787) Demokratisch ratlos

Heute früh habe ich mir das gestrige Interview mit der AfD-Co-Vorsitzenden im ZDF heute journal angesehen. Es ging um den Parteitag in Erfurt. Ihrem süffisanten Grinsen hätte ich am liebsten meinen Instant-Kaffee entgegengeschleudert. Nur wären dann mein Tablet eingesaut und das Hotelzimmer hier in Litauen müsste ich ebenfalls putzen. 

Was denkt Sie sich eigentlich? Diese … oah … ich muss mich wirklich zusammenreißen, um nicht gegen meine eigenen Statuten hier zu verstoßen.

Ihr Co-Vorsitzender war wohl in anderem Programm ebenfalls in Interviews zu sehen. Der ist mir allerdings ziemlich egal. Ich kann ihn nicht ernst nehmen, und den großen Rückhalt scheint er in der eigenen Partei inzwischen auch nicht mehr zu haben. Seine Grenzen sind kaum zu übersehen und zu überhören.

Aber diese … nein, ich schreibe besser nicht auf, was ich gerade denke. Die Wörter „widerwärtig“, „Schlange“ und „Seife“ wären definitiv dabei. Und das wären noch die harmloseren.

So, aber was nun? Was kann jeder Einzelne eigentlich tun, damit man sich irgendwann nicht die unangenehme Frage stellen lassen muss?

Das Kreuz bei einer anderen Partei zu machen, scheint jedenfalls nicht zu reichen.

Protestieren und demonstrieren darf man. Gut so. Nur erreicht man damit ausgerechnet diejenigen kaum, die man eigentlich erreichen möchte.

Blockieren, sabotieren oder sich irgendwo festkleben? Kriminell. Und letztlich nur Wasser auf deren Mühlen.

Einer Partei beitreten? Ich fürchte, dafür fehlt mir die Zeit.

Blogbeiträge schreiben, sich in den sozialen Medien abmühen? Ich weiß es nicht.

Die Familienfeier für politische Diskussionen nutzen? Beste Stimmung garantiert.

Ich bin echt ratlos

Hat jemand eine Idee? Dann wäre jetzt mal ein guter Zeitpunkt.

PS: Titelbild via KI


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6 Kommentare zu „787) Demokratisch ratlos

  1. Ich habs auch gesehen und musste fast kotzen.
    Ich glaube, es hilft nur, im eigenen Bekanntenkreis immer wieder Klartext zu reden, wenn Jemand diese schwurbeligen Theorien äußert. Von wegen die da oben usw. Vielleicht kann man den einen oder anderen noch überzeugen, dass es nicht alles so schlecht ist. Und vor allem richtig stellen, wenn Jemand in den Medien irgendwelchen Quatsch gehört hat und den weitererzählt. Fakten.

    1. Ich will ja auch überhaupt nicht zum Rechtsanwalt für die aktuelle Regierung werden … überhaupt nicht … da stört mich vieles … aber diese „Show“ da gestern kann ich nicht ertragen.

      Schönen Rest-Sonntag noch!

    2. Dem möchte ich mich anschließen. Klartext reden. Im realen Leben und im digitalen, also auch im Blog. Und wenn es nur dazu dient, anderen zu signalisieren, dass sie mit ihrer AfD-Ablehnung, ihrem Ekel und ihrer Verachtung nicht allein da stehen. Wir sind viele. Und wir sollten sichtbar sein.

  2. Ich bin ebenfalls in der Klartext-Fraktion. Auf die konkreten Situationen der Leute eingehen (das tut diese „Partei“ nämlich nicht, die will nur die Wut der Leute bedienen, nicht ihre Probleme), konstruktiv und gelassen bleiben mit Frau Hayali als Vorbild, denn das ist echt nicht einfach.
    Selbst gut informiert sein ist nicht ganz unwichtig.
    Und was Partei angeht: Ich bin schon der Meinung, dass es sich lohnt, einer demokratischen Partei beizutreten. Und wenn es nur als zahlendes Mitglied ist. Damit wird man ebenfalls sichtbar 8zusätzlich zu dem, was Lutz schrieb), zumindest als Ziffer.
    Mich stört an der derzeitigen Regierung auch einiges, aber was hilft’s? Die „Alternative“ ist nun mal keine.
    Eine schöne Zeit noch für dich.

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