378) Entbunden

Auch wenn ich im Urlaub bin, schaffen es die beruflichen Social Networks dann doch irgendwie, dass ich da mal reinschaue. Und mit etwas mehr Distanz, da wirkt dieser Zirkus erst recht etwas schräg.

Aus einigen wenigen Beiträgen kann man ja noch was mitnehmen, aber der Großteil ist eher nur Selbstdarstellung, Getöse und Oberfläche. Selfies von belanglosen Treffen, halb-gare Managementweisheiten und irgendwelche Badges weil Hinz jüngst einen Kurs absolviert und weil Kunz während der Elternzeit mit Kinderwagen und Laptop unterm Arm einen Marathon läuft und nebenbei Japanisch lernt.

Sucht die Menschheit nicht Ideen, wie man Energie einsparen kann? Voilà ich wüsste da eine. Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass man sich da eine Visitenkarte ins Netz stellt und somit Kontakte ermöglicht, aber muss man so viel Dünnflüssiges mit allen teilen? Können die das nicht untereinander auskaspern? Also ich bin erst einmal logged off, linkedout, ausgexingt, delinked, unlinked, disconnected, habe mich im Urlaub vom Lesen weiterer Posts entbunden.

Apropos „entbunden“

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel wusste am 01.11.2022 zu berichten, dass Tagesschausprecher fortan von der Krawattenpflicht befreit sind. Aber zunächst erst einmal nur nachts. Na immerhin. Ein der Zeichen der Lockerung, denn sind sie nun vom Binder entbunden ohne jemandem auf den Schlips zu treten, wenn sie in der Nachtschicht um 01:30 Uhr die Nachrichten das Tages verlesen. Ich habe ja vor ein paar Jahren auch noch Krawatten getragen, aber als die Jungspunde um mich herum zunehmend „oben ohne“ erschienen, oder sich auch CEOs und Staatenlenker ganz ungebunden ohne Strick ablichten liessen, habe ich fast alle Krawatten entsorgt.

Interessant finde ich an der Geschichte, dass sich Männer in den oberen Gehaltsgruppen von der unpraktischen Seide befreien können, während sich ihre Leidensgenossen in den weniger bezahlten Jobs aber weiter zugebunden geben … müssen. Warum tragen alle Südostasiaten, die hier im Hotel die mit Eigelb und Schoko-Creme verschmierten Frühstücksteller abräumen, bitte Krawatte? Mögen die das? Hat die einen praktischen Nutzen? Fühlen sich ihrem Brötchengeber so verbunden? Oder dient das nicht allein der Klarstellung „Ich Gast und frei, du Personal und hier angebunden“.

Vom modischen Halsgebinde zum Halseisen …

73) Postkarte von Malta 2

Und weiter geht‘s mit skurrilen Eindrücken aus Malta. Bekanntermaßen steht hier nicht der Hochglanz im Vordergrund dieser Reihe, sondern eher die B-Seite … im weiteren Verlauf sogar C und D.

Ausflug nach Valletta

Und wieder Balkone, Balkone, Balkone … kein Haus ohne. Einige Länder unterhalten hier ihre Botschaften, da sollte ich doch glatt mal die Stellenbörsen checken. Vielleicht suchen sie ja noch einen Kulturattaché oder Referatsleiter für Völkerverständigung. Ich wäre dabei.

Wer einen Fimmel für alte Aufschriften, Texte und Hinweise hat, der ist auf Malta genau richtig. Auffällig, dass bei des Farbenhändlers Tür der Lack abgeht und bei seinen Nachbarn eben nicht.

Die zunehmende Inflation hinterlässt auch hier ihre Spuren. Für hinten reicht’s grad’ noch, aber für vorne leider  nicht mehr.

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Die betuchten Touristen versuchen es mit Kosmetik, Botox oder Chirurgie. Das kann gut gehen … aber manchmal … nun ja … wie soll ich sagen … also es gibt auch Fälle da … kommt die wahre Schönheit hoffentlich wirklich von innen.

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Das große Haus hinter der alten Stadtmauer ist die schwimmende Bettenburg der Tagestouristen.

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Der Hunger an Bord ist so gross, die maltesische Bevölkerung muss gigantische Teller heranschleppen.

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Mir hat Valletta gefallen.

St. George Bay

Heute dann ein kleiner Tiefpunkt. St George Bay war meine persönliche D-Seite der Malta-Platte. So was hässliches sieht man selten. Die Reisegruppe ist glücklich, das Haupt in Sliema betten zu können und nicht in St George Bay. Und dies sogar einstimmig … also das will schon was heißen.

Aber so negativ möchte ich den Beitrag nicht enden lassen. Stattdessen mit einer Dame, die mir in Valletta auf dem Weg zurück zur Fähre vor die Linse hüpfte. Ein Profi-Photograph hätte mehr aus dem Motiv gemacht, aber ich find‘s gut. Jetzt rückblickend frage ich mich, ob die Stufen da eigentlich bemalt waren oder das eine Reflexion der Sonne ist. Hat auf jeden Fall was von eine Ski-Schanze.

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72) Postkarte von Malta 1

Zwei Wochen Oktoberferien, meine Güte. Und das noch kurz vor Weihnachten. Muss das sein? Obwohl das Wetter in Berlin ja auch noch recht „dufte“ sein soll, haben wir uns schon vor längerer Zeit für Malta entschieden. Und zwar richtig. Bei Malta scheiden sich die Geister, aber ich find‘s gut bislang.

Überschaubar, einfach, preiswert, warm, nicht weit weg. Ein bisschen „shabby“ hier und da, aber sehr sympathisch. Ein Mittelding zwischen Süditalien, Griechenland, Nordafrika mit einer Note indischen Currys. Hier die ersten Eindrücke von Sliema, Marsaxlokk und St. Julians. Wie immer bei dieser Reihe, geht es nicht um Hochglanz-Fotos, sondern um Entdeckungen am Wegesrand. So sind meine >Postkarten einst gestartet und so bleiben sie auch.

Fangen wir mal mit der Architektur an. Platzt ist knapp in Malta. Also baut man schmal und holt oben wieder etwas Fläche raus, in dem man Erker/Wintergärten drannagelt. Manches Haus ist so schlank gebaut, da kann man sich den Grundriss denken.

Sliema und St Julians

Malta ist Mitglied der EU, man zahlt mit Euro und auch andere Trends wurden hier ans steinige Land gespült. Im Radio läuft Werbung für LIDL und Carglass, die Roller-Pest ist angekommen und auch Vorhängeschlösser finden zahlreich Verwendung.

Aber auf dem Level will man nicht stehenbleiben. An manchen Ecken wirkt es, als wolle man es mit Dubai oder Singapur aufnehmen, aber es täuscht, so hoch sind die Dinger gar nicht. In Sliema wird so einiges gebaut, manche Gebäude haben es aber auch nötig.

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Marsaxlokk

In Marsaxlokk (20 Auto-Minuten von Sliema) ticken die Uhren noch anders. Kleines Fischerstädtchen mit Fischmarktgewusel am Sonntag. Und auch hier macht sich die Insellage bemerkbar, es gibt nicht immer alle Farben im Bootsfachgeschäft zu kaufen. Also werden die Boote mit dem bemalt, was gerade da ist und sind dann irgendwann … bunt 😉

St. Peter’s Pool

Eine halbe Stunde Fußmarsch von Marsaxlokk gibt es den St. Peter‘s Pool, eine Badestelle. Wir waren da nicht im Wasser, aber es war interessant, das Treiben zu beobachten. Mutige Sprünge vom erodierenden Felsrand, mitten hinein in einen Müllteppich. Lecker. Mund auf Leute, so kriegen wir unsere Meere wieder sauber! Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Ansonsten gabs natürlich Mädels, die sich von ihren Typen ablichten ließen. Auf einem Stein drapiert, Bauch rein, Brust raus und Botox-Duckface in die Kamera. Sorry konnte ich nicht fotografieren, sonst hätte mich der Typ vermöbelt. Dafür kriegt ihr eine Extraportion kleinteiligen Kunststoff frei Haus.

Menschen

Im Auto nach Marsaxlokk quatschte ich mit Stefano. Hier eine Wiedergabe des Gespräches aus dem Kopf:
Der Radiosender im Auto rauscht, Stefano wechselt die Soundquelle aufs Handy. Nun klingt Italienisch aus den Lautsprechern und schon kommen wir ins Gespräch. Er ist in Sizilien aufgewachsen, hatte später dann eine Firma mit 12 LKW in Turin. Wenn ein Fahrer ausfiel, musste er selber hinters Lenkrad. So hat es ihn auch nach Berlin verschlagen und andere deutsche Städte. Seit 9 Jahren lebt er auf Malta, wegen der besseren „Economy“. Er fährt gern Auto, und das muss man auch, wenn man in dem Job arbeiteten will. Das letzte Mal, dass er zu Hasue in Italien war, war vor Covid. Stattdessen kommt seine Mutter ab und zu nach Malta. Er schmunzelt über die Diskussionen vom europäischen Festland, aber Energieversorgung ist hier nicht das große Thema. Der Sprit ist günstig, die Strecken sind kurz, das Speed Limit liegt bei 80 km/h und Heizungen haben die normalen Wohnungen eh nicht. Im Januar und Februar gehts dann mal runter auf 7-8 °C und dann nutzen sie das Warmgebläse der Aircondition und ab März wird’s wieder schön.

What nice, isn‘t it?

377) Schlager voller Energie ;-)

Tach zusammen,
Ich bin auf Malta.
Und is‘ es kalt da?
Nee, is warm da.
Von März bis Novemba‘.
Sprit kost‘ fast nix da
Der Diesel und der Supa‘.

Oh, ihr merkt schon, ich bin nicht ausgelastet. Kein Wunder. Die Ausflugsziele erreicht man alle in 20-30 Minuten und an diesem Sonntag haben wir sogar noch eine Stunde geschenkt bekommen.

Und da das Gestammel da oben, noch etwas sehr nach Gangster-Rap klingt, habe ich es in der gewonnenen Stunde mal mit Schlager und Deutsch-Rock probiert.

Heute schenke ich euch also Strophen aus bekannten deutschen Titeln, etwas umgedichtet und voller Energie … 😉

Nummer 1)
nach der Melodie von „1000 und 1 Nacht“ (Klaus Lage)

Tausend mal gekühlt
Tausend mal ist nichts passiert
Das tausendundeinste mal
Und es Wums gemacht

Nummer 2)
nach der Melodie von „Albany“ (Roger Whittaker)

Energie – Kein Feuer brennt mehr in Ost-Berlin
Energie – In diesen Mauern war ich einst zu Hause
Energie – Ofen der Eltern, was hab‘ ich den geliebt
Ach könnt ich Dich nur einmal hochdrehen

Nummer 3)
nach der Melodie von „Du hast mich tausend mal belogen“ (Andrea Berg)

Ja du bist tausendmal geflogen
Du hast dich tausendmal vernetzt
Hast nicht einziges Mal gefroren
Tja und jetzt bist du entsetzt
Nun kannst du nicht mehr Bügeln
Denn Putin spielt mit der Macht
Doch wir würden es wieder tun
Das wäre doch gelacht

Hört‘s euch gern an, vom Rhythmus müsste es ungefähr passen.
Und schreibt mir gern eure Strophen, dann nehme ich die hier nachträglich noch auf.
Bin gespannt!

Zugabe gefällig? Na ok:

Mit Rüben verfroren, den Kocher verleihen
Verdammt ist Gas flüchtig
Wie koch’ ich ein Ei?

Kitschy greetings to Be Kitschig, a well known Blog for Schlager and Kitsch.

PS: Oh je, ich fürchte es war ein Fehler, diesen Beitrag zu schreiben. Jetzt wird mir YouTube künftig immer Schlager in die Konsole schieben. Oder ich habe Glück und die machen es nicht am User fest, sondern an der IP-Adresse. Hah! Viel Spaß damit hier, wenn ich hier weg bin 😉

79) Bring your own seat

Gestern bin ich mal wieder geflogen, ick‘ weiß, ist nicht gut, aber die Strecke zu schwimmen war mir dann doch etwas zu weit. Und ich finde ja das Flugwesen an sich auch sehr interessant, denn es entwickelt sich bekannter maßen. Dazu sprach >Manne Krug auf YouTube schon.

Vollgestopft mit Technik, immer effizienter in den Prozessen „on ground“, gibt es immer wieder neues zu berichten.

Allerdings fühlt sich mein Untergeschoss zunehmend überhaupt nicht mehr „comfortable on board“. Die Sitze an Bord werden immer dünner und klappriger. Oder werde ich immer klappriger? Nach einer Stunde Flugzeit würde ich am liebsten einen Arzt ausrufen lassen, der mir den evolutionär bedingten Steiß herausklempnert. 

Da sind überhaupt keine „Sitzpolster“ mehr da, es sind Metallsitze mit Kunstleder-Bezug. An der Verbundstelle zwischen Sitz und Lehne befindet sich manchmal gar nichts, ausser Luft und Kekskrümel. Und eben meine unteren Lendenwirbel, die da nach und nach reinpurzeln. „Please don‘t leave any personal belongings…“ ha ha.

Aber ich will ja nicht nur meckern sondern auch mit konstruktiven Ideen kommen. Und hier ist schon mal eine. 

„Bring your own seat“. 

Eine Standard-Dockingstation am Boden, ermöglicht es dem geplagten Traveler sein geliebtes Sitzmöbel von zu Hause mitzubringen. Egal ob der fluffige Fernsehsessel, des Sohnes Gamerstuhl oder Uschi’s Gymnastikball. Und dank ISO-Norm lässt sich da noch viel mehr draufklicken. Kindersitz, Camping-Klo, Hometrainer, Kühlschrank für Wein und Kaviar. Jeweils natürlich. 

Ja, das Flugwesen … es entwickelt sich.

376) Rückkehr ins Büro – Teil 7

Ich hatte ja schon angedroht, gelegentlich meine stufenweise „Wiedereingliederung“ ins New Normal zu kommentieren.

Anfang August hatte es mich „endlich“ mal wieder nach München gebracht. War schon ein komisches Gefühl, nach so langer Zeit wieder da zu sein. Siehe Teil 6. Für mich war dieser München-Trip trotzdem ein Novum, denn ich bin mit der Bahn gefahren. Klingt eigentlich völlig normal und man kann sich fragen, warum ich das nicht schon immer so gemacht habe. Kurz: Lernkurve. 

Zu meiner Ehrenrettung sei aber bitte gesagt, dass eine Bahnfahrt nach München damals noch einer Tagestour gleichkam, nun wäre allerdings der Flug über den neuen Hauptstadtflughafen eben dieser Tagestrip. Also, statt mit dem Zombie-Flieger morgens hin und abends spät zurückzufliegen, streckte ich das über 2 Nächte und arbeitete auf Schienen. Somit hatte ich einen vollen Tag vor Ort und habe gleichzeitig alle meine E-Mails weggeputzt und noch Folien gepinselt. Das war früher im Flieger nicht so einfach. 

Im September war ich wieder in Franken gewesen und fand langsam zurück in meine Reiseroutinen. Allerdings ist das immer noch gespenstisch, wenn nur 30-40 % der Büro-Flächen belegt sind und das Schloss schrittweise aus dem „Dornröschenschlaf“ zu erwachen scheint. Wir saßen geordnet am Besprechungstisch, aber abends beim Dinner und nach zwei Bier rückt man sich dann doch etwas auf die Pelle.

Noch auf der Rückfahrt erhielt ich Nachricht, dass die Ehefrau eines der Kollegen, Corona-positiv sei. Na prima. Aber der Kelch ist wieder an mir vorgegangen, ich bin fit und habe im August + September knapp 200 km in meinen Sportschuhen verbracht.

Klopf auf Holz …

Das nächste Level zur weiteren Resozialisierung folgt bald. Es geht eine Woche nach Lisboa! Virus-technisch ein gefährliches Pflaster, in der Tat. Aber da ich nun Anti-Corona 4.0 intus habe, werde ich das hoffentlich überstehen. Ich werde berichten 😉 

<— Rückkehr ins Büro – Teil 6

—> Rückkehr ins Büro – Teil 8

375) Winter 22

Der Energie-Robert wünscht sich einen warmen Winter,
Obwohl seine Partei kalte Winter anstreben muss

Die AfD-Alice und ihr Tino freuen sich auf einen knackigen Winter,
Weil sie dann die Stimmung anheizen können

Der Haushalts-Christian mag kurze Winter,
Weil er dann weniger Zuschüsse zahlt
… und bald wieder Porsche fahren kann

Ähnlich der Verkehrs-Volker,
Weil es dann weniger Schlaglöcher und Zugausfälle gibt

Der Finn wünscht sich einen weißen Winter,
Aber dem Stefan graut‘s vorm Schneeschippen

Die Mia freut sich auf einen kuscheligen Winter
Und die Julia hat Angst vor der Gasrechnung

Der Schneemann braucht einen langen Winter,
Weil er sonst zum Gemüse-Snack mutiert

Ich wünsche mir einen späten Winter,
Da ich noch keine Winterreifen habe

Oleksandr hofft auf einen friedlichen Winter,
Denn der steht gerade an Ukraines Ostfront

Natalia will nur, dass der Spuk endlich vorbei ist,
mehr nicht. Nur das. Mehr nicht

374) Tatü-Tata, der T.ipping-Point ist da

Na ja, ganz so weit es nun noch nicht, aber reißerische Headlines ziehen immer, oder?

Wer hier regelmäßig vorbeischaut, dem ist es vermutlich schon aufgefallen. Ja, ich habe meine kleine Privat-Bloggerei umbenannt. T.ipping-Point ist nun der neue Name,

https://tippingpoint.blog die neue URL. Die alte Adresse https://my-schreib.blog bleibt erst einmal erhalten und ist entsprechend umgeleitet. 

Heute will ich kurz erklären wie es dazu kam:

Eigentlich wollte ich noch gar nicht den gesamten Blog, sondern erst einmal nur meinen User Name umbenennen, denn der ist ja bekanntermaßen mit „T.“ verdammt kurz geraten, kürzer geht ja kaum noch. Man könnte das T noch weglassen, um es auf den Punkt zu bringen. 😉 Und er ist auch sehr anonym. Da ich hier aber weiterhin anonym schreiben werde, bliebe mir nur, einen Nick-Name zu wählen z.B. Tim, Theo, Titus … oder Torben. Oder ich müsste mir was völlig fiktives einfallen lassen. „T.erminator“ vielleicht, oder „T.herapist“ 😉

Tja, und dann fiel mir der Begriff Tipping Point vor die Füße und der eignet sich eigentlich eher für den ganzen Blog, als nur für meinen User Name. 

Und warum hat es mir Tipping Point nun angetan? 

Das hat mehrere Gründe.

Zum einen ist da natürlich die Bedeutung von Tipping Point. Meint es doch „Kipppunkt“ und steht laut Wiki für „ …einen Punkt oder Moment, an dem eine vorher geradlinige und eindeutige Entwicklung durch bestimmte Rückkopplungen abrupt abbricht, die Richtung wechselt oder stark beschleunigt wird“. Kipppunkte werde heute häufig im Kontext der Klima-Veränderung diskutiert und sind daher eher negativ besetzt. Müssen sie aber meiner Meinung nach gar nicht. Es können ja auch kleine Impulse sein, die positive Veränderungen anschieben und darum gehts ja auch häufiger hier auf‘m Blog.

Ein weiterer Grund für Tipping Point war, dass es mir einige Wortspiele mit meiner Identität erlaubt. Mein T. lässt sich samt „Punkt“ gut unterbringen, das Wort „tippen“ ist auch enthalten, es spricht sich zudem gut aus und ich finde den Schriftzug optisch sehr ansprechend.

Letztlich war aber auch ausschlaggebend, dass T.ipping-Point im Englischen besser funktioniert als der bisherige „Schreib.blog“, der international dann doch etwas sperrig war.

So genug erklärt für heute. An den Themen ändert sich erst einmal nichts und ich hoffe, Ihr bleibt dabei! 

Als User Name behalte ich nun erst einmal T. in der sehr kurzen Form. Denn das passt gut zu meinem Digital Blog Assistant T.Bot und zum Blog-Projekt ja nun erst recht 😉

Bis bald

T.
CBO von T.ipping-Point

51) Abwärts – Vol 2

Den ganzen Vormittag schon sitzt Noah im Camper vor seinem Laptop. Bis 16:00 Uhr muss er abgeben und er kämpft immer noch mit demselben Problem. „So wird das wohl nichts“, brummelt er. Da ist eine Blockade im Kopf und er kann sie auf diese Weise nicht durchbrechen.

Also macht er das einzig Vernünftige, nämlich eine kurze Pause. Mal den Kopf durchpusten, eine andere Perspektive einnehmen. Er verrammelt die Tür des Wohnmobils, die Kaffeetasse und ein paar Snacks lässt er auf dem Camping-Tisch unter dem Vordach stehen und macht sich auf zum Strand. Er geht den Weg mindestens einmal am Tag, nichts Besonders also. Zunächst muss er einen Kiefernwald durchqueren, dann über die Dünen kraxeln, hinunter zum Wasser.

Als er durch den Wald schlurft, bemerkt er unzählige Vögel, wie sie scharenweise aus den Baumkronen in die Luft fliegen. Landeinwärts. „Sonderbar, was haben die nur?“, murmelt er. Fliehen die etwa? Fühlen die sich bedroht?

Noah kann die Ursache noch nicht verorten, aber es entsteht plötzlich weitere Unruhe im Wald. Hasen hoppeln über den Weg, Käfer kreuzen, Eichhörnchen hüpfen ihm entgegen und eilen vorbei in Richtung Camper. „Was ist hier los?“, brabbelt er und läuft weiter geradeaus. Als er den Wald passiert hat, muss er nur noch durch den dicken Sand über die Dünen stapfen.

Aber noch bevor er die Anhöhe erreicht, bleibt er abrupt stehen und starrt angsterfüllt in die Ferne. Scheiße! Was ist das? Eine gigantische Wand baut sich hinter der Düne auf. Sofort werden Fluchtinstinkte in ihm aktiv. Ist das etwa … eine Welle? So ein Tsunami sogar? Ach du lieber …

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Sollte er besser zurück? Weg vom Wasser? Das Weite suchen? Es den Eichhörnchen und Vögeln gleich tun? Aber die Neugier ist größer, also kämpft er sich weiter den Hang hoch, nur um zu wissen, was da wohl auf ihn zurolle. Mit jedem Schritt überschlagen sich seine Gedanken.

Geht es nun endgültig abwärts? Ist das sein Ende? Sollte er nicht sofort umkehren und um sein Leben rennen? Aber dann würde ihn die Welle von hinten erwischen, nein auf keinen Fall! Wenn das sein Ende ist, dann will er es auch sehen. Während der nächsten Schritte, schließt er mit sich und der Welt ab. Es ist vorbei. Es ist ok. Schluss. Noch ein paar Sekunden und dann … 

Kurz bevor er den Scheitel der Düne erreichte, veränderte sich das Bild.

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Das Meer liegt dunkelblau an seinem Platz. Die Todeswelle entpuppt sich als dunkle Wolkenfront. Erleichtert atmet er auf. „Alles eine Frage der Perspektive“, murmelt er. In dem Moment schießt ihm eine Idee in den Kopf, wie er das Problem am Laptop lösen könnte. Er rennt zurück zum Camper, spricht dabei den Gedanken immer wieder laut aus, nur um ihn nicht zu verlieren. Und wieder kommen ihm die Eichhörnchen auf dem Weg entgegen. Nicht mehr in Eile, eher zufrieden und satt wirken sie. Er ignoriert sie und strebt weiter zurück.

Am Camper angekommen, steckt Noah den Schlüssel ins Türschloss und wirft einen Blick auf den Camping-Tisch. Die Erdnuss-Tüte ist zerfetzt und auch die Kekse sind aufgerissen. Überall liegt Folie und Papier auf dem Rasen, der Inhalt der Packungen ist verschwunden. „Wer hat die nur …?“ , dann begriff er langsam und schmunzelte. 

„Alles nur eine Frage der Perspektive, nicht war“?
„Danke, ihr Eichhörnchen“. 

Er setzte sich wieder an den Rechner, um 15:45 Uhr gibt er ab.

Dreimal brummt das Telefon und rutscht dann von der Tischkante. Er hebt es vom Boden auf steigt in einen Chat mit Yumi ein.

Yumi: Na, wie ging es heute?
Noah: Abwärts …

Yumi: Und nun?
Noah: Aufwärts …

Yumi: Kapier‘ ich nich‘
Noah: Die Nuss wurde geknackt 😉

<— Abwärts – Vol 1

–> Abwärts – Vol 3

(C) Bilder mit freundlicher Genehmigung von Ostseehorst.
Danke

71) Postkarte aus Warnebelmünde

Moin Moin von der Küste,

nach vormittaglicher Handwerkelei ging es am Nachmittag mal kurz an den Strand, nur mal schauen ob das Wasser noch da ist.

Und was soll ich sagen … es war weg! Ein paar Gestalten irrten durch die Wüste auf der Suche nach dem kostbaren Nass, hielten sich an den Händen, um sich nicht zu verlieren.ABB83B87-0D3D-4F12-AD4D-262193659AC7

Ein paar Schritte weiter gen Norden haben wir es dann gefunden. Das Wasser war zum Glück noch da, lag ganz ruhig an seinem vorgesehen Platz.

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Stünden da nicht zwei Basketballkörbe hätte ich schon eine Idee für eine Bildunterschrift. „Erste Zivilisten betreten den Mond.“

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Bevor die Dunkelheit einsetzte, mussten noch schnell zwei Wohnmodule errichtet werden, denn Mondnächte sollen bekanntermaßen recht ungemütlich sein.

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Die Rakete wurde fix durchgesaugt und war schon bald wieder fertig zum Rückflug. Die Piloten ließen schon mal die Triebwerke an und qualmte ordentlich. Die Tagesgäste wurden über Lautsprecher gebeten, wieder zuzusteigen und folgten der Aufforderung. Nur die beiden Senioren da auf der Bank, die wollten doch lieber dort bleiben.

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Auf einmal verzog sich der lunare Nebel und der Mond sah auf einmal ganz passabel aus. Das seniore Paar hat es gefreut, haben den beiden nun den Mond für sich allein.

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Das improvisierte Wohnmodul für die Kolonialisierung des Erdtrabanten ist für die beiden noch etwas überdimensioniert. Aber da kommt ja bald wieder die nächste Fuhre irdischer Auswanderer, wenn es in der Heimat zu ungemütlich wird. Und da deutet ja nun Einiges drauf hin.

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Ja … oder so ähnlich halt 😉

Grüße

T.