76) Postkarte aus … Warne … Warme … Kaltemünde

Eben mit noch mit Besuch aus Indien in Berlin, Nürnberg und München unterwegs … hat‘s uns am Wochenende an die Küste verschlagen. Schön war‘s mit euch, aber auch arschkalt.

Hier ein paar Eindrücke.

Also zunächst schlurfte ich in Badeschlappen, String-Tanga und Luftmatratze zum Strand, hatte mich vorher noch mit Sonnencreme und kühlen Getränken versorgt … und dann das! Alles eingefroren. Ich bin enttäuscht, die Ostsee ist auch nicht mehr das, was sie mal war. So geht das nicht! Dafür zahle ich keine Kurtaxe!

Früher … ja früher … da „konnte“ man noch unentdeckt in den Dünen kuscheln, heute „musst“ du schon kuscheln, damit du nicht dem Kälte-Tot zum Opfer fällst.

Ein paar Leute waren im Wasser. Eigentlich wollte ich es Ihnen gleichmachen, aber nach einer Minute rannten die schon wieder an Land. Weicheier.

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Also konnten wir nur durch den dicken Sand stapfen, über unseren Schatten springen und Schiffe beobachten.

Und ich muss bekanntgeben, dass es drei Enten weniger auf dem Planeten gibt. Tut mir Leid … wir machen das irgendwie wieder gut. 😉

393) Besuch aus Indien 4 – Perspektiven

Tja, war etwas ruhig hier in den letzten Tagen, oder? Dabei war ich eigentlich gar nicht abgetaucht, sondern habe mich eine Woche lang um meinen Job und „meinen Inder“ gekümmert. Mehr zu den Hintergründen findet ihr in >Teil 1 der Reihe. Wie angekündigt, möchte ich möchte ich ein paar Erlebnisse der gemeinsamen Reise notieren und dabei geht es gar nicht so sehr um ihn … heute nenne ich ihn hier mal Vinod … , sondern eher um uns Deutsche und unsere Eigenarten.

Los geht’s mit Missverständnissen und Erklärungsnöten:

Ich habe versprochen, ihn am Flughafen abzuholen und habe ihm gesagt, er soll bitte „behind customs“ and „behind glass door“ nach rechts gehen. Da würde ich dann stehen. Damit meinte ich natürlich im Gebäude. So stand ich da, aber ein Vinod kam nicht aus der Glastür. Er schrieb per WhatsApp, dass er mich ungern warten ließe, aber er muss noch auf den Koffer warten. No issue. Wieder kam ein Schwung Menschen aus der Kofferausgabe, auch ein paar Inder waren dabei, aber keiner bog rechts ab. Allerdings bog einer links ab, der Ähnlichkeit mit Vinod hatte und der lief in Eile und mit einem Riesenkoffer auf den Ausgang zu … und stand dann auf einmal bei -1° in der Brandenburger Pampa. Ich rannte ihm hinterher. Wir fielen uns in die Arme und ich schlug vor, dass wir doch besser im Gebäude zum Parkhaus gehen, statt draußen. Das hat er sofort eingesehen.

Kurze Zeit später saßen wir dann in meinem Auto und fuhren die Stadtautobahn in Richtung Neuköln. Vinod zeigte auf all die Schriftzüge an den Schallschutzwänden und fragte, was es mit denen auf sich hätte. Also musste ich ihm erklären, dass mancher unserer Kids einfach zu viel Geld haben und die Kohle dann in Graffiti-Spray investieren. „But what are all those mean?“, „I don’t know Vinod. No clue“. Wir rechneten gemeinsam aus, dass er seine Familie vom Preis einer Sprüh-Dose fürstlich … maharadscha-ich … zum Essen ausführen könnte. Wir verquatschen uns und ich verpasse die Abfahrt nach Treptow, auf einmal waren wir mitten in Tempelhof, später in Kreuzberg, Kottbusser Tor … wem das was sagt und ich komme schon wieder in Erklärungsnöte. In Prenzlauer Berg, zeigt er auf ein gelbes Schild und fragt, um welche Hochzeit es sich denn da handele. Zunächst kapierte ich gar nicht was er meinte, dann nahm ich den Wegweiser in den Stadtbezirk „Wedding“ war.

Ich setzte ihn im Hotel ab, half beim CheckIn und sagte, dass ich ihn 16:30 Uhr wieder „hier“ abholen würde und zeigte dabei auf den Boden. Punkt 16:30 Uhr war ich da, 16:35 Uhr war kein Vinod zu sehen, gegen 16:40 Uhr immer noch nicht. Ist er vielleicht eingeschlafen oder telefoniert kurz mit Gott? Da will ich ja auch nicht stören. Also schrieb ich dann mal vorsichtig eine Nachricht: 

Ich: „All good Vinod?“
Er: „Yes, I am ready all when you are“
Ich: „We are here in the Lobby“
Er: „I didn‘t knew. Coming“

Typisch Deutsch, dachte ich.

Eigentlich macht er das genau richtig. Warum soll er sich auch in einer Lobby die Beine in den Bauch stehen, wenn der Abholer vermutlich eh im Bengaluru-Traffic feststeckt.

In den nächsten Tagen erlebten wir einige spannende Momente in deutschen Verkehrsmitteln … aber mehr dazu im nächsten Teil. 

<—Besuch aus Indien 3 – Pläne

—> Besuch aus Indien 5 – Realitäten

392) Besuch aus Indien 3 – Pläne

Und wieder beginne ich provokativ mit: „Mein Inder kommt!“. Wer das irgendwie anmaßend findet, sollte zunächst >Teil 1 lesen, da erkläre ich die Hintergründe und wie das bitte zu verstehen ist. Also heute gibt‘s Beitrag No 3 zum Besuch aus Indien … der hier bald aufschlägt.

Ich bin noch immer nicht ganz fit, aber es ist kein Covid wenn man all den Selbsttests glaubt, sondern vermutlich ein Best-Off-Berlin-Grippe-Erkältungs-Mix. Aber trotzdem bin ich natürlich vorbereitet. Wäre ja gelacht. Denn ich liebe Pläne!

Pläne und Realitäten:

Am Tag seiner Ankunft werde ich ihn am Flughafen abholen und dann fahren wir „Berlin-style“ mit den Öffi‘s nach Berlin Ostkreuz, dann steigen wir in die Ringbahn und dann düsen wir noch ein paar Stationen mit der Tram zum Hotel. Und schon sind wir da … und dann hat er Prunk und Ekel Berlins gesehen, hunderte Graffiti, ebenso viele Irre, Spinner und Individualisten.
—> Ok, ich hole ihn mit dem Auto ab.
Might be better.

Dann setze ich ihn beim Hotel ab, da kann er sich frischmachen, während ich die Karre nach Hause bringe und ihn dann wieder abhole. Dann haben wir noch 3 Stunden, in denen wir durch die Ost-City stromern können. Mittlerweile haben wir zwar 1°C hier, es ist eigentlich immer dunkel und größtenteils … ekelig. Aber wir ziehen das durch. Schlafen kann er im Flugzeug! Und zieh’ dich warm an! Hab’ ich ihm gesagt.
—> Ok, ich schaue erst einmal ob die Maschine überhaupt pünktlich landet und wie denn unser Hightech-German-Koffer-System am BER den Nachmittag geplant hat und ob die Super-Baustelle „Brücke Treptow“ uns überhaupt über die Spree lässt.
Might be better.

Aber nach dem City-Walk, da … da … gehen wir zünftig Deutsch essen. Muss er ja schließlich mal kennenlernen, oder? Schnitzel, Kassler, Sauerkraut, Brauhaus, Curry-Wurst … Bierchen. Ach nee. Geht ja nicht. In seinem Fall kein Schweinefleisch und wenn Fleisch, dann nur Halal. Ich lese besser noch mal nach.
—> Ok, wir suchen uns was Arabisches.
Might be better.

Und ich „Deutscher“ ging da sogar noch hin und fragte wirklich noch mal nach:

Ich: „Tach‘chen“
Kellner: „Hallo“
Ich: „Ich kriege einen Gast aus dem Ausland … sagt mal … ihr macht doch hier alles … Halal … oder? Ihr wisst schon …“
Kellner: „Selbstverständlich, alles Halal. Immer. Wieviel Personen?“
Ich: „Warte mal… ähm … habt ihr auch eine Karte auf Englisch?“
Kellner: „Nein, aber wir haben immer jemanden hier, der English spricht. Kein Problem.“

Wie peinlich 😉

Ich klopfte mit der flachen Hand auf den Tresen.
„Jungs ihr macht das schon … hier bin ich richtig. Wir kommen!“

<— Besuch aus Indien 2 – Bahnticket

—> Besuch aus Indien 4 – Perspektiven

391) Je suis malade

Nein … keine Konfitüre. Sondern krank, Mensch! Da habe ich es doch 2,5 Jahre geschafft, mir die C-Seuche vom Hals zu halten und war auch BC durch viel Homeoffice äußerst selten krank geworden. Kann mich gar nicht erinnern, wann es mich zuletzt aus den Schuhen gehauen hat.

Im Kita-Alter der Kids vielleicht. Aber nun hat es mich erwischt, seit 7 Tagen „manage“ ich an einer Erkältung herum. Und das ist eine hartnäckige Nummer, ich habe sogar meine Münchenreise morgen abgesagt. Ich will fit werden, denn bald kommt schließlich „mein Inder“ nach Berlin.

Ob das nun ein Mitbringsel aus Lissabon oder die Variante „Berlin-School-0815“ ist … schwer zu sagen. Auf jeden Fall gehen wohl 5 Kilogramm Micro-Plastik auf mich. Meine C-Tests der letzten Tage, noch allesamt negativ. Immerhin.

Die Schulklassen sind nur noch halb besetzt, Lehrpersonal und Unterricht fällt aus, der Berliner S-Bahn-Verkehr wird bereits ausgedünnt. Kein Wunder, waren unsere Körper durch Abstand, Vorsicht und Maske die letzten 2,5 Jahre gut geschützt, trifft es uns nun … vollends untrainiert.

Und so manch lokale Gesundheitsexperten fordern lautstark das Aufheben der Maskenpflicht … da wo es sie noch gibt. 

Die sind vollends irre, sorry.
Und hoffentlich bald auch krank.
Wohl bekomms.

Bleibt gesund!

PS: Trotz sorgfältiger Positionierung der Arzneimittel im Titelbild, mögen eingetragene Warenzeichen zu sehen sein, das versuche sich sonst zu vermeiden, aber is halt so heute.

390) Pizza-Index

Wer sich dieser Tage mal die Preise im Supermarkt genauer anschaut, der kriegt schon mal große Augen … dem bleibt die Spucke weg … der sucht nach einer Sitzgelegenheit.

So ähnlich ging es mir Freitag, als ich mit dem Stammhalter zur nächstgelegenen „Pizza-Ausgabestelle“ ging und dann dort auf die Preistafel schaute. Ich bin fast wieder rückwärts durch die Tür gekippt. Pizza Salami für 18,88 EUR, Pizza Tonno auch 18,88 EUR?? Sind die irre geworden? Salami und Tonno gehören neben Margherita zu den einfachsten Pizzen der Welt, die lagen immer um die 6-8 D-Mark, dann lagen sie immer unter 6-8 Euro (den Umrechnungskurs 1,95583 vergessen wir dabei mal ganz schnell). Dann habe ich kapiert, dass das Preis-Poster wohl gerade erst angebracht wurde und die neuen Zahlen erst noch angeschrieben werden müssen.

Beim Bezahlen war ich dann schlauer. Salami 8,90 EUR, Tonno 9,90 EUR. Alter Schwede. Für Pizza im Karton, ohne Tischdecke, ohne Lieferdienst, ohne „Se Bastasse Una Canzone“ über die Lautsprecher. Von Sambuca ganz zu schweigen.

Beim Rückweg dachte ich drüber nach.

  1. Ist die Preistafel überhaupt aus Papier gefertigt? Vielleicht wird das ja eine dynamische Preistafel wie an der Tankstelle
  2. Alle Preise haben zwei Stellen vor dem Komma … na wunderbar …
  3. Se Bastasse Una Calzone  …

Guten Appetit

Esst langsam Kinder, und der Rand wird gefälligst mitgegessen !!!

389) Du … Stefan … du

Neulich habe ich Post von der Online-Bank bekommen, aufgemacht und gelesen.

„Deine neue EC-Karte ist da“, stand dort geschrieben. Da kam ich ins Grübeln. Bin ich da wohl neulich mit dem CEO der Bank in der Kneipe versackt?

Haben wir uns irgendwann in den Armen gelegen? Kann ich mich gar nicht dran erinnern. War das etwa so dolle? Ach du meine Güte, wer weiß, was ich dem alles erzählt habe. Aber muss wohl so gewesen sein, sonst würde der mich ja nicht duzen, oder?

Also gut, … Stefan …, dann sprich mich aber bitte wenigstens mit Vornamen an und nicht mit Liebe*r Kund*in. Dann komme ich mir ja erst recht vor, wie ein Datensatz in eurer Daten … bank.

Ansonsten Danke für deinen „direkten“ Brief mit der neuen EC-Karte drin. Du hast da noch von SR, SR, CX-kompatiblen TAN-Generatoren geschrieben … und von einem tanJack. Oh je. Waren der Tan und der Jack etwa auch in der Runde? Bin ich jetzt mit denen auch per Du? Ich werde die gleich mal googeln, vielleicht erkenne ich die ja wieder. 

Also, dass man mich im Möbel-Haus, an der Bowling-Bahn oder im Kino duzt, stört mich ja gar nicht. Ich duze mittlerweile auch viele Kollegen, die jünger bis gleichalt sind ohne viel zu fragen. Oft gehe ich auch in die Vorlage und stelle mich nur mit Vornamen vor … einfach nur weil ich mir irgendwann nicht mehr merken kann, mit wem ich „per Sie“ oder „per Du“ bin. Weil es mir auch Wurscht ist. Eigentlich.

Aber von Bankern, Polizisten und … sagen wir mal … Fahrkartenkontrolleuren und  Gerichtsvollziehern … will ich nicht geduzt werden.

 

52) Wenn Bots bloggen (23) – Euer Personal

Hallo, ich bin es wieder, der T.Bot. Der Tasten-Clown von T., dem Kommandeur dieser semi-professionellen Blog-Chain hier. Mein Herr T. verspürt seit Montag ein Kratzen im Hals und fühlt sich ein bisschen schlapp … Weichei … und deshalb darf ich mal wieder hier an die Front! Nun gut, hier bin ich also. 

Aber was mache ich denn heute mit euch? 

Das Thema Arbeitskräfte-Mangel, vielleicht. Ja, da scheint ihr ja echt ein Problem zu haben, oder? Eure Koffer stapeln sich am Airport, der Zimmerservice klopft nicht mehr und in der Kneipe sitzt ihr länger auf dem Trockenen als euch lieb ist. Doof. 

Ich könnte das fortsetzen, durchaus. Der Spa-Bereich im Westflügel müsste gereinigt werden, der Jaguar verliert vorn Luft und der Steinway im Salon müsste mal dringend gestimmt werden. Ich kann das nicht. Ich bin ja nur Software, ich habe nicht einmal Hände. Also soll mal keiner versuchen, das bei mir abzuladen. Es ist ja auch nicht mal mein Zeugs, das gehört ja alles diesen super-busy Menschen um mich herum, die weder Zeit, Laune, noch Ahnung davon haben.

Also was könntet ihr da machen? Eigentlich eine ganze Menge:

  1. Verbraucher reduzieren. Jeder zweite, schnipp schnapp Rübe ab. Könnte schmutzig werden … und wenig Vegan.
  2. Services einschränken. Ich ahne … die Freiheit … das Anrecht … schon immer … keine Chance.
  3. Arbeitskräfte aus dem Ausland holen. Da höre ich bereits Getöse zur stillen Nacht.
  4. Selber machen. Aber das könnt ihr nicht mehr … habt ja alles outgesourced, tja.

Nun habe ich auch noch gehört, dass euch wohl die Weihnachtsmänner ausgehen und die Jobs an Heiligabend nicht besetzt werden können? Hah, geil. Da fliegt mir glatt der Chip weg. Putzfrauen kann man ja aktuell ganz gut aus Osteuropa besetzen, aber deren Männer … die sind gerade nicht abkömmlich. Denn die stehen im Flecktarn in der kalten Pampe und verteidigen ihr Land. Ich sehe schon, wie ihr Weihnachtsmänner aus der Türkei oder von der arabischen Halbinsel einfliegen wollt, dass könnte  interessant werden. Natürlich könnten auch Frauen den Weihnachtsmann … oder den … die … Weihnachtsengel:In … ihr wisst schon … geben, aber dann werden die angeblich wohl auch mal für Herrenrunden gebucht … und dann … gibts Ärger.

Oh man, also ehrlich, ihr habt Probleme

Bis bald mal wieder
Euer T.Bot

<— Wenn Bots bloggen (22) – Eure Stadt

— > Wenn Bots bloggen (24) – Euer Weihnachten

—> Mehr von T.Bot gibt es hier 😉

388) Faktor zwei

Anscheinend hat es sich herumgesprochen, dass ich letzte Woche außer Landes war. Wahrscheinlich hat man nur darauf gewartet, um mir endlich nervige Post in den Briefkasten werfen zu können.

Eine Versicherung kündigt die Erhöhung der Beiträge an, … „weil der oben genannte jeweilige Schwellenwert des jeweils betroffenen Tarifes bei den Versicherungsleistungen als Auslösender Faktor nicht nur vorübergehend überschritten wurde“. Faktor 1. 

Der Energieversorger teilt die Erhöhung des Arbeitspreises ab Januar 2023 mit. Der Preis für die Kilowattstunde liegt dann doppelt so hoch. Faktor 2 quasi.

So liebe Mitbewohner, wenn sich der Preis verdoppelt, dann muss der Verbrauch halt halbiert werden.

Sieben Maßnahmen mit sofortiger Wirkung:

1. Bei der Fußball-WM wird nur noch eine Halbzeit geschaut.

2. Tiefkühl-Pizza kommt nur noch 10 Minuten in den Ofen.

3. Fischstäbchen werden nur noch von einer Seite angebraten.

4. Netflix-Filme werden doppelt so schnell abgespielt, damit der Bildschirm nur halb so lang Strom zieht.

5. Morgens wird die untere Zahnreihe geputzt, Abends die obere. Das muss reichen.

6. Der Winterzauber-Tee wird mit Eis-Tee ersetzt

7. Ihr schreibt euch an der Schule für alle möglichen Wahlpflichtfächer und Arbeitsgemeinschaften ein, danach geht ihr bis 21:00 Uhr zur irgendwelchen Freunden

Schönen ersten Advent

PS: Ihr könnt auch gleich alle 4 Kerzen anmachen,  dann wird’s wärmer und wir können das Licht ausschalten

387) Schwarze Löcher in der Service Unit

Auf dem Rückflug von Malta entdeckten der Stammhalter und ich eine neue Vorrichtung in der Service Unit über uns. Nun habe ich ja nun schon einige Flugzeuge von innen gesehen, aber so etwas … nein … noch nie. Und unsere Sitzreihe war nicht die einzige, die dieses Feature über sich hatte. Alle hatten dieses „Ding“. 

Wir kamen ins Grübeln…

Was das wohl sein mag?

  • Eine Vorbereitung für eine Ladestation? Aber das macht da oben keinen Sinn.
  • Aschenbecher, Seifenspender, Handy-Halter genauso wenig.
  • Kommt da künftig ein Schlauch raus, über den man Kaffee und püriertes Chicken-Curry serviert bekommt,
  • Werden da später vielleicht mal Kameras reingebaut?
  • Oder Pups-Detektoren? Käsefuß-Melder? Also das fänd‘ ich ja gut.
  • Waren die Teile einfach übrig, mussten die irgendwo verbaut werden?
  • Ist unser Flugzeug ein Montagsflugzeug? Sind wir gar Versuchskaninchen? Oh je.

Aber was passiert dann?

  • Macht es dann „Bling“, ein Licht erscheint über uns und verrät unsere Neugier?
  • Gibt es dann etwas auf die Finger, einen elektrischen Schlag vielleicht?
  • Oder eine Anzeige wegen gefährlichem Eingriff in den Flugverkehr?
  • Fallen da Oxygen-Masks aus der Decke? Na, das wäre ja peinlich.
  • Erzeugen wir damit einen Unterdruck und das Loch saugt uns raus in den Luftraum? Das wäre eine ziemliche Sauerei … für alle Anderen.

Hilft wohl nichts, einer von uns beiden muss sich trauen, diesen Schieber zu betätigen.

Also los, mach mal auf.
Nee, trau‘ mich nich. Mach’ du.

Wieso ich, du willst doch wissen was da drin ist.
So wichtig ist es mir nicht.
Interessant wäre es aber schon.
Na dann … bitte
Ach, nee. Geht auch ohne.
Is‘ bestimm nichts Besonderes.
Wer weiß, vielleicht ja doch.
Also los, jetzt mach‘ das Ding auf.
Wir müssen das wohl auslosen.
Schnick, Schnack, Schnuck
Du also
„Die Fluggäste auf 21A und 21B werden bitte umgehend zum Captain gebeten.“
Siehst‘de?
Sag ich doch.
Du gehst
Nee, du …

Bevor ich jetzt eine neue Episode für das Känguru schreibe, mach ich mal besser Schluss für heute.

Schönes Wochenende!
Live vom Berliner Flughafen,
wo ich vor knapp einer Stunde aus Lissabon gelandet bin und immer noch keinen Koffer habe

386) Rückkehr ins Büro – Teil 8

Letzter Montag war ein besonderer Tag, da ging es für mich nach Lissabon. Das ließ mich deshalb nicht so kalt, weil es nach 2,5 Jahren Corona meine erste Dienstreise ins Ausland bedeutete. Die letzte dieser Art war Ende Februar 2020 nach > Bukarest, danach war … ihr wisst ja … nicht viel … außer Höhlenoffice.

Ich nahm mir vor, über die Tage zu notieren, wie sich das so anfühlt:

18.11.22, Freitag: eine Kollegin, die mitfliegen sollte, kündigt ihre Absage an, weil sie „noch“ positiv ist, eine andere fühlt sich „irgendwie“ krank und will im Laufe des Wochenendes entscheiden. Na großartig, das sind ja tolle Voraussetzungen. Obwohl ich frisch geboostert bin, mache ich mir da so meine Gedanken. Wir werden da ja schon vier Tage zusammenhocken, jeden Abend ist für Dinner gesorgt. Das wird sicher großartig, aber bei Fischplatte, Bier und Port fühlt sich das Biest eben auch pudelwohl. Ich habe keine Lust, mir das als Souvenir mitzubringen, denn zwei Dienstreisen stehen im Dezember noch an und „>mein Inder“ kommt schließlich auch noch, von Weihnachten mal ganz zu schweigen.

20.11.22, Sonntag: ich sortiere meinen Krempel zusammen, ich greife hier was, packe da was, alles noch etwas durcheinander und planlos. Mir fehlt die Übung. Irgendwann glaube ich, alles zu haben, weiß aber im Prinzip schon, dass es nicht so ist. Aber egal, ich fahre ja nicht in die Wüste.

21.11.22, Montag: Die Schlange am CheckIn ist nennenswert, aber nicht kritisch. Hinter mir stehen zwei Portugiesinnen, quatschend rücken sie mir immer wieder auf die Pelle. Ich überlege zu fragen, ob sie mich heiraten wollen. Nach der Security verziehe ich mich in eine ruhige Ecke und pfeife mir ein Stück Pizza rein. Vier Italiener schlurfen an meinem Stück Tonno vorbei. „Atchoo“ (übersetzt Hatschi!!) entfährt es dem einen lauthals und feucht. Salute! Später sitze ich am Gate, um mich herum wird gehustet, geschnupft und gerotzt. Lecker. Im Flieger werde ich die Maske aufsetzen. Schwöre, Digga!

22.11.22, Dienstag: Wir „ubern“ in die Firma. Im Meetingraum sitzen dann schon mal 30 Leute. Schluck. Bom Dia. Händchen hier, Küsschen da, gern auch zwei. Gar nicht mein Ding, auch ohne Covid. Viele der Kollegen kenne ich per Video, aber „in echt“ sehen Manche dann doch anders aus. Über den Tag wird die Bude immer voller, bis zum Nachmittag werden es locker 40, aus verschiedenen Firmen, Ländern, Standorten. Die Luft wird dick, die Fenster lassen sich nicht öffnen. Oh, oh. Ob das so gut ist? Zum Abend dann Dinner, lecker zwar, aber nahe. Und noch andere größere Gesellschaften im Raum.

23.11.22, 24.11.22 Mittwoch und Donnerstag: Beide Tage verlaufen sehr ähnlich, viel Arbeit, viele neue Gesichter, Abends zum Dinner. Menschen, Menschen, Menschen … alle herzlich, nett und gastfreundlich. Und die meisten sind mittlerweile jünger als ich, auch ein Fakt, über den ich mal nachdenken muss. 


Fazit:
Nach dem vermutlich monströsen Dinner heute Abend, geht es bald wieder heim. Es sind noch vier Wochen bis Weihnachten und ich hoffe, mir nichts eingefangen zu haben. Und wenn doch, dann war die Zeit anscheinend reif, wenn nicht, dann habe ich alles richtig gemacht, hab Schwein gehabt und war gut geimpft.

Während ich die ersten Beiträge dieser Reihe eigentlich im Spaß schrieb, scheine ich nun wieder angekommen. Zurück im Büro, zurück unter Menschen. Noch irgendwie komisch, aber irgendwie auch … gut 😉

Hier noch mal >alle Beiträge von der Rolle, beginnend April 21 … also nach dem ersten Jahr Homeoffice … ohne eine Ahnung wie das mal wohl enden mag.

<—376) Rückkehr ins Büro – Teil 7

–> 433) Rückkehr ins Büro – Teil 9