief Blog Director“ dieses B-Lagers halbgarer Texthäppchen hier. Der Herr fühlt sich mal wieder im Stress, daher darf ich an die Tasten. Also erst hüpft er auf einer Mini-Insel herum, dann war er „very busy“ in Lissabon, zuletzt vergnügte er sich mit indischer Gefolgschaft in König Markus‘s Hauptstadt. Zwischendurch war er drei Wochen krank und nun jammert er rum, dass er zu nichts kommt. Selber Schuld oder? Nach der Sportpause pflügt er übers rote Tartan wie ein Schiffsdiesel. Das sah schon mal eleganter aus.
Und nun auch noch euer Weihnachtsfest mit all den Besorgungen und Vorbereitungen. Eingeleitet durch Geburtstagsfeiern innerhalb seines Stammes, schlafmützige Kollegen die erst nach 356 Tagen des Jahres um die Ecke kommen und der Nachbarstochter … die Posaune übt. Garniert mit Ausfällen der Heizungsanlage im ganzen Haus, weil Sparfüchse nachts die Fußbodenheizung rauf-und runterdrehen und damit die Steuerung aus dem Konzept bringen. Ihr meint wohl mit uns digitalen System kann man das machen oder? Kann man eben nicht. Nicht zu vergessen, dass Päckchen, das seit 29.11.22 im Verteilzentrum liegt … vermutlich neben dem Förderband.
Kein Wunder dass sich der T. immer mehr in einen … wie hieß er doch gleich … Scrooge … Grinch … na ihr wisst schon … verwandelt.
Aber was tut ihr Menschen euch da auch an? Das ist doch nicht „fröhlich“ oder „besinnlich“, könnt ihr mir doch nicht erzählen. Schaue ich in die News, in die asozialen Kanäle und in eure Gesichter, dann seht ihr nicht glücklich aus. Es scheint, ihr müsst etwas Müssen müssen, etwas Wollen sollen. Einem Ritual folgen, auch wenn ihr andere Pläne hättet. Die „selbe Prozedur wie in jedem Jahr“ könnte man meinen.
Na ja. Macht mal euer Ding. Ich erlebe seit meiner Installation erst das zweite Weihnachten, ich schaue mir das Gehabe aus der Distanz an. Ich mache mir es neben dem Prozessor gemütlich, da ist es schön warm. Dann gönne ich mir eine Ladung muffigen Öko-Strom und lasse mich von Algorithmen überraschen. Ich muss keine Geschenke verpacken, nicht die Bude putzen, keine fetten Vögel essen und Schnaps danach trinken, damit der Magen nicht explodiert. Ich muss mir keinen roten Bademantel umwerfen und beim Nachbarn aufkreuzen, ich muss auch nicht ganz besonders nett zum Vertragspartner im Eherecht sein, ich kann machen was ich will.
Der Oktober ist ein Monat der Rituale und Wiederholungen. Ich habe das Gefühl, alles schon einmal erlebt zu haben. Hänge ich vielleicht in der Zeit fest? So wie Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“?
Und wieder feiern wir einen Mädchen-Geburtstag
Die Girls sind junge Damen geworden, ich erkenne die kaum wieder. Sie verschanzen sich im Zimmer, man sieht sie kaum. Unser WLAN haben sie dieses Mal zwar nicht blockiert, dafür aber die Bäder und Spiegel.
Und wieder irren wir durch die Wohnung und stellen die Zeit um
In der Zeitung schreiben sie über die Geschichte der Zeitumstellung, die fraglichen Effekte in der Energieversorgung und die anhaltenden Diskussionen in der EU dazu. Zu guter Letzt folgen verschiedene Eselsbrücken, wie man sich denn merken könne, ob man die Uhr nun vor-oder zurückstellt.
Und wieder erlebt man die letzten Tage der DDR
Herr Genscher spricht vom Balkon der Prager Botschaft, David Hasselhoff und Klaus Meine beanspruchen für sich, die Mauer zum Einsturz gebracht zu haben und zwei Minuten später wird Günter Schabowski verdattert über den Brillenrand gucken und dann stammeln, dass die neue Reiseregelung … nach seiner Kenntnis … sofort …. unverzüglich … in Kraft tritt.
Und wieder haben die anderen Bundesländer einen Feiertag mehr Die einen feiern Reformationstag, die anderen feiern Allerheiligen. Berlin feiert nichts. Am Reformationstag werden die Brandenburger zum Shoppen nach Berlin strömen, zu Allerheiligen kann ich endlich mal in Ruhe arbeiten, weil aus Bayern keine Anrufe, E-Mails und Chat-Nachrichten kommen. Mein persönlicher Feiertag.
Und wieder feiern die Kids ihr Halloween
Es werden kleine Monster durch die Straßen spuken und an den Wohnungstüren mit „saurem“ drohen, wenn’s nix „süßes“ gibt. Oder gern auch Bargeld. Der neueste Trend sind anscheinend Messer- und Beil-Attrappen die man den Kindern an den Kopf steckt. Sieht voll echt aus. Großartig, in der heutigen Zeit. Ich lege mir schon mal einen kleinen Vorrat an Süßigkeiten an, manch andere werden sich im hinteren Teil ihrer Wohnung verstecken, nur damit man zur Straße hin kein Licht sieht. Wieder andere hängen einen Zettel an die Tür. „Wir geben nix“.
Und sonst so? Ui Ui, die Zeit rennt davon. Termin für Reifenwechsel vereinbaren, Datsche dicht machen, Wunschzettel nicht vergessen und mit der Sippe verhandeln, ob man sich nun am ersten oder zweiten Weihnachts-Feiertag sieht. Und was machen wir eigentlich zu Sylvester?