385) Besuch aus Indien 2 – Bahnticket

Ja, mein Inder kommt! Ich freue mich. Hintergründe hatte ich in >Teil 1 erklärt.

Also ich will mit … nennen wir ihn heute zunächst Nilay … von Berlin nach München reisen.
Hatte kurzzeitig überlegt ob wir uns ein Auto nehmen, aber dann müsste ich fahren, wäre aber zum Quatschen nicht zu gebrauchen und es gäbe das Risiko von schlechtem Wetter. Also mit der Bahn. 

Und damit wir noch was erleben, will ich in Nürnberg stoppen, für Burg, Altstadt und Christkindlmarkt. Während Nilay also noch in Bangalore sitzt, öffnen wir zeitgleich das Firmenreiseportal, dass uns letztlich nach zwei Eingabemasken auch zu bahn.de weiterleitet.

Und los geht es:

Ich: Please select from „Berlin“.
Er: Done.
Ich: Good, now please select to „Nürnb …“.
Er: How is that spelled please?
Ich: Ähm. Well, I mean … just … N-Ü- … Forget it, I’ll copy that into the chat.
Er: Thanks, done.
Er: Sorry there is a message saying „Your input yielded several possible stops. Please select the desired stop.
Ich: Grmpf.
Ich: Please show me. Ah, they want to know the station. Please type in H-A-U-P-T-B-A-H-N-H …“
Er: Sorry. Cannot find. They only have HBF.
Ich: Great, select this. It means „Mainstation“ … ähm … „Hauptbahnhof“
Er: Sorry, say again please.
Ich: Forget it, just select „Äitsch-Bii-Äff“.
Er: But … ok .. done.

Wir gaben die Abfahrtszeiten ein, es geht voran.

Er: What is „Bahncard 25“? And „BahnCard 50“? There is even more to select. What shall I do?
Ich: Forget it
Er: Ok … and 2nd Class … really? Can I choose this? Is that good?

In meinem Kopf entstehen Bilder von seinem Kopf, indem wiederum Bilder von überfüllten Indischen Bahnen entstehen.
Ich: All good. Do it. We all do that!

Auf der nächsten Seiten wählen wir dann die Uhrzeit, das geht ganz gut
Dann kommt die Seite mit den Tarifen … oh je … Spar, Flex, Business …
Dann Eingabe der persönlichen Daten wie Name, E-Mail, Telefon … etc
Dann Sitzplätze nebeneinander …
Dann Zahlungsmittel, Bonusprogramme, Gutscheine, …
Dann City-Ticket, Versicherung, Print, App, Navigator usw. …

Nach einer halben Stunde hatten wir endlich unsere Tickets im E-Mail-Eingang.

Ich: And now once again from … Nürnberg to München.
Er: How is that spelled? Don’t we meet in Munich?
Ich: Wait, I’ll copy that into the chat.
Diesmal waren wir etwas schneller

Er: Just, received my confirmation!
Ich: Cool
Er: Cannot read it. Seams to be German.
Ich: Ignore it, just print it.
Er: Don‘t have a printer here. I usually don‘t print. I mean … I can go to a service nearby … if needed.
Ich: No issue, just send me that.
Er: By the way, which seat did you select?
Ich: Seat? Shit!
Er: Sorry?
Ich: Forgot to click the option
Er: Oh …
Ich: Yes, oh. Let me see what I can do.

Um es abzukürzen, letztlich konnte ich mir noch einen Sitzplan neben Nilay ergattern. Die Bahn hat mich nicht im Stich gelassen. Nun muss sie nur noch pünktlich kommen. 

Denn sonst komme ich in Erklärungsnot.

PS: bitte nich als Gesprächsprotokoll lesen, sondern als unterhaltsame Erinnerung an eine Stunde „Extreme-Train-Booking“ 😉

<— Besuch aus Indien 1 – Intro

—> Besuch aus Indien 3 – Pläne

384) Besuch aus Indien 1 – Intro

Ja, es ist bestätigt! Mein Inder kommt!

Nein, ich bin nicht übergeschnappt, keine Sorge. Aber solch reißerische Schlagzeilen ziehen heutzutage einfach mehr, sieht man ja überall 😉

Um es gleich klarzustellen, der junge Mann „gehört“ natürlich nicht mir. Nein, der Kollege arbeitet für mich und mein Team und er kommt Mitte Dezember nach Deutschland, so dass wir uns nach Jahren das erste Mal persönlich treffen werden. Und das ist natürlich super-aufregend für ihn (der weite Flug, das Wetter, das Essen, die Kultur), aber auch für mich und meine Familie, denn ich möchte ihm neben der reinen Arbeit auch einiges von unserem Leben hier zeigen.

Und ich habe da so die leise Ahnung, dass aus der gemeinsamen Zeit im „kalten“ Deutschland auch Stoff für meinen Blog herausspringen wird. Dabei soll es gar nicht so sehr um ihn gehen, ich will mich nicht über ihn lustig machen. Auf keinen Fall. Es soll um uns Deutsche und unsere Spezialitäten gehen … und da kann man ich mich gern lustig machen;-) 

Also was habe ich vor?

Ich habe mir überlegt, dass ich Situationen kommentieren will, in denen wir zusammen auf „typisch deutsche“ Situation treffen. Ich will mir seine Augen und Ohren leihen und mir dann überlegen, vielleicht auch fragen, was er in dem Moment wahrnimmt. Das werden bestimmt mal lustige Momente sein, sicher auch Pannen oder Irritationen, Missverständnisse vielleicht. Wer weiß, was in der Woche alles passieren wird.

Beispielsweise habe ich vor ein paar Tagen mit ihm zusammen eine Fahrt mit der Deutschen Bahn gebucht. Er saß in dem Moment in Bangalore und ich in Berlin. Wir wollten zwei Plätze nebeneinander bekommen. Ein Erlebnis. Aber das werde ich im nächsten Beitrag berichten und dann schauen wir mal, was sonst noch draus wird 😉

Bis dahin kann ich mir noch überlegen, untern welchem Pseudonym ich ihn führe. Vielleicht nehme ich einfach jedes Mal einen anderen Indischen Vornamen 😉

Namaste …. Kumar!

—> Besuch aus Indien 2 – Bahnticket 

80) Viel Lärm um nix Rauch

Es gibt da so ein paar Dinge im Alltag, die können für pure Verzweiflung sorgen, wenn sie sich dem Ende neigen … oder unvermittelt … einfach … „alle“ sind.

Anführer der Liste dürfte das Klo-Papier sein, aber auch auch das letzte Blatt >Küchenpapier sorgt für Blutdruck, wenn sich gerade ein Glas voll Milch oder Wein auf der Couch verteilt. Was mich auch auf die Palme bringen kann, sind >Tacker-Nadeln, die just in dem Moment fehlen wenn man eigentlich nur noch eine einzige benötigt, um die Aufgabe abzuschließen.

Unter den Top 5 sind bei mir auch Rauchmelder, die sich am liebsten Nachts mit zaghaftem „Piep“ melden. Erst hofft man, das gibt sich wieder, aber bereits in dem Moment weiß man eigentlich, dass sich da gar nichts von allein wieder gibt. Genau wie Zahnschmerzen. Die kommen um zu bleiben. Und werden immer lauter. 

Tja und dann kann man eigentlich nur einen Hocker oder Stuhl hohlen und bei Dunkelheit an der Zimmerdecke herumfummeln. Soll ja keiner weiter wach werden. Möchte nicht wissen, wieviele Unfälle sich ereignen, wenn wir Dinge reparieren, die eigentlich dafür gemacht sind, größere Schäden abzuwenden.

Nun hatte ich neulich dummerweise einen Rauchmelder an der Decke, deren Batterie man gar nicht rausnehmen konnte. Wohin mit dem piependen Ding Nachts um halb drei? In den Kühlschrank? Auf die Terrasse? Dann würde der Kiez mich hassen. Also den Werkzeugkasten holen und mit einem Hammer drauf eindreschen. Oder mit dem Steak-Klopfer. Und dann mit kalten Füßen wieder in der Schlaf finden. Hate!

Letzten Freitag dann der Höhepunkt der Woche. Der Nachbar von der „Datscha“ rief 16:30 Uhr an, dass alle Anwohner drumherum durchdrehen, weil es bei uns in der Hütte piept wie Sau. Also gurkte ich im Wochenendverkehr da raus, über eine Stunde hat’s gedauert und dann wieder zurück. Nur um den piependen Quälgeist zu finden und die Batterie zu ziehen. 

Denn der Rauchmelder hatte Rauch gewittert und meldete das stundenlang, piepte im Stakkato den halben Landkreis zusammen. Die Batterie strotzte dabei vor Ausdauer und ich hatte noch den ganzen Abend einen Piep … im Kopf.

383) Klebegeister

Folgt man der echauffierten Diskussion um die Prima-Kleber, könnte man meinen, wir befinden uns im Sommerloch oder im Kindergarten.

Natürlich kann man über die Form des Protestes diskutieren und wenn man in einem solchen Stau steht, ist das in dem Moment vielleicht nicht lustig. Aber es wird ja so getan, als gäbe es sonst überhaupt keinen Stau in der Stadt und als würde hier nicht jeden Tag für oder gegen etwas demonstriert. Und wenn eine Feuerwehr einer 4-Millionen-Stadt nicht in der Lage ist, einen Stau zu durchfahren, dann liegt das doch bitte an der inkompetenten Verkehrsführung oder an den Autofahrern, die zu blöd sind, eine Rettungsgasse zu bilden. Man will mir doch wohl nicht im Ernst erzählen, dass eine handvoll Klima-Aktivisten, die an einer Brücke hängen, die Bundeshauptstadt lahmlegen! Da muss ich mir ja echt Sorgen um mein Leib und Wohl machen.

Jetzt wo Berlins Polizeipräsidentin angeblich eine „extreme zusätzliche Arbeitsbelastung“ durch die Klebeproteste beklagt, dann sollten wir besser wegziehen. Denn es steht schlecht um die Hauptstadt der Jammerlappen. Hier braucht man 14 Jahre um einen Flughafen zu bauen, man kann nicht mal eine Bundestagswahl ordentlich durchführen und dann ist man ist solchen Klebegeistern hilflos ausgeliefert und kriegt das große Heulen.

Wenn neben B.Z., BILD & Co dann noch öffentlich-rechtliche Medien solch einen Stuss zitieren und das Geschehen noch anheizen, ist das sicher nicht hilfreich

https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/11/berlin-polizei-polizeipraesidentin-klimaproteste-mehrarbeit.html

Besetzt Greenpeace in der Nordsee ein Ölplattform, dann finden wir das großartig, wenn sich aber Menschen dem Berliner Autoverkehr entgegensetzen, dann kriegen die Leute in den Autos einen Tobsuchtsanfall, auch wenn vermutlich zwei Drittel der Fahrer/innen echt nicht auf‘s Auto angewiesen wären.

Und dann kann sich sogar halb Deutschland drüber aufregen, egal ob es vor Ort überhaupt eine nennenswerte Kreuzung oder Brücke, geschweige denn ein Gemälde gibt. Dann quasselt man von Gewalt, von Nötigung, gar von Terror. Ich geh‘ kaputt.

Also wenn sich der deutsche Angstbürger da schon in die Hosen macht, dann will ich mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn es hier mal zu ernsthaften Klima-oder Energiebedingten Ausfällen in der Infrastruktur kommt.

Wie sollen wir als Gesellschaft, all die dicken Bretter bohren, die da vor uns liegen, wenn uns so etwas schon an den Rand der Verzweiflung bringt. Den Deutschen muss man gar nicht dem Gashahn oder Atomkrieg drohen, es reicht schon, wenn sich ein paar Typen auf der Straße festkleben und wir machen uns selbst fertig.

Ich bin entsetzt … und enttäuscht.

Die Jungs von „Lage der Nation“ haben das in Folge 311 ab Minute 1:11:30 mal juristisch auseinandergenommen. Hörenswert!

https://lagedernation.org/podcast/ldn311-lindner-zu-tempolimit-bereit-interview-hoffnung-bei-us-midterms-wirtschaftsweise-fordern-steuererhoehungen-rechtslage-klima-blockaden-300-mio-verpulvern-fuer-konnektoren-synopsen-auf-bu/

382) Die wahrscheinlich längste Röhre der Welt

Nach meinem Beitrag >Seidenstraße und den wirklich tollen Kommentaren dazu, kam mir ein Bild in den Kopf. 

Ein Sushi-Laufband. 

Nur halt nicht 15 Meter lang durch ein Restaurant, sondern etwas länger. Ungefähr 10.000 km. 

Von China bis nach Deutschland. Und noch mal zurück.

Quasi ein Förderband, das niemals schläft. Eine gigantische Röhre in der alle möglichen Produkte, Güter und Speisen in Super-Speed zu uns geschossen werden. Handy, Fernseher, Laptop, Solar-Panel, China-Pfanne und Sauer-Scharf-Suppe. Mit Glückskeks zum Nachtisch. Was immer gewünscht ist. 

90% der Strecke liegt außerhalb Deutschen Staatsgebietes, also bleiben 90% der Energiekosten dafür und 90% dieses blöden CO2 „außerhalb“ des Landes. Und da das Ding ja im Kreis läuft, kann es auf dem Rückweg doch auch die Umverpackung gleich wieder mitnehmen und „woanders“ recyceln. Und am besten gleich noch unseren Hausmüll und auch den gelben Sack. Den können die ja „unterwegs“ rauskatapultieren. Bei den Mongolen is‘ noch Platz. Soll ja schließlich nicht leer zurückfahren dieses Band, oder? Wäre ja Energieverschwendung. Man muss die knappe Energie schon effektiv einsetzen heutzutage.

Ist doch großartig und verdient einen Innovationspreis! Denn Innovationen kommen schließlich immer von hier, während der Dreck dann wie immer „bei denen“ ist. So können wir ja auch nie grün werden, wenn „die da“ die Luft verpesten, oder? Da können wir uns ja sonst wie anstrengen „hier“.

Ja, sag ich doch!

381) Seidenstraße

Kürzlich habe ich mir eine Doku in der ARD Mediathek reingezogen. Es ging um die neue Seidenstraße von China bis ins malerische Duisburg. Sehr sehenswert.

https://www.ardmediathek.de/video/die-story/chinas-langer-arm-die-seidenstrasse-in-europa/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTcxMGFjNjc4LTUzZTctNDg4Ny05MzU3LTZkNDc3NTEzMWU3Mg

Ich will das hier gar nicht alles wiedergeben und auch inhaltlich nicht groß diskutieren, sondern nur ein paar Zahlen aus dem Beitrag zitieren, die ich dann mal mit Datenkrake und Bierdeckel hochgerechnet habe.

Mittlerweile kommen wohl ca. 30 Züge pro Woche aus China in Duisburg an. So ein Zug braucht ca. 14 Tage bis er hier ist, er kann bis zu 800 Meter lang sein und auf ihn passen ca. 80 der kleineren Container (sogenannte TEU … Twenty-foot Equivalent Unit). Die Dinger sind 2,4 m breit, 2,6 m hoch und 6 m lang. Rechnet man mal die Raummaße aus und dann das Ganze auf den Monat hoch, und dann kommt man auf ca. 360.000 Kubikmeter Zeugs (2,4 x 2,6 x 6 x 80 x 30 x 4). Dafür bräuchte man ungefähr 1.700 komplett leere Durchschnittswohnungen (70 Quadratmeter Fläche x 3 Meter hoch), um die Güter unterzubringen. Bis an die Decke gestapelt. Pro Monat.

Nun zu den Schiffen. Ein Schiff braucht ca. einen Monat nach Deutschland. Es gibt bereits Mega-Schiffe, da passen ca. 20.000 solcher TEU drauf. Bei gleicher Rechnung (2,4 x 2,6 x 6 x 20.000) ergibt das knapp 750.000 Kubikmeter Ladung, also ungefähr 3.500 leere Deutsche Durchschnittswohnungen bis oben vollgestellt. Nicht pro Monat, sondern pro Schiff (!) So und jetzt mal angenommen, so ein Riese fährt nur einmal im Monat, weil es noch nicht so viele Exemplare davon gibt, dann schieben diese Pötte also das doppelte Volumen als all die 120 Züge im Monat an Land.

Und da der Tanker vermutlich parallel zu den Zügen fährt, empfangen wir Waren in der Größenordnung von 5.200 bis zur Decke vollgestellten Wohnungen. Pro Monat. Tendenz steigend.

Nicht zu vergessen all die „kleineren“ Schiffe, die ja auch noch unterwegs sind und zusätzlich noch all die Flugzeuge, die Frischware liefern.

Mein lieber Scholli, nicht das ich tiefere Details kennen würde, aber das sind Dimensionen…

Hoffe, ich habe mich jetzt nicht verrechnet … müsste aber hinkommen.

Wer auf andere Ergebnisse kommt, bitte gern melden 😉

380) Time for good guys

Der Typ in der Sitzreihe vor mir hat seine Sitzlehne weit zurückgestellt. Nur liegt er quasi vor mir, als wäre ich sein Zahnarzt oder der Friseur. Und damit baumelt auch das weiße Textil seiner Kopflehne direkt vor meiner Nase. Wie heißt das eigentlich fachmännisch? Speckschutz? Läuseserviette? Werbefläche? Der Junge nehmen mir (nicht meiner) surft an der Grenze ins Lummerland. Kurz sackt er weg, dann schreckt er immer wieder auf. „Ladies and Gentlemen, we are expecting turbulences, please return to your seats and fasten your seat belts.“ Na schön. Zeit für etwas Ablenkung.

Ich schalte meine 100 Best Film Classics auf Shuffle, verdaue noch die Melodie von Schindlers Liste, jetzt walzt aber schon wieder der Strauß durch die Kabine. Zeit, etwas mit dem Spruch vor mir auf dem Textil zu arbeiten. 

„Time for good buys“ … was soll das heißen? Im Duty Free gab’s im Wesentlichen Schnaps in Übergrößen, stangenweise Kippen und kostenlose Morgentoilette aus dem Test-Flacon. Was ist darin besonders good?

Ist es ein Aufruf alles etwas relaxter anzugehen? Uns es nett zu machen? Bisschen shoppen vielleicht? Die Sorgen vergessen?

Ich spiele mit den Worten …
More good mood boys?
Prime your good times?
It’s time for more joys?
Buy your good times?
Lime for soda `n ice?

Ach das ist mir zu „selfish“ irgendwie und zu konsumgetrieben.
Ich nehme es eher politisch und lasse den kleinen Weltverbesserer in mir mal an die Tasten

Now time for the good guys!
My rime for the good boys!
Stop time of blood guys!
Release the food guys!
Dam the flood guys!
Time to brood guys!
For the good times!

Jetzt läuft Händels „Lascia ch‘io pianga“. Was für ein Klangteppich. Kommt ja noch richtig Qualität rein 😉

Schönen Sonntag

74) Postkarte von Malta 3

Alle guten Dinge sind drei heisst es doch so schön. Oder eben „L-affarijiet tajbin kollha jiġu fi tlieta“.
Alter Angeber!

Zunächst ging es nach Mdina. Die ehemalige Hauptstadt ist nur 20 Auto-Minuten von Valletta entfernt und zählt ca. 250 Einwohner. Ja 250. Da kennt nun wirklich jeder jeden. Die Häuser hinter den Stadtmauern sind tip-top gepflegt und erscheinen in sandfarbigem Kalkstein. Und auch da gab‘s wieder einige Skurillitäten zu entdecken.

Bei der Aufzählung der Bauwerke dort wurde mir kurz schwindelig, nicht nur der Sprache wegen, sondern allein die Anzahl der Kirchen lässt auf eine dünne Versorgung mit Netflix und Amazon Prime damals schließen. Dabei diente das Haupttor der Anlage als Kulisse für die erste Staffel von „The Games of Thrones“. Gefährliches Halbwissen … nie gesehen.

Der heilige Paul war hier anscheinend eine große Nummer. Eine Kathedrale und ein Plätzchen sind nach ihm benannt.

Die Gassen sind nicht wirklich Autofreundlich. Selbst bei 56-er Breite (Zoll? Ellen? Klafter? Ruten?) kommt man da selbst mit einem schlanken Q7 nicht durch. Sehr ignorant und Teutonen-feindlich muss ich sagen.

Was hier klingt wir ein jecker Joghurtbecher mit Piep-und Bezahl-Modus ist ein weiser Rat, besonders an die jungen Generation, den man nicht oft genug betonen kann. „Die Türen bitte leise schließen!“ Seit der Bronzezeit also immer noch ein aktuelles Thema. Ja, ist denn das so schwer!

Bei 250 Einwohnern und der kleinen Fläche der Stadt, da muss man die öffentlichen Gebäude multi-funktional gestalten. An dieser Ecke also Stadtpark, Sonnenseite, Schattenseite, Blumenladen, Bankfiliale und Gefängnis.

Jetzt bin ich nicht bibelfest genug, um dieses Bild zu erklären, aber die Menschen waren schon damals ihrer Zeit voraus. Ein Bilderrahmen aus Obst. Voll vegan.

Fast jede Tür hat auffällige Klopfer, den hier fand ich besonders interessant. Keine Ahnung was der Schmied da geraucht hat, aber es muss ein harter Arbeitstag gewesen sein.

Am Freitag ging es nach Birgu. Da die blöde Autokorrektur ständig „Birgit“ draus machen will, kann man mittlerweile wohl auch Vittoriosa sagen. Schöne Altstadt samt gigantischer Festung.

Kaum hatten wir die Halbinsel betreten, präsentierte uns Air Malta dieses moderne Fluggerät hier.

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Dann hatten wir etwas Probleme unser Boot zu finden. Sweetheart, weißt du noch wo wir gestern unsere Nussschale abgestellt haben?

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War es eins von denen da?

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Nee, viel zu klein. Vielleicht da hinten?6B07ECFE-A4AA-4D95-A283-CC21083C966F

Ach na was für ein Glück, wir haben es gefunden. Ist ja mit seinen 75 Metern auch schnell zu übersehen. Für die 100 Mille hätte man es auch besser kenntlich machen können.

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Vom Fort St. Angelo hat man einen gigantischen Blick über die Buchten und man kann sich ungefähr ausmalen, welche Schlachten hier geführt wurden.

So liebe Lesenden. Das soll es gewesen sein. Hat Spaß gemacht hier und kann ich für ein paar Tage echt empfehlen.

Saħħa sagt man wohl zum Abschied, was auch Gesundheit bedeutet.
Klingt aber wie die Torte aus Wien.
Dann also Saħħa!

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379) 24°C im November

Ach du meine Güte, in drei Wochen ist schon wieder 1. Advent, fällt‘s mir siedendheiß ein, während ich bei 24°C auf dem Balkon in Sliema sitze. Unterstrichen wird das durch die langsam zunehmende Weihnachts-Dekoration in den Geschäften hier.

Habe ich schon mal erwähnt, dass der Winter nun nicht gerade zu meinen Lieblingsjahreszeiten gehört? Bestimmt. Ich kann daran nicht viel Schönes finden. Er ist grau, trist, duster und kalt. Nun brauch ich auch nicht das ganze Jahr Temperaturen wie in Singapur (>Postkarte November 2018), aber ich hätte überhaupt nichts gegen konstante 24°C am Tage. Da liegt ungefähr meine optimale Betriebstemperatur. Mit einem leichten Wind dazu, lässt es sich da gut aushalten. Und dann klopft immer mal wieder die Idee an, vom Ausland her zu arbeiten. Rein fachlich und technisch wäre das überhaupt kein Problem, sitzen meine Kollegen und Gesprächspartner eh alle irgendwo auf der Welt verstreut. Da gibt es zwar immer noch ein paar andere Hindernisse aus der Steuer-und SV-Gesetzgebung, aber eben auch schon Pilotprojekte, mobiles Arbeiten grenzübergreifend zumindest zwischen den EU-Staaten zu vereinfachen. Würde mir schon reichen. Ich muss nicht mit einem Laptop in Bali am Strand hocken. Irgendwas im Umkreis von 2-3 Flugstunden wäre völlig ausreichend.

Gut, da sind natürlich noch zwei Schutzbefohlene unter unserem Dach und eine Schulpflicht, aber das dauert auch nur noch ein paar Jahre, bis die ihr eigenes Ding machen wollen. Ich werde den Gedankenteig mal noch etwas durchkneten.

Wenn die >Bruch-Schule des Stammhalters nach den Ferien eh nicht mehr aufmacht, ist wieder Home Schooling angesagt … vielleicht sollten wir einfach hier bleiben. Tablet habe ich dabei, Passwörter im Kopf und die Daten liegen in der Wolke. Würde also gehen 😉

Oder wir haben in Berlin irgendwann auch 24°C im November.
Oh, je. Besser nicht.

Nachtrag: 05.11.22: Unsere regierende Bürgermeisterin war wohl in der Schule, um sich ein Bild zu machen und Handwerker haben über die Ferien wohl die Fenster gesichert. Misst, dann müssen wir also doch zurück;-)

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