7) Klangmoment: Reigen der Lämmer in Derrymaclavode

Es wird so viel geredet. Übereinander, gegeneinander, nebeneinander und häufig drumherum.

Hier machen wir für eine Minute das Gegenteil.

Mal einen Moment die Klappe halten, vielleicht Kopfhöher auf und „play“ drücken … sonst nichts.

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Dieser Klangmoment stammt aus Derrymaclavode in Irland. Hinter dem Haus befindet sich ein Hang, auf dem Schafe weiden. Und nicht nur das, sie blöken pausenlos und kommen dem Haus immer näher. Der Bauer sagt, sie treiben die Schafe Stück für Stück hinunter und am Dienstag (heute) werden sie dann geschoren. Ich finde, es klingt teilweise so, als wären es Menschen, die Geräusche der Schafe nachmachen … oder eine Wutbürger-Demo geht hinter‘m Haus lang, aber nein, es sind wirklich Schafe. Irische Schafe und das ist auch der Grund, warum man nicht genau versteht, worum es ihnen geht. Heute wurden sie dann auch geschoren und nun ist Ruhe … Spekulationen kreisen in der Reisegruppe. Wo sind sie alle hin? Wieder oben auf dem Hang oder etwa …im Irish Stew?

Derrymaclavode, 19.07.2026

6) Klangmoment: Zum Kuckuck in Sietiņiezis

Es wird so viel geredet. Übereinander, gegeneinander, nebeneinander und häufig drumherum.

Hier machen wir für eine Minute das Gegenteil.

Mal einen Moment die Klappe halten, vielleicht Kopfhöher auf und „play“ drücken … sonst nichts.

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Dieser Klangmoment stammt vom Sietiņiezis Felsen in Lettland. Wieder war ich ganz allein und lief oben im Wald zurück zum Auto. Der oder die Kuckuck wollte mir anscheinend eine Menge berichten, aber weiß der Kuckuck was … vielleicht vom Esel?

Sietiņiezis, 19.06.2026

150) Postkarte aus Litauen (Žemaitija, Aukštaitija, Suvalkija)

Schwuppdiwupp, nun bin ich wieder in Polen. Aber bevor es so langsam auf die Zielgerade Richtung Berlin geht, möchte ich doch noch eine Postkarte aus Litauen verschicken. Diesmal ging es durch die Regionen Žemaitija, Aukštaitija und Suvalkija … nicht, dass ich mir das jemals merken könnte, aber es klingt verdammt gut und hat mir auch sehr gefallen.

Nachdem ich Lettland mit den beeindruckenden Festungsanlagen in >Liepāja verlassen hatte, fuhr ich nach Klaipeda (Litauen). Ganz nett für einen Stopp zwischendurch.

Anschließend weiter nach Šiauliai. Bitte sprecht dass mal nach einem Bier oder zwei aus. Hinter Šiauliai … na geht doch … gibt es eine beeindruckende Pilgerstätte, wo Menschen aus aller Welt hinreisen und ihre persönlichen Kreuze in allen möglichen Größen und Formen abstellen.

Wie mittlerweile bekannt sein sollte, habe ich nur den Basistarif nach „oben“ gebucht, trotzdem ist das schon ein beeindruckender Ort, vor allen Dingen, wenn man liest, woher die Kreuze alle stammen,

Der nächst größere Stop war dann die Stadt Kaunas, die zeitweise auch mal Regierungssitz war. Hat mir gut gefallen. Viel Grün, Parkanlagen, Sportstätten und die Memel zugänglich mit Radwegen und Jogging-Strecken. Da können wir noch so einiges von abgucken,

Auch hier werden viele Gelegenheiten genutzt, um an das Grauen in der Ukraine zu erinnern,.

Weiter südwärts ging’s, an der Memelschleife in Birštonas wollte ich eigentlich eine Wanderung machen aber dann lag da diese Riesen(!)-Anaconda auf dem Weg und ich wollte mich zu ihrem Schutze nicht mit ihr anlegen *). Also drehte ich um und besuchte stattdessen einen Aussichtsturm. Da kommt die nicht hoch. Dummerweise, als ich dann ganz oben an der Glasbalustrade stand, wurde ich erinnert, dass auch das nicht ganz mein Fall ist. Nun gut mit etwas Abstand ging es aber.

Tja, und die letzten Meter in Litauen verbrachte ich dann im Metelių regioninis parkas, wirklich toll und auch hier wieder … meine Güte, was für Wolken.

Tschüss Litauen … kann mir gut vorstellen, noch mal wiederzukommen.

Und für alle Reise-Planer, die Ost-Kanada im Focus haben … fahrt hierher und ihr seid verdammt dicht dran, für viel weniger Geld 😉

*) und nun zu dem Sternchen. Ich habe zuviel Winnetou „Tal der Toten“ gesehen und vor langer Zeit schon mal mit Schlangen zu tun. Da sage ich „thanks“ 😉

Und wenn ihr euch fragt, was ich hier mache … eat this

Auszeit – 1

Auszeit – 2

Auszeit – 3

Auszeit – 4

Auszeit – 5

Auszeit – 5

82) Abseits – Vol 4

Noah setzte den Blinker und ging vom Gas. Laut Navigationssystem sollte in 100 Metern der Abzweig zum Čertoks-See folgen. Und tatsächlich: Ein Holzschild wies nach links zum Waldsee.

Er bog ab und folgte langsam dem Schotterweg. Er ließ die Fenster herunter. Das machte er immer so. Er hatte dann das Gefühl, näher an der Außenwelt zu sein. Außerdem liebte er das Knirschen der Steine unter den Reifen.

Etwa hundert Meter weiter tauchte ein kleiner Parkplatz auf. Kein anderes Auto hatte sich hierher verirrt. Noah schloss die Fenster wieder und stellte den Motor ab.

Nur wenige Meter trennten ihn vom See. Tatsächlich war er komplett allein. Da er gut in seinem Zeitplan lag, entschied er sich, einmal um den See zu laufen.

Der See war klein. Und tief. Und schön.

Auf dem einen Ohr hörte Noah das Zwitschern der Vögel, auf dem anderen das Quaken der Frösche. Er ging in Richtung der Frösche.

Meistens kann man Frösche gut hören, aber nur schwer sehen. An diesem Tag geschah jedoch etwas Besonderes.

Ein kleiner grüner Frosch sprang direkt vor Noahs Füße auf den Weg. Noah blieb abrupt stehen. Schließlich wollte er ihn nicht zertrampeln.

Der Frosch schaute Noah in die Augen und begann zu sprechen.

Frosch: Was machst du’n hier?

Noah: Nur mal gucken.

Frosch: Und wieso?

Noah: Na, ist doch schön ruhig hier. Ganz allein, kein Lärm. Die Vögel singen, ihr Frösche quakt, überall Wasser und Wald. Ist doch herrlich.

Frosch: Herrlich?

Noah: Ja klar. Oder etwa nicht?

Frosch: Ich sag dir mal eins. Immer dieses scheißkalte Wasser an den Schenkeln, der Lärm der Nachbarn, das ständige Gehabe der jungen Männer hier, meine Kinder, die permanent irgendetwas wollen, und dann das ganze Viehzeug rundherum, das uns an die Gurgel will. Und weißt du, was am schlimmsten ist?

Noah: Nee, sag mal.

Frosch: Na, dieser ganze Konkurrenz-Mist.

Noah: Konkurrenz?

Frosch: Ja, Konkurrenz. Jeder gegen jeden. Wer quakt am lautesten, wer schnappt sich den besten Platz, wer kriegt die Damen, wer kommt zuerst an die Fliege. Immer geht es darum, sich durchzusetzen und zu beweisen.

Noah: Hier auch?

Frosch: Vor allem hier. Wenn du nicht mithältst, bist du weg. So einfach ist das.

Noah: Oh. Ich fahr dann besser mal weiter.

Frosch: Na dann viel Glück. Meld‘ dich mal wenn du …

Noah: Na klar doch.

Der Frosch sprang ins Wasser und Noah ging zum Auto.

PS:

Inspiration, Idee und Umsetzung: T.Head

Kursive Textteile: KI

92) Postkarte aus „El Torcal“

Wenn einer eine Reise tut … so sollte er vielleicht erst mal die Postkarten vergangener Reisen abschicken, bevor er neue Pläne schmiedet.

Im Mai 23 verschlug es uns, eher zufällig am Wegesrand gelegen, ins „El Torcal“-Gebirge im Herzen Andalusiens. Normalerweise geht es bei meinen >Postkarten ja immer um Kuriositäten, um eigenartige Dinge und Situationen in der Ferne. Diesmal werde ich vom Konzept abweichen. Es gab dort keine auffälligen Menschen, keine lustigen Schriftzüge oder Schilder, sondern einfach nur Millionen Jahre alte Kalksteine. Gestapelt. Sonst noch ein paar Schafe und Ziegen. Und Ruhe.

Ruhe. Ruhe. Ruhe.
Seht selbst und ihr könnt es hören.

371) Blöde Kuh

Offener Brief an alle Kühe

Sehr geehrte Rinder, sehr geehrte Rinderinnen, sehr geehrte Rindiverse,

Das Maß ist langsam voll, ihr bestimmt immer mehr über unsere Lebensweise und Zukunft, das kann man so nicht mehr tolerieren. Denn eure Freiheit endet da, wo unsere Freiheit beginnt!

Die sieben Punkte dieses Kommuniqués zeigen nur einen Ausschnitt eurer Dreistigkeiten und Übergriffe der letzten Jahre, sie machen aber deutlich, dass es so nicht weiter gehen kann.

Warum sich etwas ändern muss:

  • Bereits als Kind habe ich mir meine weißen Turnschuhe versaut, als ich auf unseren Auen in eure Hinterlassenschaften getreten bin. Das werde ich euch nie verzeihen. Waren diese Vorkommnisse noch lokal beschränkt, nahm euer Einfluss mit jedem Jahr zu, so dass nun bereits Gefahr für das menschliche Leben besteht. Von seelischen Schäden ganz zu schweigen.
  • Wenn ihr euch auf einer Indischen Kreuzung niederlegt, dann geht da nix mehr. Der Verkehr steht, die Autos verpesten unnötig unsere gute Luft. Und nur weil ihr zu faul seid, noch 20 Meter weiter zu trampeln, kommen meine Indischen Gesprächspartner zu spät zum Meeting und ich verliere meine wertvolle Zeit.
  • Wegen eurer triebhaften Fortpflanzung, müssen schlecht bezahlte Menschen Tag und Nacht in deutschen Schlachthöfen schuften, um euch der finalen Bolognese zuzuführen. Das sind doch unhaltbare Zustände! Da kann von Menschenwürde keine Rede sein.
  • Ihr fresst den ganzen Tag und rülpst dann die ganze Pampe wieder hoch. Das ist doch wirklich widerlich und nicht üblich im hiesigen Kulturkreis! Ich meine, wir niesen wenigstens in die Armbeuge, das müsstet ihr doch beim Rülpsen auch hinkriegen oder ist das etwa zu viel verlangt? Ein bisschen mehr Integration muss doch wohl drin sein.
  • Und weil Ihr Euren Zuckerhaushalt nicht in den Griff kriegt, haben deutsche Menschenkinder ständig Bauchschmerzen und deren Eltern müssen überteuerte H-Milch kaufen, die frei von „fast allem“ ist. Ganz zu schweigen davon, dass sie die weiße Plörre anscheinend nur mit völlig übersüßten Cornflakes herunterkriegen, die unsere kommenden Superstars nun immer fetter machen.
  • Und seit einiger Zeit steht nun auch noch fest, dass ihr unsere schöne Umwelt kaputt furzt. Das ist ja nun wohl die Höhe. Da kann man sich doch wohl mal etwas zusammenreißen! Nur weil Ihr so viel furzt, fresst und unser Wasser sauft, sollen wir nun weniger Rouladen essen? Das sehen wir nicht ein!

Also letzte Warnung. Ändert euer Verhalten gefälligst! Sonst werden wir euch hinten und vorne Plastiksäcke drantackern und externen Mägen montieren. Oder wir schauen mal, was die Gentechnik so beisteuern kann.

Wir lassen uns die Umwelt und Zukunft nicht zerstören!

341) Flügelschlag eines Schmetterlings

Da sitze ich gerade in Korsikas Süden auf einem Liegestuhl und fotografiere einen anderen Liegestuhl direkt vor mir. Ich nenne ihn ab sofort den „Blogger-Genuss-Stuhl“. Und auf einmal kommt ein Schmetterling angeflattert und macht sich da breit. Auf „meinem“ Stuhl.

Er wird sogar richtig zudringlich, setzt sich auf meine blanken Zehen (den Anblick erspare ich euch nach 4 Stunden Autofahrt) und dann landet der auf dem blassen Männerbein seines Inhabers und macht einen kurzen Schlag mit den Flügeln. Ach du Scheiße. Was jetzt wohl am anderen Ende der Welt geschieht? Ein Tornado? Ein Tsunami? Ein Vulkanausbruch? Das wollte ich nicht, wirklich nicht. Glaubt mir! 

Ich wollte hier nur eine Pulle „1664 Bière Blonde“ auf die fachgerechte Entsorgung im Altglascontainer vorbereiten und dann so etwas. Also das ist mir jetzt echt unangenehm.

Aber wer sagt denn eigentlich, dass so ein Flügelschlag eines Schmetterlings woanders immer gleich eine Katastrophe ausrichten muss? Vielleicht bewässert ja ein Regen zu trockene Felder, dreht sich ein Windrad schneller und möglicherweise sorgt ein Sturm dafür, dass Jagdflieger am Boden bleiben.

Das wäre doch gut … irgendwie … oder?

PS: Jetzt nachträglich sehe ich, dass der Hersteller meines „Badelatsches“, neudeutsch „Flip-Flops“ im Bild zu sehen ist. Das war nicht beabsichtigt, normalerweise neutralisiere ich jegliche Marken auf dem Blog hier.

Sorry. Ihr müsst den nicht kaufen. Könnt ihr aber natürlich. Ich kriege kein Geld von denen.