84) Postkarte aus Québec – 1

Ich bin dann mal Québec, habe ich neulich geschrieben und grob verschlüsselt die geplante Reiseroute durch die zweitgrößte Provinz Kanada’s skizziert. Nun will ich das Kilometer für Kilometer auflösen und mit Skurrilitäten von unterwegs garnieren. Zunächst aber lassen sich für den Klang des Wortes Québec noch andere schöne Wortspiele finden. So was wie „Gebäck“ und „Geh weg“, ich fürchte da kommen über die Kilometer noch einige mehr zusammen.

Also, los ging es am „königlichen Berg“ … Auflösung: Montreal. die Stadt hat mehr Einwohner … innen und außen … als Berlin. Als ich mit meiner Gefolgschaft den Hügel erklommen hatte, wurden wir freundlich begrüßt, aber die knapp bekleideten Herren hatten gleich klargemacht, dass sie zuerst hier waren. Rüstige Rentner dürfen aber die Heizkörper des Chalets für ihre sit-ups nutzen.

Es ist zwar verboten, in der Öffentlichkeit vom Feuerwasser zu naschen (wenn dann nur im „Pub“ oder aus der „Papp“-Tüte), dafür stinkt‘s an jeder Ecke nach Gras. Und dann sind sie alle super gut drauf hier.

Und dann natürlich auch hier diese „Kleinkünstler“, wie überall in den Metropolen. Ganz starr rumstehen und sich erst für ein paar Münzen bewegen wollen. Ich habe es probiert, aber der Typ wollte sich nicht rühren, sondern einfach nur weiter „abhängen“.

In China-Town fühlen sich Reisegruppen aus Fernost wie zu Hause. „La vidéosurveillance“ an jeder Ecke, aber immerhin schreiben sie es wenigstens dran.

Parkplätze sind auch hier Mangelware, aber die Autos in Nordamerika sind halt auch einfach größer als zu Hause in Prenzlauer Berg.

Dann ging es weiter nach Norden dahin „wo sich der Fluss verengt“ … Auflösung: Québec Stadt. Hat mir wirklich gefallen. Alles sehr französisch und auf Tradition und Geschichte bedacht. „Je me souviens“ steht auf jedem Nummernschild.

Die Provinz Québec ist zwar flächenmäßig größer als Schweden aber die Wohnungssituation scheint auch hier angespannt zu sein. Von der Energieversorgung mal ganz zu schweigen, da haben sie zu viel vom Nachbarn abgeschaut.

Québec hat ein beeindruckendes „Chateau Frontenac“, man erwartet jeden Moment, dass Fantômas aus einem der Türmchen mit der Rakete abhaut und Kommissar Juve cholerisch an der Balustrade tobt.

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Heute ging es noch auf die Île d’Orléans und da fühlte ich mich dann noch mal in die Vergangenheit gebeamt. Bauernhäuser, meistens noch im Lattenleichtbau, errichtet nach der Devise „Wir können ja mal hier bleiben, aber wer weiß wo uns der Weg nach Westen noch so hinträgt.“ Und Zäune? What? Zäune brauchen die hier nicht. Zäune sind etwas aus der alten Welt.

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—> 85) Postkarte aus Québec – 2

83) Postkarte vom City-Center im Speckmantel

Wie das immer so ist mit den Liegenschaften und Ländereien, sie verlangen halt Aufmerksamkeit, Pflege und Instandhaltung. Diesmal war es die Wochenend-Villa im Berliner Süden, die dringend nach Reparatur des Daches schrie und anschließend nach drei Eimern schwarzen Goldes (a.k.a. Dachlack).

Ebenso die historische Zimmerdecke darunter, die vom Wasserschaden befreit und wieder an ihr Vorbild der sixtinischen Kapelle herangeformt werden wollte. Und da ja bekanntermaßen überall Personalmangel herrscht, durfte ich halt selber ran.

Drei Arbeitsansätze waren nötig. Während mich am Samstag noch die Gattin begleitete und wir für die Fahrt den Rolls Royce wählten, stand mir der Wagen am Sonntag und Montag nicht zur Verfügung und ich probierte mal wieder etwas unstandesgemäßes … ich fuhr mit dem … ÖPNV.

Und siehe da. Es war ein Genuss. Zum einen weil ich schon 08:00 auf den Beinen und damit kaum „Volk“ auf den Straßen, Plätzen und Schienen unserer wunderbaren Hauptstadt unterwegs war. Zum anderen weil es echt flott ging und mit 4 EUR für ein ABC-Ticket auch ein echtes Schnäppchen war. Und obendrauf, gab‘s noch einen kleinen Fußmarsch vom Bahnhof zum Anwesen. Da kannst‘de nich‘ meckern!

Hier ein paar Eindrücke vom morgendlichen Alexanderplatz:

Und hier Schnappschüsse entlang der Wegstrecke zur Villa:

Und als die Arbeit getan war, konnte ich sogar noch etwas paddeln:

Ich glaube, ich werde mir das Deutschland-Ticket anschaffen, und dann mein Höhlen-Office gelegentlich in ein Green-Office verwandeln.

Dit mach‘ ick.

426) Look up!

Dieser Beitrag beginnt mit einem Podcast. Fünf Stunden haben die Jungs von „Alles gesagt“ mit Thomas Zurbuchen gesprochen, dem (mittlerweile) Ex-Wissenschaftsdirektor der NASA. Das Interview hat mich so gepackt, ich habe es gleich zweimal gehört. Am Rande gings natürlich auch um die Kino-Filme zum Thema Raumfahrt und das All. „Der Marsianer“, „Interstellar“ und „Gravity“. Schon zig mal gesehen und immer wieder gut. Und dann ging es um „Don’t look up“ der wunderbar das menschliche Nichwahrhabenwollen von Katastrophen persifliert und „Ad Astra“, den ich mir dann auch gleich zweimal reingezogen habe. Der Soundtrack zum Film, von Max Richter, war großartig, habe ich gleich heruntergeladen. Der letzte Titel „Says“ tanzte dabei etwas aus der Reihe. Der stammte von Nils Frahm (kannte ich bislang gar nicht), was zu weiteren Downloads von seinen „Sound-Delikatessen“ führte.

Tja und so schaue ich dann doch öfter in den Himmel und mache gern Schnappschüsse.

  1. Bei denen hier, könnte man glauben, die letzte Stunde hat geschlagen und die Erde würde von  Meteoriteneinschlägen getroffen. Zum Glück waren die noch hoch genug und würden erst hinter unserem Kiez aufschlagen. Glück gehabt. Ha, Ha.

Die nächsten beiden sind hintenraus entstanden. Einmal hatte sich der Mond zwischen den Stornsteinen des Nachbarhauses gequetscht, das andere entstand, als sich Venus und Jupiter „ganz nahe“ waren. Danke für den heißen Tipp an die Amateur-Sternwarte in Mahlsdorf.

Oft verwackeln die Bilder natürlich auch und dann gibts erst recht dramatische Motive.

Wenn sich Meteoriten auf den Weg zur Erde befänden, dann … käme mir das jetzt … ehrlich gesagt … etwas ungelegen 😉

Also Nachbarn, immer schön nach oben schauen und aufpassen, dass uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt. Beim Teutates!

Ähnliche Beiträge

81) Postkarte aus Strasbourg

Die 5. Etappe unserer Rundfahrt durch Deutschlands Mitte und Südwesten führte uns über Straßburg nach Heidelberg. In Straßburg war ich vor einigen Jahren schon mal, aber da hatte ich es irgendwie kleiner in Erinnerung. Aber so ist das mit Erinnerungen nun mal. Sie trügen.

Straßburg ist ideal, wenn man mal Bedarf an einer Tagesdosis savoir-vivre hat und keinen Bock hat, dafür bis in die Provence zu fahren. Nette Häuser, Geschäfte und selbst im Winter ansehnlich (side kick Saarbrücken). Stangenbrot unter‘n Arm und Abmarsch!

Allerdings muss man seine Nachbarn dort schon mögen, manche Häuserfronten kommen sich so nahe, da kann man nebenan nach Mehl fragen, ohne auch nur die Wohnung zu verlassen. Zu Corona-Zeiten hätte man die Gebäude in Deutschland abgerissen oder die Fenster zugemauert, weil die 1,50 m Abstand nicht eingehalten werden konnten.

Und natürlich hat Straßburg auch einen Münster, und was für einen. Nun bin ich auf dem Fachgebiet der Gotteshäuser nicht unbedingt sattelfest, kann mir eh nicht merken, wo der Unterschied zwischen Münster, Dom und Kathedrale ist, aber das große Wimmelbild über der Tür ist schon echt beeindruckend und der zweite Typ von Rechts hat mich doch sehr an John Cleese in das „Leben das Brian“ erinnert.

Schön war‘s viel gesehen die Woche, einiges gelernt und nun geht‘s via Heidelberg zurück ins dicke B.

80) Postkarte aus Saarbrücken und Freiburg

Etappe 4 unserer Rundfahrt durch Mittel-und Südwestdeutschland führte uns heute über Saarbrücken nach Freiburg.

Kurz zu Saarbrücken, aber wirklich nur gaaaaaaanz kurz.
Ich war schon mal in Saarbrücken, um die Jahrtausendwende herum. Da bin ich noch mit einer Propellermaschine von Berlin Tempelhof geflogen. Leider kriege ich nicht mehr zusammen, was ich hier zu tun hatte. Der Anblick der Stadt lässt mich noch mehr zweifeln. Tut mir leid, will keinem auf die Füße treten … aber diese Landeshauptstadt … ist … hässlich.

Mag sein, dass die Stadt im  zweiten Weltkrieg bombardiert wurde und dass es vielleicht auch danach am Kleingeld fehlte … aber trotzdem. Kein Grund, eine Stadt so zu verunstalten. Ich habe noch nie so wenig interessantes Linsenfutter gesehen. Vielleicht fehlte mir heute die richtige Antenne, aber ich habe gefühlt nur Sonnen,- Waxing-und Nagelstudios, Barber-Shops, Wettbüros, Sanitätsgeschäfte, Orthopäden und Sex-Läden gesehen. Kein Wunder. Das Einzige was nach Metropole klang, war das Wort „Terminal“ am Corona-Test-Container. Selbst die Immobilienfritzen von „Engel & Völkers“ haben hier schon ihr Büro geräumt. Jetzt weiß ich auch, warum ich mich nicht mehr erinnern kann, warum ich schon mal hier war. Aber wenn nur Rathaus und Kirche ansehnlich aussehen … sorry … dann werden wir wohl keine Freunde werden.

In Freiburg hellt die Stimmung wieder auf. Hier gibt es einen alten Stadtkern, man fühlt und sieht, dass die Leute hier gern wohnen und das man das aber eben auch gestalten muss. Viele kleine Geschäfte, Millionen mosaikhafte Pflastersteine, künstlich angelegte Rinnsale (die Ureinwohner sagen „Bächle“) und strickbemützte Eltern auf Monttesoribesetzten Lastenrädern.

Fascht wie dahoim im Prenschlauer Bergle 😉

PS: und jetzt noch mal zum Titelbild. Also ich habe nun schon wirklich viel über Gandhi gelesen, war auch schon an seiner Ruhestätte und dem Ort des Attentats … aber die Beziehung zu einem Restaurant in Baden Württemberg … nee … ick weiß nich‘. Zumal der kleine Mann ja auch nicht dafür bekannt war, sich den Bauch vollzuschlagen. Und „schlagen“ ja nun schon mal gar nicht.

79) Postkarte aus Luxemburg

Auf Etappe 3 unserer Mittel-Süddeutschlandfahrt machten wir heute einen Abstecher nach Luxemburg. Vorher konsultiere ich natürlich gern das Internetz und zitiere jetzt mal munter drauf los. 

Luxemburg ist ungefähr so groß wie das Saarland, auf Platz 179 der Welt wenn es nach reiner Größe geht, auf Platz 1 beim Bruttoinlandsprodukt, gute 600.000 Einwohner, etwas mehr als Leipzig im Vergleich.

Kurz vor der Bundesgrenze lädt die letzte deutsche Raststätte dazu ein, besser noch mal die Wasservorräte aufzustocken.

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Auch du meine Güte. Was uns da wohl als Nächstes erwartet? Flüsterasphalt aus purem Gold? Hummer, Kaviar und Champus, statt Burger und Pommes?

Aber die Liste der Luxemburgischen Spezialitäten liest sich doch bodenständig. (Ausschnitt Wiki): Judd mat Gaardebounen, Träipen, Wäinzoossiss, Kuddelfleck, Kniddelen, Stäerzelen, Gromperekichelcher, Fritür … danke, ich habe aber erst einmal keinen Hunger mehr.

In der Oberstadt (Haute Ville) gibts allerhand Gebäude, die entweder Geld produzieren, Geld verlangen oder Geld verwalten.

Mein Favorit, war aber ganz klar die Unterstadt (Bass Ville), politisch, geografisch und sympathisch gesehen.

Und dann Zu guter Letzt … auch hier ist nicht alles Gold was glänzt und so manch einer sitzt an der Häuserwand und hofft auf den Wohlstand der da kommen möge … oder eben auch nicht.

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78) Postkarte aus Trier

Die zweite Etappe unserer Mittel-Süddeutschland-Tournee brachte uns nach Trier. Deutschland ältester Stadt. Über 2000 Jahre alt. Hut ab. Und auch hier gab es wieder einige Skurrilitäten zu entdecken.

Eine alte Stadt hat natürlich auch alte Häuser, manche sind mit der Zeit gegangen, andere hängen noch in der Vergangenheit rum. Bei dem folgenden Gebäude haben wir lange gerätselt, was wohl die Innschrift bedeuten würde. C0F311ED-A610-47AD-9F04-E60DF7C1136B

Und auf einmal war es glasklar, die Übersetzung stand ja am linken Gebäudeteil. „BeautyTec“. So einfach. Man geht da rein und dann kommt man als geliftete junge Frau mit Baby wieder raus.

Dieser Klotz hier, aus dem Jahr 170 n. Chr, sollte sich aber bitte mal den Diskussionen der Neuzeit stellen. Der Name geht nun mal einfach nicht mehr. Kommission gründen und umbenennen! „Porta N***a“ zum Beispiel oder „Portal mit südeuropäischem Patinationshintergrund“

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Trier hatte auch schon früher mit Mangelwirtschaft zu kämpfen. Irgendwann einmal, da hatte die lokale Baustoffversorgung wohl keine Fenster mehr auf Lager. Also entschied sich der Bauherr kurzerhand für eine Tür statt Fenster. Was willst‘de machen. Muss ja auch mal fertig werden.

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Die Brunnen in der Stadt waren mir entweder zu kitschig oder zu rustikal. Dankenswerterweise hat der Bürgermeister die Brunnen gekennzeichnet, aus denen man besser nicht trinken sollte. Fasst hätte ich…

Der Immobilienmarkt in Trier ist mächtig unter Druck. Es gibt da durchaus ein interessantes Objekt, aber es fehlt an Fußbodenheizung und die Decken sind viel zu hoch. Ferner gibt‘s da kein vernünftiges Licht und auch kein WLAN. Und der Eigentümer will nicht verkaufen, so scheint es mir.

Berühmtester Sohn der Stadt ist Karl May … ähm … Richard Marx … nee … Karl Marx, natürlich. Der würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sehen würde, wie mit Trüffel und seinem Gesicht heutzutage Kapital gemacht wird.

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Und da sich die Stadt ja „schon immer“ mit dem Schaffen des „Mohrs“ (autsch … schon wieder) auseinandergesetzt hat, brauchte es erst die Chinesen, die der Stadt in 2018 mal ein ordentliches Denkmal spendiert haben.

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Abschließen möchte ich mit einem Schaubild aus dem Museum-Karl-Marx-Haus (sehenswert), welches mich doch auch ein wenig an die Bloggerei erinnert.

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Morgen gehts weiter ins nächstgelegene Ausland …

77) Postkarte aus SM-EF-GTH

Schon wieder Ferien? Ender Januar? Wozu? Weder haben wir Schnee, noch nennenswerte Berge vor der Haustür (… von Koks und Schulden mal abgesehen), noch laden die Temperaturen zum Eröffnen der Datschen-Saison ein. Das CO2-Budget wollten wir uns mal lieber für den Sommer aufheben. Also entscheiden wir uns für eine Auto-Tour durch Mittel-und Süddeutschland. Ich werde von unterwegs immer mal wieder eine digitale Postkarte schicken, nur die kleine Omma, die kriegt weiterhin eine Karte auf Karton.

Los gehts in Thüringen:

Die Thüringer sind ein eigenartiges Volk. Sie ernähren sich ausschließlich von Bratwurst und Klößen und stellen die ganze Landschaft mit Bäumen voll. Das nennen sie dann Thüringer Wald. Manchmal klotzen sie auch gigantische Hotels auf den Berg und bringen sogar die Bäume in der Gegend dazu, mit dem Finger drauf zu zeigen.

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Wenn ich Programm-Chef bei MDR wäre, dann würde ich ja mal das Sandmännchen auf Ski das Dach herunterfahren lassen. Das wäre doch mal was ganz Neues, oder?

Die Thüringer lieben es, auf einem „Schlitten-Ding“ mit 130 km/h eine völlig vereiste Bahn in Oberhof herunterzudonnern. Am liebsten tragen sie dabei hautenge Klamotten und legen sich auch gern aufeinander. Und wenn ein Gewinner des Wettbewerbs noch aus dem Landkreis kommt, ist da die Hölle los und auch „MP Bodo“ voll aus dem Häuschen. Langenhaaaaaaaaan!!!

In der Landeshauptstadt erwarten uns uns historische Häuser und altbekannte Gesichter. Luther, Ries, und Bach. Maus, Elefant und Bernd das Brot aber auch. Ki-Ka-kennste-nich? Eine Kneipe in der Stadt nennt sich „Zum breiten Herd“. Im Vorbeigehen las ich kurz „Zum breiten Nerd“. Hätte mich auch nicht gewundert.

Beim Bummel durch‘s Andreasviertel stellen wir fest, dass wir beim Fußball auf ein ähnliches Farbschema stehen, allerdings holzen sie in Erfurt eindeutig zu viel. Dauert nicht mehr lange, dann siehst‘s da aus wie in Angkor Wat. Bei Hausnummer 32 überlege ich kurz, was Postboten und Pizza-Fahrer durch den Kopf geht, wenn sie dort klingeln.

Auf dem Weg zum Winterspaziergang bei Friedrichroda, treffen wir einen Olaf, der seinen Geruchssinn verloren hat. Entweder war es Corona oder ein veganer Wanderer oder seine :Inn, die hier Hunger bekamen und ihm das Riechgerät wegknabberten. Ey, das is‘so was von fies.

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Weiter stapften die Großstädter durch Schnee und Geäst, bis zu einem Plätzchen, den die Einheimischen „Lange Wiese“ nennen. Keine Ahnung warum.

Auf dem Rückweg dann noch mein Highlight, hier fühlt sich der Großstädter wie daheim.

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Schöne Grüße aus den Landkreisen SM, EF und GTH!

Morgen/Übermorgen melde ich von der Mosel.

76) Postkarte aus … Warne … Warme … Kaltemünde

Eben mit noch mit Besuch aus Indien in Berlin, Nürnberg und München unterwegs … hat‘s uns am Wochenende an die Küste verschlagen. Schön war‘s mit euch, aber auch arschkalt.

Hier ein paar Eindrücke.

Also zunächst schlurfte ich in Badeschlappen, String-Tanga und Luftmatratze zum Strand, hatte mich vorher noch mit Sonnencreme und kühlen Getränken versorgt … und dann das! Alles eingefroren. Ich bin enttäuscht, die Ostsee ist auch nicht mehr das, was sie mal war. So geht das nicht! Dafür zahle ich keine Kurtaxe!

Früher … ja früher … da „konnte“ man noch unentdeckt in den Dünen kuscheln, heute „musst“ du schon kuscheln, damit du nicht dem Kälte-Tot zum Opfer fällst.

Ein paar Leute waren im Wasser. Eigentlich wollte ich es Ihnen gleichmachen, aber nach einer Minute rannten die schon wieder an Land. Weicheier.

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Also konnten wir nur durch den dicken Sand stapfen, über unseren Schatten springen und Schiffe beobachten.

Und ich muss bekanntgeben, dass es drei Enten weniger auf dem Planeten gibt. Tut mir Leid … wir machen das irgendwie wieder gut. 😉

74) Postkarte von Malta 3

Alle guten Dinge sind drei heisst es doch so schön. Oder eben „L-affarijiet tajbin kollha jiġu fi tlieta“.
Alter Angeber!

Zunächst ging es nach Mdina. Die ehemalige Hauptstadt ist nur 20 Auto-Minuten von Valletta entfernt und zählt ca. 250 Einwohner. Ja 250. Da kennt nun wirklich jeder jeden. Die Häuser hinter den Stadtmauern sind tip-top gepflegt und erscheinen in sandfarbigem Kalkstein. Und auch da gab‘s wieder einige Skurillitäten zu entdecken.

Bei der Aufzählung der Bauwerke dort wurde mir kurz schwindelig, nicht nur der Sprache wegen, sondern allein die Anzahl der Kirchen lässt auf eine dünne Versorgung mit Netflix und Amazon Prime damals schließen. Dabei diente das Haupttor der Anlage als Kulisse für die erste Staffel von „The Games of Thrones“. Gefährliches Halbwissen … nie gesehen.

Der heilige Paul war hier anscheinend eine große Nummer. Eine Kathedrale und ein Plätzchen sind nach ihm benannt.

Die Gassen sind nicht wirklich Autofreundlich. Selbst bei 56-er Breite (Zoll? Ellen? Klafter? Ruten?) kommt man da selbst mit einem schlanken Q7 nicht durch. Sehr ignorant und Teutonen-feindlich muss ich sagen.

Was hier klingt wir ein jecker Joghurtbecher mit Piep-und Bezahl-Modus ist ein weiser Rat, besonders an die jungen Generation, den man nicht oft genug betonen kann. „Die Türen bitte leise schließen!“ Seit der Bronzezeit also immer noch ein aktuelles Thema. Ja, ist denn das so schwer!

Bei 250 Einwohnern und der kleinen Fläche der Stadt, da muss man die öffentlichen Gebäude multi-funktional gestalten. An dieser Ecke also Stadtpark, Sonnenseite, Schattenseite, Blumenladen, Bankfiliale und Gefängnis.

Jetzt bin ich nicht bibelfest genug, um dieses Bild zu erklären, aber die Menschen waren schon damals ihrer Zeit voraus. Ein Bilderrahmen aus Obst. Voll vegan.

Fast jede Tür hat auffällige Klopfer, den hier fand ich besonders interessant. Keine Ahnung was der Schmied da geraucht hat, aber es muss ein harter Arbeitstag gewesen sein.

Am Freitag ging es nach Birgu. Da die blöde Autokorrektur ständig „Birgit“ draus machen will, kann man mittlerweile wohl auch Vittoriosa sagen. Schöne Altstadt samt gigantischer Festung.

Kaum hatten wir die Halbinsel betreten, präsentierte uns Air Malta dieses moderne Fluggerät hier.

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Dann hatten wir etwas Probleme unser Boot zu finden. Sweetheart, weißt du noch wo wir gestern unsere Nussschale abgestellt haben?

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War es eins von denen da?

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Nee, viel zu klein. Vielleicht da hinten?6B07ECFE-A4AA-4D95-A283-CC21083C966F

Ach na was für ein Glück, wir haben es gefunden. Ist ja mit seinen 75 Metern auch schnell zu übersehen. Für die 100 Mille hätte man es auch besser kenntlich machen können.

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Vom Fort St. Angelo hat man einen gigantischen Blick über die Buchten und man kann sich ungefähr ausmalen, welche Schlachten hier geführt wurden.

So liebe Lesenden. Das soll es gewesen sein. Hat Spaß gemacht hier und kann ich für ein paar Tage echt empfehlen.

Saħħa sagt man wohl zum Abschied, was auch Gesundheit bedeutet.
Klingt aber wie die Torte aus Wien.
Dann also Saħħa!

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