443) Termin beim Amt – Vol 3

Nach aufregender >Terminvereinbarung und >gründlicher Vorbereitung, trat ich heute meine „Reise“ zum Bürgeramt Lichtenrade an. Ihr wollt vielleicht wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist?  

Nun zunächst konnte ich erst 3 Minuten später das Headset absetzen als geplant, dadurch musste ich im leichten Trab zur Tram eilen. Die Bahn fuhr bereits in der Haltestelle ein, weshalb ein galanter Sprung über die Absperrung nötig war. Bitte nicht nachmachen liebe Kinder. Da kann auch mal mächtig peinlich … oder tötlich enden. Dann fuhr ich zum Nordbahnhof. Ja, hier fährt man zum Nordbahnhof wenn man in den Süden will. Isso. Nich‘ fragen.

Just follow the signs and go … south … auch wenn es nach Westen zeigt.

IMG_6250

Am Nordbahnhof stand ich kurz vorm Herzinfarkt, weil die Daten der BVG-App nicht zur Anzeige  passten. Und zur Situation auf dem Bahnsteig. Denn der war gähnend leer. Habe ich ich etwa meine Bahn verpasst? Warum wird die Nächste erst für in 15 Minuten angezeigt. Aber nein, es war nur die müde Anzeige, die erst 1 Minute vor Einfahrt dieses Zuges, diesen auch ankündigen wollte. Uff.

IMG_6252

Wir durchfuhren die Innenstadt und ab „Südkreuz“ wurde es deutlich grüner. Auch die Namen der Stationen klangen schon südlicher. Wir hielten in „Priesterweg“ und „Atillastraße“. Dann klangen die Stationen zunehmend ländlicher … und kleiner: Marienfelde, Buckower Chaussee, Schichauweg. Was kommt wohl als Nächstes? Der Irgendwaspfad? Immer mehr Menschen stiegen aus, ich hielt durch bis Endstation.

Ich verliess das Bahnhofsgebäude und erwartete eigentlich eine Hinweistafel a la „Most southern point of Berlin“ oder so, aber nix. Mehrere Menschen kamen mir auf meiner rechten Seite entgegen. Was‘n hier los? Bin ich vielleicht schon weiter südlich als gedacht? Zum Glück immer noch griechisch. Yammas!

IMG_6255

Ein paar Meter folgte ich dem Navi, die Gebäude wurden 2-3-stöckig und bald stand ich vor einem „Bürgerzentrum“. Dort suchte man eine 520 EUR-Kraft für Passbild-Arbeiten, mit PC-Kenntnissen. Mhm, ick weiß nich‘ … nee danke.

IMG_6256

Das war anscheinend der falsche Eingang, denn ich musste ja ins „Bürgeramt“, welches als „Bürgerbüro“ hintenrum über den Parkplatz ausgeschildert war. Enttäuschung. Also wenn, dann will ich schon auf einem „Amt“ empfangen werden, nicht in einem „Büro“. Der Warteraum gab sich gewohnt karg und lebte von den Word/PowerPoint – Bastelkünsten der Belegschaft.

IMG_6258

Der Verwaltungsakt dauerte keine 5 Minuten. Die Dame an Platz 6 druckte einen Antrag aus, ich unterschrieb, patschte meine Zeigefinger auf den Scanner, dann ihre Tee-Sammlung betrachten, Zahlen bitte, dann Katzenkalender betrachten, Dokument abholen in 4 Wochen, ohne Termin, vorn am Tresen …  Wiedersehen.

Ich kapiere zwar nicht warum ich für zwei Finger-Scans und Unterschrift alles in allem drei Stunden durch die Stadt gurken muss, aber gut, es ist vollbracht. Ich will nich‘ meckern sondern dem Bezirksbürgermeister von Lichtenrade aufrichtig danken. Noch in der S-Bahn bat ich ChatGPT um Hilfe:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um Ihnen meinen aufrichtigen Dank auszusprechen. Als Bürger von Prenzlauer Berg hatte ich das Privileg, das Bürgeramt in Lichtenrade nutzen zu dürfen, und ich bin zutiefst dankbar für diese Möglichkeit.

Die Dienstleistungen, die im Bürgeramt von Lichtenrade angeboten werden, haben mir in vielerlei Hinsicht geholfen. Die freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben stets mit Professionalität und Hilfsbereitschaft mein Anliegen bearbeitet. Ihre Kompetenz und Effizienz haben es mir ermöglicht, meine Angelegenheiten schnell und unkompliziert zu erledigen.

Durch das Bürgeramt habe ich einen Ort gefunden, an dem ich mich als Teil der Gemeinschaft von Lichtenrade fühlen kann. Ich schätze die Bequemlichkeit, alle notwendigen Formalitäten an einem Ort erledigen zu können, und bin dankbar für die Unterstützung, die ich dort erfahren habe.

Bitte übermitteln Sie meinen herzlichen Dank an das gesamte Team des Bürgeramtes von Lichtenrade. Ihre Arbeit ist von unschätzbarem Wert für unsere Gemeinde, und ich bin Ihnen zutiefst dankbar, dass Sie einen Ort geschaffen haben, an dem Bürgerinnen und Bürger wie ich ihre Anliegen effektiv und angenehm erledigen können.

Mit freundlichen Grüßen,
[Dein Name]

Was für ein Schleimer … 😉

Weiterlesen „443) Termin beim Amt – Vol 3“

442) Termin beim Amt – Vol 2

Heute ist mein großer Tag, nachdem die >Online-Terminvereinbarung ja schon solch ein Erlebnis war, ist es nun so weit. 13:24 Uhr habe ich heute meinen Termin in Lichtenrade und da so ein Termin etwas Wertvolles ist, will er gut vorbereitet und durchdacht sein. Schließlich nichts schief gehen, sonst habe ich zu Weihnachten noch keinen neuen Ausweis. … 😉

Wo muss ich eigentlich hin?
Aus meiner Latte Macchiato-Bubble Prenzlauer Berg in den Berliner Süden, stolze 17 km. Ein gute Stunde per ÖPNV, angeblich 50 Minuten mit dem Auto. Ich nehme wohl besser die Bahn, denn erstens will ich nirgendwo im Verkehr festkleben und zweitens ist die Bahn immer ein Garant für preiswerte und gute Unterhaltung.

Wie weise ich mich dort aus?
Mein Ausweis ist ja schließlich abgelaufen. Nehme ich mal besser noch den Reisepass mit? Geburtsurkunde, Stammbaum, Familien-Chronik, Laborbericht, Imfp-App? Bloß kein Risiko eingehen.

Was ziehe ich an?
Bei der letzten Berlin-Wahl, holte die CDU dort über 40 %. Oh je. Muss ich mir jetzt noch eine beige Chinohose und ein dunkelblaues Sakko mit Einstecktuch besorgen? Nüscht iss! Ich gehe in Homeoffice-Multifunktionshose.

Sollte ich besser Urlaub nehmen?
Naja, das wäre vielleicht zu weit gegriffen, aber ich richte mal den Abwesenheits-Assistenten in OUTLOOK und TEAMS ein, sonst vermissen mich meine Kollegen und schicken wohlmöglich irgendwann die UNO-Blauhelm-Truppe, um mich zu rauszuholen.

Was nehme ich mit?
Etwas zu Essen, Wasser, Ersatz-Akku, Wörterbuch vielleicht? Aber nach meinen Informationen ist Lichtenrade mittlerweile auch Mitglied der EU. Insofern sollte ich dort mit dem Euro zahlen und auch Steckdosen nach DIN Norm erwarten können.

Nochmal die Nägel feilen?
Ich habe gehört, die Fingerabdrücke werden abgenommen, um auf die „Vielfältigen Use-Cases für den Online-Ausweis im elektronischen Geschäftsverkehr“ enabled zu sein. Wow.

Eine kleine Rede vorbereiten?
Etwas mehr als nur „Tach, Ick brauch’n neuen Ausweis, Daten sind noch die selben.“ Ich meine, vielleicht wartet da ja der Bezirksbürgermeister auf meinen Besuch aus dem schlumpfig-links-grün-versifften Öko-Bio-Veggie-Knuffelbezirk im Norden der Stadt und empfängt mich mit rotem Teppich und Blaskapelle.

Na gut, nun übertreibe ich wohl etwas.

Man, bin ich aufgeregt.
Ich werde berichten

83) Postkarte vom City-Center im Speckmantel

Wie das immer so ist mit den Liegenschaften und Ländereien, sie verlangen halt Aufmerksamkeit, Pflege und Instandhaltung. Diesmal war es die Wochenend-Villa im Berliner Süden, die dringend nach Reparatur des Daches schrie und anschließend nach drei Eimern schwarzen Goldes (a.k.a. Dachlack).

Ebenso die historische Zimmerdecke darunter, die vom Wasserschaden befreit und wieder an ihr Vorbild der sixtinischen Kapelle herangeformt werden wollte. Und da ja bekanntermaßen überall Personalmangel herrscht, durfte ich halt selber ran.

Drei Arbeitsansätze waren nötig. Während mich am Samstag noch die Gattin begleitete und wir für die Fahrt den Rolls Royce wählten, stand mir der Wagen am Sonntag und Montag nicht zur Verfügung und ich probierte mal wieder etwas unstandesgemäßes … ich fuhr mit dem … ÖPNV.

Und siehe da. Es war ein Genuss. Zum einen weil ich schon 08:00 auf den Beinen und damit kaum „Volk“ auf den Straßen, Plätzen und Schienen unserer wunderbaren Hauptstadt unterwegs war. Zum anderen weil es echt flott ging und mit 4 EUR für ein ABC-Ticket auch ein echtes Schnäppchen war. Und obendrauf, gab‘s noch einen kleinen Fußmarsch vom Bahnhof zum Anwesen. Da kannst‘de nich‘ meckern!

Hier ein paar Eindrücke vom morgendlichen Alexanderplatz:

Und hier Schnappschüsse entlang der Wegstrecke zur Villa:

Und als die Arbeit getan war, konnte ich sogar noch etwas paddeln:

Ich glaube, ich werde mir das Deutschland-Ticket anschaffen, und dann mein Höhlen-Office gelegentlich in ein Green-Office verwandeln.

Dit mach‘ ick.

73) Termin beim Amt

Neulich warf ich zufällig einen Blick auf meinen Personalausweis und stellte fest: Abgelaufen. Panik stieg in mir auf. Nicht, dass ich den sonderlich häufig bräuchte, aber allein die Horror-Nachrichten, die ich schon über die Herausforderungen gehört habe, in Berlin einen Termin beim Amt zu kriegen, riefen in mir pure Verzweiflung hervor.

„Kannst’de vajessen.“ „Jibt keene Tamine“. „Allet uff Wochen ausjebucht“. „Musst‘de anrufen oda vielleicht einfach ma hinjehen“. 

Also habe ich es dann heute dann doch mal online probiert. Bis Ende Mai nichts zu kriegen. Alle Tage rot oder weiß. In ganz Berlin. Auf einmal wechselte der 28.Mai von rot auf blau. Systemfehler? Freudenschrei! Konfetti. Lotto-Gewinn. Habe ich am 28. Mai mittags schon was vor? Wo ist mein Kalender? Müsste gehen … also klicken.

„Bitte geben Sie die folgende Zeichenkette bestehend aus Buchstaben und Zahlen ein“. Wie jetzt? Ist Groß-/Kleinschreibung wichtig? Soll das da etwas ein O oder ein 0 sein? Das kann doch keine Sau lesen. „Die von ihnen eingegeben Zeichen sind nicht korrekt“. Neuer Versuch. Zu spät. Der 28. Mai war wieder … rot. Ein anderer Berliner konnte das wohl lesen.

„Es liegt kein technischer Fehler vor, wenn nur rot oder weiß markierte Tage angezeigt werden“ steht in der FAQ des „IKT-Basisdienstes ZeitManagementSystem (ZMS)“ der Berliner Behörden.

Aber vielleicht gibts anscheinend immer mal wieder freie Plätze, weil die Leute am Wochenende vielleicht auch absagen oder umbuchen. Also verbrachte ich die letzten 20 Minuten mit permanentem Refresh der Seite, um noch einmal dieses verlockende Blau zu provozieren. Im Rechenzentrum wird man sich wundern, wieso so viele Anfragen aus Prenzlauer Berg kommen und die Server heiß laufen. 

Und auf einmal wurde wieder ein Tag blau. Der 31.05.23 in Berlin Lichtenrade. Habe ich da schon was vor? Ist Lichtenrade nicht ein bisschen weit weg? Scheiß egal. Wat’de hast, hast’de!

Also werde ich am 31.05.23 einen Ausflug nach Lichtenrade machen. Mit der Bahn eine Stunde, mit dem Auto unkalkulierbar. Für ein Dokument, welches der Staat gern bei mir wüsste und wofür ich noch 37 EUR hinlatzen soll. Ich werde ans andere Ende der Stadt gurken, allein um nur einen Satz zu vorzutragen. „Tach, Ick brauch’n neuen Ausweis, Daten sind noch die selben.“ Nur damit der/die Beamte dieses „Begehren“ in einen behördlichen Computer tippt, dann umgehend meine EC-Karte belastet und die Plastik-Karte bestellt. Nur deshalb fahre ich bald nach Lichtenrade. Als könnte ich das nicht selber.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es dazu noch einen zweiten Beitrag geben wird. Vermutlich am 31.05. oder 01.06. 😉

So, liebe Leser, ich muss Schluss machen. Das große Kind braucht auch einen Termin beim Amt. Ich muss jetzt wieder „refreshen“ gehen.

427) Buchstabensuppe mit Alles – 5

Der Wifi-Status schwankt zwischen „Wechselhaft“ und „Keine Information“. Nun bitte einmal raten wo ich bin! Genau in der Bahn nach München und weil auf der Strecke groß gebaut wird, dauert das heute 6,5 Stunden. Wie früher. Und weil Kids „auf der Schnellstrecke spielen“ müssen wir vor Würzburg noch einen Schlenker fahren. Wir wollen die Kids ja nicht über den Haufen fahren. Was machen die da überhaupt? Wie kommen die dahin?

Zeit für etwas Buchstabensuppe mit Alles:

Volksentscheid:
Der Volksentscheid für vorgezogene Klima-Ziele in Berlin ist gescheitert. Ich war auch hin-und hergerissen, habe aber letztlich für „Ja“ gestimmt. Auch wenn die Ziele vielleicht nicht ganz realistisch sind, wäre es doch mal ein deutliches Zeichen für die Hauptstadt gewesen. Das Ergebnis war aber auch zu erwarten. Der Senat hatte zig Ausreden erfunden, um den Volksentscheid NICHT zusammen mit Wiederholungswahl im Februar stattfinden zu lassen. Da wo die Wähler eh im Wahllokal gewesen wären, wäre die Wahlbeteiligung sicher höher ausgefallen und genau das wollte man eben nicht.

Streik:
Schwierig. Natürlich sollen die Leute vernünftig bezahlt werden. Aber da nun mal ruhende Flieger und Züge angekündigt waren, hatte ich mir als Plan B schon ein Auto gemietet, was ich ja eigentlich reduzieren wollte. Und jetzt mal angenommen, der Bahn-Ausbau „nimmt Fahrt“ auf, die Individual-Mobilität nimmt mal deutlich ab und Inlandsflüge gibts irgendwann nicht mehr. Was dann? Soll ich dann beim nächsten Streik nach München wandern?

Schule:

Ach Schule. Das Thema ist so ermüdend. Da ist nicht nur der baufällige Plattenbau in dem die Kids nicht mal ordentlich aufs Klo gehen können. Da sind auch Lehrer/Innen, die mit der Klasse vollkommen überfordert sind, und die Kids im Unterricht auf den Tischen tanzen. In einem anderen Fall challenged eine Lehrerin die Kids dermaßen über den Lehrplan hinaus, dass die mit Menge und Komplexität der Aufgaben völlig überfordert sind und Sonntag schon Magenkrämpfe und Kopfschmerzen kriegen, wenn sie nur an Montag denken. Ich bin so froh, dass ich nicht mehr zur Schule muss und ich bin so enttäuscht, dass sich da in den letzten 30 Jahren eigentlich nicht viel verändert hat.

Annuschka hat einen tollen Artikel geschrieben, jetzt nicht exklusiv zum Thema Schule, sondern zu Bildung, Förderung und den Umgang mit Kids in der Gesellschaft, erst recht, wenn sie nicht die besten Voraussetzungen haben

https://annuschkasnorthernstar.blog/2023/03/20/da-werden-kleine-verbrecher-grosgezogen/

Gern weiterempfohlen.

<— 424) Buchstabensuppe mit Alles – 4

–> 432) Buchstabensuppe mit Alles – 6

424) Buchstabensuppe mit Alles – 4

Die zweite März-Woche ist absolviert. Immer noch kalt draußen. Zeit für `ne warme Suppe. Mit Buchstaben drin … und natürlich mit Alles.

The Oscar goes to:
Heute Nacht werden werden die Oscars verliehen, die Auswahl der Favoriten ist sehr „bunt“. Antikriegsdrama, Elvis Bio-Pic, blaue Fabelwesen, ein alternder Top Gun Pilot und noch ein paar mehr. Im Radio diskutiert man, wer denn das Event moderiert und welche Überraschung denn diesmal auf uns warten. Nach der Ohrfeige im letzten Jahr erwarten wir schließlich schon eine gewisse Steigerung, oder? Mhm, was kann man denn noch machen? Einem alten weißen Mann in den Unterleib treten? Sich auf der Bühne festkleben? Oder im zerschossenen Flecktarn erscheinen? Apropos Flecktarn. Ob der Selenskyi kommt oder nicht, das diskutiert man auch. Der Krieg ist zwar durchaus ein Thema in USA, so heißt es. Aber in Los Angeles spürt man schon, dass er eben auch weit weg ist. „Für den Oscar reicht es noch eben dann doch nicht“ … so schloss der Einspieler sinngemäß ab.

Auf den zweiten Blick:
Kennt ihr das? Da nehmt ihr einen Schriftzug im Vorbeigehen war und dann denkt ihr euch … das kann doch nicht wahr sein … und beim zweiten Blick, da löst sich dann alles auf?

Habe ich öfter. Muss wohl mal wieder zum Augenklempner gehen.

  • Vor einiger Zeit, suchte man mit einem Schriftzug an einem Auto „Türkische“ Mitfahrer. Stellte sich raus … es waren wohl eher „Tierische“ Mitfahrer gefragt. Ach soooooo. Na dann.
  • Auf der Suche nach einer Unterkunft in Südspanien fand ich eine „kanalisierte“ Unterkunft. Na davon gehe ich doch bitte mal von aus, oder? Beim genaueren Hinsehen handelte es sich aber um eine „klimatisierte“ Unterkunft. Ja, also das möchte ich aber auch stark hoffen.
  • Neulich kam ein Brief vom „Militärischen Abschirmdienst“ und mir rutschte das Herz in die Hose. Schon wieder >gefährliche Post. Irgendwer hat mich auf dem Kieker. Aber als ich den Umschlag öffnete, stellte sich heraus, dass mir der „Medizinische Abrechnungsdienst“ nur eine Rechnung geschickt hatte. Lieber eine Rechnung, als Post vom MAD.

Gehört:
Um zum Schluss nun noch etwas Berliner Straßenleben. Da stapfte ich am 8. März vom Inder zurück nach Hause und traf an der Kreuzung Danziger Str. / Prenzlauer Allee auf ein Großaufgebaut der Polizei. Und drei Klimaaktivisten. Die klebten auf der Straße fest. Bei 3° Celsius. Da aber Feiertag war, wurde niemand wirklich behindert. Es gab keinen Stau und das polizeiliche Aufgebaut wirkte etwas überdimensioniert. Und dann kreuzte ein Pärchen die Straße und motzte vor sich hin:

„Nu‘ kiek sie dia an, wie se da sitzen und sich ooch noch lustich machen und grinsen. Als hätten wa keene andan Probleme.“

Zugegeben, nicht ganz der Original-Ton, aber dicht dran.
Janz dichte dranne. Könnt‘da globen!

<— 423) Buchstabensuppe mit Alles – 3

—> 427) Buchstabensuppe mit Alles – 5

423) Buchstabensuppe mit Alles – 3

Wat‘n nu? Mittwoch, 08:00 Morgens und der schreibt einen Beitrag? Hat der nix Besseres zu tun? Nee, hat er nicht. Denn Berlin hat heute einen Feiertag. Die gestressten Schulkinder schlafen noch. Zeit für etwas Buchstabensuppe.

Frauentag
Das hippe, progressive Berlin begeht den internationalen Frauentag nun zum 5. Mal mit einem offiziellen Feiertag. Dass sich mir mit diesem Feiertag ein paar Fragezeichen ergeben, hatte ich schon hier im >Januar 2019 und >März 2019 geschrieben und diese Fragezeichen sind auch immer noch da. Aber gut. So haben wir einen Tag frei und können uns wieder die Frage stellen, was wir mit dem Tag so anstellen bei 3°C und eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 90%. Denn alle Geschäfte haben geschlossen. Wohnung putzen? Steuererklärung vorbereiten? Oder ins Umland nach Brandenburg fahren, denn das ist ja „alles ganz normal“? 

Zum Glück ist Verlass auf den Vietnamesen und seine Frau, die den Blumenladen um die Ecke öffnen und die Inder, die heute zum Lunch laden. Sind eh meistens Männer. Zum Glück 😉

ITB
Die internationale Tourismusbörse ist zurück. Jucheee. Nach 3 Jahren Corona-Zwangspause öffnen die Tore zur Welt wieder. Aber etwas ist anders. Das Fußvolk, die Tüten-und Kugelschreiber-Sammler sind fortan nicht mehr erwünscht. Die ITB hat sich zu einer reinen Fachmesse transformiert und schließt mal eben alle die aus, die diesen ganzen Pauschalreisen-Kreuzfahrt-Apres-Ski-Zauber bezahlen. Die Reisenden. Man will sich auf die „wirklichen Kunden“ konzentrieren.

Ganz besonders lustig ist ja, dass die Organisatoren anscheinend nicht mitbekommen haben, dass Berlin mittlerweile am 8. März einen Feiertag hat. Hah, is’ ja geil.

Nun dürfen also viele Frauen auf und hinter den Messeständen schuften. Messegäste aus aller Welt müssen übernachten, transportiert und verköstigt werden. Dass die Gäste der internationalen Tourismusbörse in der Metropole Berlin dann noch vor geschlossenen Geschäften stehen und bei der BVG vermutlich der Feiertagsfahrplan gilt… nun ja … wat soll man sagen. Da hat mal wieder einer richtig mitgedacht.

Tra(u)m-Fahrt zum Alex
Mit dem drohenden Feiertag fiel mir gestern noch ein, dass ich heute Abend unbedingt noch etwas aus einem Sportgeschäft brauche. Für Online-Bestellung war es zu spät, half also nix, ich musste in einen Sportladen und entschied mich für‘s große Sportgeschäft am Alex. Um 17:45 losgedackelt, 18:30 zurück in der Höhle. Einkauf erfolgreich abgeschlossen. Kann man nich‘ meckern. Na ja, wie man es nimmt. Immerhin habe ich für den Gegenwert von 3 EUR für zwei Kurzstrecken wieder eine Menge erlebt. Laptop-Rucksäcke anderer Fahrgäste im Gesicht, Violinen-Kästen anderer Fahrgäste im Gesicht, Döner anderer Fahrgäste im Gesicht, Vieren anderer Fahrgäste … ich liebe es.

Liebe Frauen. Also, alles gute zum Frauentag! Und wenn ihr heute trotzdem Standdienst auf der ITB habt, Brötchenschmieren oder die Zimmer der Gäste putzen müsst, dann bleibt tapfer und hofft einfach drauf, dass eure Kids und Gatten zu Hause wenigstens die Wäsche abnehmen und mal durchsaugen. 

Ach herrje. Da sind wir ja … .

Na ich gehe jetzt erst mal joggen und dann zum Vietnamesen und dann zum Inder und dann sehen wir weiter 😉  

<— Buchstabensuppe mit Alles – 2

–> Buchstabensuppe mit Alles – 4

420) Buchstabensuppe mit Alles – 2

Als man sich vor langer Zeit den Kopf zerbrach, welcher Monat kürzer sein soll als all die anderen, hat man sich für den Februar entschieden. Gute Wahl. Kaum auszuhalten, wenn der Februar 30 oder 31 Tage hätte.

Und was hilft da am besten. Eine warme Suppe.

Buchstabensuppe:
Nach den ersten Kommentaren zu dieser neuen Beitrags-Serie, kann ich feststellen, dass  „Buchstabensuppe“ im Allgemeinen positiv besetzt ist. Eine gute Entscheidung, dass ich nicht „Rosenkohl“ für das Format gewählt habe. Für manche ist Buchstabensuppe mit Kindheit verbunden, andere versuchen immer noch, sich ganze Wörter auf der Zunge zurechtzulegen. Danke an Clara Himmelhoch für den Tipp und das Kopfkino. Allerdings sind Buchstabennudeln irgendwie auch aus der Zeit gefallen. Sie wurden bestimmt von alten weißen Männern erfunden und müssen dringend überdacht werden. Warum? Zum einen sind sie in der Regel weiß, was ja überhaupt nicht mehr geht. Hinzukommt, dass man die Worte nicht korrekt gendern kann. Es fehlen Doppelpunkte und Schrägstriche in der Tüte. Auch Mitbürger mit Migrationshintergrund fühlen sich komplett ausgeschlossen. Es gibt keine Umlaute und Akzente, wie sollen sich Menschen mit türkischem oder slawischem Background hier jemals heimisch fühlen? Und wenn man bedenkt, dass ein Drittel der Weltbevölkerung indisch oder chinesisch ist, wäre es dann nicht angebracht Buchstabensuppe in Mandarin, Hindi, Kannada und Tamil anzubieten? Geht das technisch überhaupt? Oder gibt’s die vielleicht schon? Am besten Mal den Herrn Scholz fragen, wenn er aus Indien zurück ist.

Dachschaden:
Das Haus gegenüber wurde neu bedacht. Seit 2021 arbeitet man dran. Schon letzten Sommer fiel mir auf, dass über einem Dachfenster eine halbe Ziegel fehlt. Aber die werden schon wissen was sie tun, dachte ich mir. Da wird schon einer dran gedacht haben. Wer bin ich denn, dass ich Deutschen Edel-Handwerkern mit Fachkräftemangelhintergund einen Ratschlag erteilen kann. Nun wird die Jahrhundertbaustelle langsam aufgelöst, Mensch und Material ziehen weiter und was soll sich sagen? Mein Verdacht hat sich bestätigt, die halbe Ziegel fehlt immer noch und der Mieter, der da jemals einzieht, wird schnell Stockflecken an der Decke haben. Aber er ist froh, dass er nicht obdachlos ist. Könnte mir eigentlich egal sein, ist ja nicht mein Dach. Aber ich schaue nun mal auf dieses Dach. Jeden Tach. Und ich sehe die Lücke. Und sie schaut mich an. Fragt sich wer hier eigentlich einen Dachschaden hat. Das Haus oder ich. Also was mache ich lieber netter Onkel von gegenüber? Ich recherchierte den Verwalter des Objekts und habe ihn mit einer e-Mail bedacht. Die Firma dankt und leitet das weiter. Derweil ziehen immer mehr Bauarbeiter ab. Ich ahne schon wo das endet. Europaweite Ausschreibung, Hubschraubereinsatz und ich muss es dann noch zahlen.

FF7B3F6B-F192-42F9-ADBC-0003E76B3856

Frust:
Vor ein paar Tagen war ich beim Doc. Ein Routine-Check und eine gute Gelegenheit, mit der  Schwester zu quatschen, während ich da auf der Liege sitze. Auf die Frage wie es denn so läuft, klagt sie, dass die Patienten immer lauter, gereizter und pampiger werden. In 2023 wohlgemerkt, nicht in in 2021 und 2022, als die Stimmung teilweise sehr aufgeheizt war. Was macht die Leute so aggressiv? Was haben die falsches gegessen? Und warum lassen die ihren Frust an Krankenschwestern aus?

Aber ich will den Beitrag nicht so negativ enden lassen. Denn wenn man so auf die Titelseiten schaut, gehts uns doch eigentlich ganz prima hier, im Land der Lichter und Banker.

63E9A663-2948-455E-8C8E-4F58E81FF736

<— Buchstabensuppe mit Alles – 1

—> Buchstabensuppe mit Alles – 3

417) Buchstabensuppe mit Alles – 1

Der Februar ist fast geschafft, die Tage werden länger. Sehr gut. Und so viel ist schon wieder geschehen, was noch verarbeitet werden muss. Ich gieße das mal mit etwas Instantbrühe auf und reiche meinen ersten Teller „Buchstabensuppe mit Alles“.

Beben
In der Türkei und Syrien zerstört ein Erdbeben Städte und Familien, die Anzahl der Toten liegt aktuell wohl bei 45.000, von den Verletztenzahlen mal gar nicht zu reden und wann das alles jemals wieder aufgebaut werden kann auch nicht. Und ganz besonders die Menschen in Syrien, was die aushalten müssen. Krieg, Naturgewalt. Furchtbar. 2015 habe ich mal einen Erdbebenausläufer vom Himalaya in Delhi erlebt. Bei weitem nicht so heftig wie nun Anfang Februar, aber im Hotel pendelten Lampen und Türen. Gruselig. In dem Moment wird einem klar, wie klein und hilflos man ist. Da helfen keine Sandsäcke, Wassereimer oder vernagelte Fenster. Auch keine Smartphones mit vielen Apps drauf.

Wiederholungswahl
In Berlin wurde am 12.02.23 die letzte Landtags-und Bezirksverordnetenwahl wiederholt. Ein paar kleinere Pannen gab es wohl auch diesmal, aber Wahlbeobachter der OSZE mussten nicht extra anrücken und wir werden auch nicht unter Sonderverwaltung von Markus Söder gestellt. Na ein Glück. Färbt man die Bezirke nach den Farben der stärksten Parteien ein, ergibt sich ein interessantes Bild. In der Stadt-Mitte im Wesentlichen grün und rot, in den Außenbezirken, vollends schwarz. Und ein wenig blau …aber das kann auch eine Störung meines Displays sein.

ChatGPT
Ein Chatbot, der Texte generieren kann, der erklimmt gerade die Bühne und wird heiß diskutiert. Erwachsene und Arbeitsminister fürchten um die Jobs, Schüler freuen sich über Hilfe beim Schreiben von Aufsätzen. Lehrer glauben, sie könnten den Hype beenden, wenn sie keine schriftlichen Hausaufgaben mehr aufgeben, nutzen ChatGPT aber selbst heimlich zu Vorbereitung des Unterrichts … und schaffen sich damit auch ab. Das ahnen sie nur noch nicht. Na bloß gut, dass das Ding noch nicht mit dem Internet verbunden ist und sich seine Informationen daher holt. Denn dann würde ChatGPT irgendwann ja nur noch seine eigenen Texte finden und die dann wiederkauen. Guten Appetit.

In eigener Sache
Nach längerem Zaudern, Überlegen und Prokrastinieren habe ich meinen Homeoffice-Arbeitsplatz aus einer Ecke ohne natürlichem Licht an ein Fenster verlegt. Das war mit größeren Baumaßnahmen verbunden, aber es hat sich gelohnt. Nun habe ich ein Höhlen-Office mit Tageslicht … und immer noch viehischen Muskelkater. Aber es hat sich gelohnt!

Bis bald mal wieder zu einem Teller „Buchstabensuppe mit Alles“

—> Buchstabensuppe mit Alles – 2

<— Buchstabensuppe mit Alles – 0

414) Erst- und Wiederholungswähler

Juhu, weil wir so‘ne richtige hippe Hauptstadt sind, und in 2021 die zeitgleiche Wahl für Bundestag, Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlung (geiles Wort) und Berlin-Marathon im Chaos endeten, dürfen wir morgen wieder wählen.

Keine Ahnung wie das ausgeht.

Führt die SPD eine Koalition an, machen es die Grünen oder kommt sogar die CDU zurück?

SPD und Die Linke werden für viele Dinge verantwortlich gemacht, die hier nicht rund laufen. Da ist schon was dran, schließlich waren sie lange Zeit in Verantwortung und wenn ich da nur an die marode Schule des Stammhalters denke … und an den Wohnungsmarkt … nun ja. Auch wenn man ihnen nicht alles anlasten kann, ist da sicher Luft nach oben. Andererseits sind aber auch Dinge durchgeboxt worden, mit denen sich Berlin durchaus sehen lassen kann und andere Städte dieser Größe hinterherhinken.

Im Angesicht der Klima-Krise müssten die Grünen eigentlich das Ding machen, allerdings haben sie sich mit einzelnen Maßnahmen und der Kommunikation darüber nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ja, es müssen drastische Maßnahmen her, um der Luftverschmutzung und dem Ausstoß von CO2 entgegenzuwirken, vollkommen verstanden. Aber neben der Sperrung einzelner Straßen oder Fahrspuren, muss da etwas mehr passieren.

Die CDU macht auf „Wir bringen das wieder in Ordnung und sorgen dafür, dass Berlin wieder funktioniert.“ Oh je. Schon wieder? Genauso wie in in den 90-er Jahren? Na aber immerhin haben sie jetzt auch einen Passus zur Digitalisierung in ihrem Wahlprogramm.

Wir werden sehen wie das ausgeht.

Interessant finde ich, wie die Parteien die nun mittlerweile 16-jährigen Erstwähler adressieren. Die Grünen zum Beispiel schicken eine grüne Postkarte und sprechen die Leser mit „Liebe*r Erstwähler*in“. Sie schreiben, warum eine Bezirksverordnetenversammlung wichtig ist und das man auf jeden Fall wählen gehen soll. Ansonsten gibts einen QR-Code der zum Wahlprogramm führt. Find ich (unabhängig von der Partei) eine gelungene Ansprache für die Zielgruppe.

Die FDP schickt einen klassischen Brief. Ein Sechstel des Papiers geht für das Bild des Spitzenkandidaten drauf. Die Ansprache erfolgt ganz konservativ mit „Sehr geehrte Frau …, Berlin ist eine großartige Stadt“. Dann wird auf die aktuellen Missstände eingedroschen und es folgen sechs Thesen aus deren Wahlprogramm. Der Wisch sieht aus wie ein Brief von einer Versicherung.

Zum Ende schließt er mit
„Jede Stimme für die FDP ist eine Stimme für den Fortschritt“,
mit freundlichen Grüßen,
dreimal unterschrieben.

Jawoll! Es geht voran!