Es wird so viel geredet. Übereinander, gegeneinander, nebeneinander und häufig drumherum.
Hier machen wir für eine Minute das Gegenteil.
Mal einen Moment die Klappe halten, vielleicht Kopfhöher auf und „play“ drücken … sonst nichts.
Dieser Klangmoment stammt aus Finavarra Demesne im Südwesten Irlands. Die Unterkunft lag an einem seicht abfallendem Hang und wir hatten Blick auf die Steinmassive des Burren National Park, Viehweiden und Wasser. Ab und zu hört man mal einen Traktor auf der Dorfstraße oder ein Auto auf der gegenüberliegenden N67. Ansonsten … nicht viel. Aber das stimmt nun auch wieder nicht. Man hört eine ganze Menge, wenn man nur mal richtig hinhört. Denn Weite kann man auch hören.
Finavarra Demesne, 23.07.2026
8) Klangmoment: Möwen-Meeting in Haapsalu
Es wird so viel geredet. Übereinander, gegeneinander, nebeneinander und häufig drumherum.
Hier machen wir für eine Minute das Gegenteil.
Mal einen Moment die Klappe halten, vielleicht Kopfhöher auf und „play“ drücken … sonst nichts.
Dieser Klangmoment stammt aus Haapsalu in Estland. Ich hatte gerade das Hotelzimmer bezogen, oder besser gesagt, die Kammer unterm Dach. Entsprechend winzig und warm war es da oben, die Fenster gingen nur teilweise zu öffnen. Also ließ ich die Zimmertür offen stehen, um den Raum zu vergrößern und die Hitze hinauszuleiten. Das Gebäude lag direkt am Wasser, vorgelagert eine kleine Insel, welches als Headquarter der dortigen Möwen diente. Da herrschte ein Lärm, meine Güte. Sollte ich jemals als Tier wiedergeboren werden, dann aber bitte nicht als Möwe. Ist mir viel zu stressig und viel zu laut.
Haapsalu, 24.06.2026
149) Postkarte aus Lettland (Vidzeme, Riga, Kurzeme)
Und wieder bin ich heute über eine Landesgrenze gefahren. Ein leichtes Hoppeln im Asphalt deutet darauf hin, dass eine andere Straßenbaugesellschaft zuständig ist. Das war’s, ein verwirrtes EU-Schild und dann ein paar Sekunden später die übliche SMS vom lokalen Mobilfunkbetreiber.
Also Grund genug für eine zweite Karte aus Lettland, diesmal aus den Regionen Vidzeme, Riga und Kurzeme. Viel schreiben werde ich nicht, aber ein paar Appetithäppchen kann ich gern verteilen, dann könnt ihr euch das hier selber anschauen. Es lohnt sich.
Nach Pärnu (Estland) ging es in Richtung Riga (Lettland) mit mehreren Zwischenstopps. Einer davon hatte es mir besonders angetan. Die Veczemju-Klippen. Eine Mischung aus Campingplatz im Wald, Grill-und Picknick-Plätzen und einer großen Badestelle vor roten Klippen. Erst läuft man ein paar Minuten durch den Wald und dann hat man den Eindruck, jemand hat einem ein riesiges Poster vor die Nase gestellt..



Und dann ging’s natürlich nach Riga, zum einen mit einer fantastisch restaurierten Altstadt.



Aber auch mit dem Klusais centrs („Das stille Zentrum“) mit kunstvoll Jugendstil-Häusern die ich so noch nicht gesehen habe. Wow.



Das folgende Specktakel am Nationaltheater ist in > Wenn Freiheit wieder eingemottet wird beschrieben.



Meine Hütte lag nahe dem Āgenskalns Viertel und dem Āgenskalns-Markt incl Food Court, ein Bude bot Speisen aus der Ukraine. Lecker, war es, schon aus Prinzip.



Apropos aus Prinzip. Um das Gelände einer gewissen Botschaft, wurde zum Anlass „geschmückt“. Selbst eine anliegende Straße des Eckgebäudes wurde umbenannt. Kudos! … CC regierender Bürgermeister von Berlin.



Wenn’s mal regnet, kann man sich auch ein Stündchen in der Nationalbibliothek aufhalten, auch wenn man kein Mitgliedsausweis hat. Sehr beeindruckend. Man kann sogar ein liebgewonnenes Buch da lassen, wenn man einen guten Grund hat.



Nach Riga, ging es weiter Richtung Nordwest mit Stopp an der Moorlandschaft im Nationalpark Keremi. Sehr beeindruckend, die Landschaft, die Wolken über einem und unter einem. Vor Ort ist auch > Abseits – Vol 5 entstanden.



Am Kap Kolka war auf einmal die Welt zu Ende und man kann zusehen, wie das Meer das Land raubt.



Auf dem Weg Richtung Süden wieder einsame Straßen, Strände und gigantische Wolken,



Die vergangene Nacht in Kuldīga, uralte Stadt, vieles wurde schon restauriert, manches wartet noch drauf. Aber so ist das. Die Dinge dauern und kosten. Die EU unterstützt den Bau von Straßen, Plätzen, Brücken und Fußwegen, aber die privaten Häuser müssen leider auch privat finanziert werden.



Mein Highlight heute waren sicherlich die ehemaligen Festungsanlagen in Liepāja , die der russische Zar Ende des 19. (!) Jahrhunderts gegen die Bedrohung aus dem noch neuen deutschen Reich hatte aufbauen lassen. Tausende Menschen müssen hier beschäftigt gewesen sein und heute zerbröselt es nur sehr langsam in den Fluten.



So, das soll’s mal gewesen sein. Die anderen 1000 Bilder erspare ich euch.
Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this
148) Postkarte aus Estland (Harjumaa, Läänemaa, Saaremaa, Pärnu)
Uups, da bin ich doch heute wieder über eine Landesgrenze gefahren und hab’s kaum bemerkt. Bevor es nun weiter durch Lettland geht, folgt hier natürlich noch eine zweite Postkarte aus Estland. Diese Etappe lag hinter der Stadt Tallinn auf dem Weg nach Riga, also war Natur, und Entspannung angesagt. Ich fuhr immer auf Landstraßen, auch diverse Schotterpisten und habe auf diese Weise so einige Kilometer von Estland, den Dörfern und dem Grünzeug hier gesehen.
Kurz: hat mir sehr gefallen, und obwohl Estland auch schon in den Sommerferien ist, war ich hier wieder oft allein bzw. hatte nur wenige Mitmenschen um mich herum. Hinzu kam ein Bombenwetter bei 22-24°C, während in Deutschland die Hitze-Rekorde der Vorjahre purzelten. Alles rictig gemacht.
Aber genug der Einleitung, hier ein paar Bilder:
Ich liebe es, endlose Straßen … diese Wolken und dieses Licht. Wahnsinn. Von denen habe ich ungefähr 100



In Rummu dann ein ehemaliger Tagebau mit angeschlossenem Gefängnis … die Natur erobert sich es wieder. Nun ist es ein Tauchparadies mit Kartbahn und Pommes.



Deutlich freundlicher wurde es dann in Haapsalu. Das ist kein Badezimmer-Schrank vom Schwedischen Möbelhaus, sondern ein netter Ort an der Westküste. Auch die können Himmel.



Dann ging es weiter auf die Insel Saaremaa, meine Güte der Platz reicht hier gar nicht. Ich wähle mal nur sechs Bilder.






Von Saaremaa ging es nach Pärnu. Auch nice. Können sich Deutsche Ostsee-Bäder gern mal was abschauen. Tip-Top Grünanlagen, riesiger Strand und eben weil es hier keinen Gosch-Schampus-Schuppen gibt und keine Fließjacken-Shops in Übergröße war es besonders angenehm.






So, das soll mal reichen die nächste Postkarte kommt aus Riga, ich bin zurück in Lettland.
Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this
146) Postkarte aus Estland (Tartu, Peipsiveere, Kõrvemaa, Tallinn)
Bevor es morgen schon wieder über die nächste Grenze geht, will ich doch schnell eine Postkarte aus Estland in den digitalen Briefkasten werfen.
Sie beginnt mit der zweitgrößten Stadt des Landes namens Tartu. Nettes Städtchen, wenngleich ich zugeben, muss dass mich soviel Stadt auf einmal doch etwas gefordert hat.



Am Folgetag ging es weiter östlich, so weit es technisch und politisch für mich geht. Am späten Vormittag stand ich dann vor dem Peipus-See und es ging definitiv nicht weiter. Ein „See“, der schon fast wie ein kleines Meer wirkt. Sechsmal größer als der Bodensee behauptet die schlaue KI, die auch an dem Ende der Welt über flottes 5G erreichbar ist.



Diesem großen Stück Wasser folgte ich dann in Richtung Norden und zog dann wieder nach Westen in Richtung Tallinn ab.
Zwischenstopp in Kõrvemaa. Da gibt es eine riesige Moor-Landschaft. And even more of that … ha ha …(zu lange allein Auto gefahren). Eine junge Familie war ungefähr zeitgleich mit mir da, ansonsten niemand. Ich hätte jeden Moment Schildkröte Morla erwartet, aber die hatte wohl besseres zu tun.



Dann ging es weiter zum Flughafen Tallinn, um meinen Reisebegleiter für die nächsten vier Tage einzuladen.
In Tallinn angekommen, hatte ich noch keine Lust auf wuseliges Altstadt-Treiben, also blieb noch Zeit für Kunst, Kultur und Kreativität.
In den Stadtvierteln Kalamaja und am Hafen Noblessner haben sie alte Hafen-und Wehranlagen für alternative Nutzung freigeben. Sehr charmant. Es erinnert an die 90er Jahre in Berlin, wo ich auf solch Geländen neue Dinge entwickeln. Cafés, Restaurants, Ausstellungen, eine Sauna-Dorf und aber eben auch neuer Wohnraum. Gut gelöst. Side kick Berlin Tempelhofer Feld.






Ähnliches Bild im Viertel Telliskivi, aber eben noch charmanter. Ein ehemaliges Bahngelände wurde komplett neu gedacht. Es erinnert ans Berliner Tacheles oder RAW Gelände nur halt irgendwie … besser, weil die Infrastruktur dort nicht einfach abgenutzt sondern neu gestaltet und nach vorn gedacht wurde.



Unweit des Hafens steht ein gigantischer Beton-Komplex, ähnelt einem Bunker, sind aber die Überreste einer Mehrzweck-Arena Linnahall, die anlässlich der Olympischen Spiele 1980 in Moskau hier errichtet wurde.



Und nun zur Altstadt. Und wat soll ick‘ sagen. Is‘ schön. Sowohl oben auf dem Hügel … als auch unten. Schön, dass es noch viel Subtanz gibt.






Neben o.g. Kalamaja und Telliskivi gibts noch das Rotermans-Virtel. Auch hier wurden alte Werksgebäude sehr gekonnt mit neuer Architektur zusammengebracht und es passt alles bestens zusammen und nichts verliert dabei.






So, dass soll jetzt mal reichen, ihr sollt auch noch genug Grund haben herzukommen.
Na, der hier vielleicht noch.

Na gut, noch einer, aber dann ist wirklich Schluss.

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this



